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Heute vor 25 Jahren wurde Allendorfer Industriestraße II freigegeben – Bau wegen Viessmann-Großprojekt

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Von: Klaus Jungheim

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Die Ampelanlage an der Einmündung Bundesstraße 253/Industriestraße II gegenüber Rennertehausen. Seit dem Freitag, 5. September 1997, rollte schon mal ohne Festakt endlich der Verkehr auf der rund 1,8 Kilometer langen Gemeinde-Trasse (im Hintergrund), die die Bahnstrecke kreuzt und oberhalb des Viessmann-Werks I entlang verläuft. Damit wird die bislang einzige Ab- und Auffahrt bei dem Allendorfer Ortsteil an der Bundesstraßenbrücke massiv entlastet und die Unfallgefahr dort erheblich gesenkt. Die offizielle Eröffnung war erst im November 1997. Archivfotos: Klaus Jungheim
Die Ampelanlage an der Einmündung Bundesstraße 253/Industriestraße II gegenüber Rennertehausen. Seit dem Freitag, 5. September 1997, rollte schon mal ohne Festakt endlich der Verkehr auf der rund 1,8 Kilometer langen Gemeinde-Trasse (im Hintergrund), die die Bahnstrecke kreuzt und oberhalb des Viessmann-Werks I entlang verläuft. Damit wird die bislang einzige Ab- und Auffahrt bei dem Allendorfer Ortsteil an der Bundesstraßenbrücke massiv entlastet und die Unfallgefahr dort erheblich gesenkt. Die offizielle Eröffnung war erst im November 1997. © Klaus Jungheim

Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern, sagt ein Sprichwort. Alte Zeitungen können aber noch sehr interessant sein. Das zeigen wir in unserer Serie „Vor 25 Jahren“: Wir schauen uns die HNA von damals an und erinnern in loser Folge an spannende, ernste und unterhaltsame Themen aus der Zeitung.

Allendorf/Eder – Freitag, 5. September 1997: Seit dem Nachmittag konnte nach erheblicher baulicher Verzögerung endlich der Straßen-Verkehr auf der neuen Industriestraße II von Allendorf/Eder rollen. Die 1,8 Kilometer lange Gemeinde-Trasse wurde für Kraftfahrzeuge schon mal ohne Festakt freigegeben. Einige Zeit später erhielt sie den heute bekannten Namen Viessmannstraße.

Erst am Freitag, 28. November 1997, fand die offizielle, feierliche Eröffnung mit Gästen statt. Ende Mai 1996 war symbolischer Spatenstich mit dem Bagger. Grund für den Bau dieser Straße war ein neues Viessmann-Großprojekt, ein direkt anschließendes, riesiges Logistikzentrum.

Eine Ortsgrafik mit alter Industriestraße I und neuer Industriestraße II, die am 5. September 1997 freigegeben wurde. Die Formulierung „seit gestern offen“ steht im Zusammenhang mit dem Erscheinen des damaligen HNA-Artikels am Tag danach.
Eine Ortsgrafik mit alter Industriestraße I und neuer Industriestraße II, die am 5. September 1997 freigegeben wurde. Die Formulierung „seit gestern offen“ steht im Zusammenhang mit dem Erscheinen des damaligen HNA-Artikels am Tag danach. © nh

Die neue Industriestraße II der Gemeinde Allendorf/Eder führt seit dem 5. September 1997 Kraftfahrzeuge zu den Parkplätzen am Viessmann-Werk I und – wenn man möchte – weiter in die Kerngemeinde hinein.

Bereits am Montag, 8. September 1997, begannen die Abbrucharbeiten an der bisherigen Industriestraße I, und zwar zwischen der alten Ampelanlage und der Kurve. Denn auch dieser Bereich wurde für das riesige Logistikzentrum des weltweit operierenden Heiztechnik-Herstellers Viessmann benötigt, das großflächig für satte 80 Millionen Mark zwischen den beiden Industriestraßen entstand und rasante Baufortschritte machte. In diesem Hochregallager waren 60 000 Stellplätze, 21 400 Behälter-Stellplätze und eine vollautomatische Kommissionierung vorgesehen. Das Projekt sollte im Herbst 1998 fertig sein.

Blick auf den Teil der Industriestraße I, der zwischen Ampel und Kurve ab Montag, 8. September 1997, abgetragen wurde. Im Hintergrund das gewaltige Logistikzentrum, das der Heiztechnik-Hersteller Viessmann baute.
Blick auf den Teil der Industriestraße I, der zwischen Ampel und Kurve ab Montag, 8. September 1997, abgetragen wurde. Im Hintergrund das gewaltige Logistikzentrum, das der Heiztechnik-Hersteller Viessmann baute. © Klaus Jungheim

Vom Erschließungsbeitrag für die Industriestraße II übrigens war das Unternehmen von der Allendorfer Gemeindevertretung Ende Februar 1996 in namentlicher Abstimmung befreit worden.

Die neue, rund 1,8 Kilometer lange Verbindung ist 6,50 Meter breit. Gebaut wurde sie von der Gemeinde selbst. Die Kosten betrugen nach Auskunft des damaligen Bürgermeisters Robert Amend insgesamt rund 7,5 Millionen Mark. Ursprünglich war von mehr als zehn Millionen Mark ausgegangen worden. Das Land Hessen griff der Kommune mit 3,7 Millionen Mark unter die Arme, der Landkreis Waldeck-Frankenberg steuerte 300 000 Mark zu. Die Trasse zweigt östlich vom Rennertehäuser Friedhof ab und mündet unterhalb der Allendorfer Grund- und Hauptschule in den Holzweg.

Abriss: Kurz nach der Freigabe der neuen Industriestraße II begann der Abbau der alten Industriestraße. Unser Bild entstand am 11. September 1997. Damals wurden Viessmann-Produkte noch mit der Bahn abgefahren.
Abriss: Kurz nach der Freigabe der neuen Industriestraße II begann der Abbau der alten Industriestraße. Unser Bild entstand am 11. September 1997. Damals wurden Viessmann-Produkte noch mit der Bahn abgefahren. © Klaus Jungheim

Eigentlich sollte die Industriestraße II bereits Ende 1996 fertig sein. Aber der damals lange, strenge Winter und besonders die zäh verlaufenen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn AG über die technische Absicherung am neuen Eisenbahnübergang gegenüber Rennertehausen verzögerten die Freigabe erheblich.

Eine neue Ampelanlage regelt seit dem 5. September 1997 den Verkehr an der Einmündung der Bundesstraße 253/Industriestraße II (Viessmannstraße). Die Lichtzeichenanlage an der alten Industriestraße I verschwand umgehend. Noch nicht fertig war zu diesem Zeitpunkt der kombinierte Rad-/Gehweg entlang der neuen Trasse. Für den Bau wartete man auf das Material der abzubrechenden Industriestraße I.

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