Beispiel „Get Fit“ in Allendorf/Eder

Fitnessstudios wieder offen: Die Ersten standen um 6 Uhr auf der Matte

Fitnessstudios dürfen wieder öffnen: Am Montagmorgen trainierte der 74-jährige Gerd Klimpel aus Dodenau im Allendorfer Studio „Get Fit“; links Geschäftsführer Thomas Zimmermann.
+
Fitnessstudios dürfen wieder öffnen: Am Montagmorgen trainierte der 74-jährige Gerd Klimpel aus Dodenau im Allendorfer Studio „Get Fit“; links Geschäftsführer Thomas Zimmermann.

Fitnessstudios dürfen nach dem Corona-Lockdown seit Montag wieder öffnen. Eines der ersten war das „Get Fit“ in Allendorf/Eder.

Allendorf/Eder – „Heute Morgen um Punkt 6 Uhr standen hier die ersten zehn Leute in freudiger Erwartung auf der Matte“, berichtete Thomas Zimmermann, Geschäftsführer des Allendorfer Fitnessstudios „Get Fit“ am Montagvormittag. Zimmermann ist glücklich über die Entscheidung der hessischen Landesregierung, Sport in Fitnessstudios unter strengen Auflagen wieder zuzulassen. „Sensationell! Ich hatte erst im April damit gerechnet“, sagt er.

Einer der ersten, die am Montag im „Get Fit“ trainierten, war der 74-jährige Gerd Klimpel aus Dodenau. „Ich mache das, um fit zum bleiben“, sagt der drahtige Rentner. „Es macht mir auch Freude, hier mit anderen zu trainieren.“ Seit dem Lockdown im November sei er „viel Fahrrad gefahren“ und mit seiner Familie gewandert, berichtet der 74-Jährige, der schon seit vielen Jahren im „Get Fit“ trainiert.

Ein bisschen Ärger schwingt mit, wenn Gerd Klimpel sagt, die Bundesregierung habe „nur auf einen kleinen Kreis von Wissenschaftlern und Virologen“ gehört. „Mir hat dabei das Augenmaß gefehlt“, kritisiert Klimpel. Andernfalls hätte man die Sportstudios schon früher öffnen können.

Das sieht Geschäftsführer Thomas Zimmermann ganz genauso. Er habe „viel Geld“ in Hygienekonzepte und Luftreinigungsgeräte investiert – allein 45.000 Euro im vergangenen Jahr. Schon 2019 seien rund 100.000 Euro in neue Geräte und Trennwände im Allendorfer Studio geflossen. Ein Umbau seines Studios „Corpus Pro“ in Frankenberg stehe noch bevor.

„Endlich darf ich wieder ins Studio“, freut sich auch der 18-jährige Simon Battenfeld aus Haine, der sich am Montagmorgen – unter Aufsicht – mit einer Langhantel quält.

„Bei 80 Prozent Auslastung zwischen Mitte Mai und November im vergangenen Jahr hatten wir keine einzige Infektion, geschweige denn eine Corona-Erkrankung“, betont Zimmermann.

Pro Person 40 Quadratmeter

Die aktuellen Corona-Regeln verlangen pro Person in einem Fitnessstudio eine Fläche von 40 Quadratmetern. „Das bedeutet, auf 1000 Quadratmetern in Allendorf dürfen zeitgleich 25 Personen trainieren“, sagt Thomas Zimmermann. Zusammen mit seiner Frau Tanja Rössler hat Zimmermann am vergangenen Wochenende die Fitness-Interessenten auf „Slots“ verteilt. Jeder „Slot“ (der Ausdruck kommt aus der Sprache der Fluglotsen bei der Abfertigung startender landender Flugzeuge) ist eine Stunde und 45 Minuten lang. „Der erste Slot beginnt um 6 Uhr morgens, der letzte um 22 Uhr abends.“

Überall im „Get Fit“ hängen Schilder, die dazu aufrufen, Abstand zu wahren. Spender mit Desinfektionsmitteln stehen bereit, Duschen und Umkleiden bleiben geschlossen, intensives Ausdauertraining (etwa auf Laufbändern) ist bis auf Weiteres tabu. „Wir haben hier die Regelung, dass grundsätzlich im Studio ein Mundschutz getragen wird. Wer möchte, kann die Maske während des Trainings am Gerät ablegen“, erklärt Thomas Zimmermann.

Lange Durststrecke

Der Geschäftsführer blickt auf eine lange Durststrecke zurück: Seit der Zwangsschließung der Studios im November habe er keine Beiträge abgebucht. Bei etwa 2000 Mitgliedern summierten sich die Verluste auf 200.000 und 300.000 Euro im Monat.

Sein Hygienekonzept entspreche allen Vorschriften und sei sicher, nicht zuletzt wegen der angeschafften Luftreinigungsgeräte, versichert Thomas Zimmermann: „Das ist viel sicherer, als wenn Sie bei Aldi oder Lidl einkaufen gehen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.