Unternehmer beziehen Stellung vor Bürgerentscheid

Fusion von Allendorf und Bromskirchen: Ante, Hoppe und Viessmann sind dafür

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Mit einem Bürgerentscheid am 14. März entscheiden die Bürger von Allendorf-Eder und Bromskirchen, ob sich ihre beiden Gemeinden zum 1. Januar 2023 zusammenschließen sollen. Drei heimische Unternehmer-Persönlichkeiten sprechen sich bereits öffentlich für die Fusion aus.

Allendorf/Bromskirchen – Die Chefs der drei größten Unternehmen in Allendorf-Eder und Bromskirchen – Jürgen Ante (Ante-Holz, Somplar), Wolf Hoppe (Hoppe, Bromskirchen) und Maximilian Viessmann (Viessmann-Werke, Allendorf) werben dafür, bei dem Bürgerentscheid am 14. März mit Ja zu stimmen. Ihre Stellungnahmen haben die beiden Gemeinden als Pressemitteilung veröffentlicht:

Das sagt Jürgen Ante

„Am Standort Bromskirchen-Somplar beschäftigt die Firma Ante momentan 550 Mitarbeiter. Vor wenigen Jahren waren es etwas weniger als 400 Mitarbeiter. Insgesamt beschäftigt Ante über 1000 Mitarbeiter, davon 26 Auszubildende am Firmensitz in Somplar. Der Standort ist uns sehr wichtig. Daher stehen wir der geplanten Fusion der Gemeinden Bromskirchen und Allendorf durchweg positiv gegenüber.

Wir als Unternehmen sehen die wirtschaftlichen Vorteile, die bessere Ausstattung der Kommune und eine zukunftsorientierte Ausrichtung der Großgemeinde als Gewinn für alle Bürger und hoffen auf ein positives Votum beim Bürgerentscheid am 14. März. Aus unserer Sicht haben die beiden Gemeinden mit den Bürgermeistern Claus Junghenn und Ottmar Vöpel an der Spitze bislang gute Vorarbeit geleistet, Bürger wie auch die lokalen Unternehmen gut eingebunden und die Vorgehensweise transparent dargestellt. Weiter stehen wir auch weiteren interkommunalen Zusammenarbeit sehr aufgeschlossen gegenüber. Altes Kirchturmdenken hat in einer modernen Gesellschaft keinen Platz.

Jürgen Ante: Chef von Ante-Holz in Somplar.

Aus unternehmerischer Sicht wünschen wir uns, dass wir auch nach der Fusion weiterhin so gut und vertrauensvoll zusammenarbeiten wie bisher und sehen darin eine Möglichkeit, Kontakte mit anderen ortsansässigen Unternehmen auszubauen. Eine leistungsfähige Kommune ist auch für uns sehr wichtig.“

Das sagt Wolf Hoppe

„Hoppe ist seit 1956 in Bromskirchen. Als Unternehmen haben wir von Anfang an eine besonders enge Bindung an den Standort gehabt. Und dadurch, dass mein Onkel, Herbert Hoppe, seine neue Heimat hier fand, als er die Tochter des damaligen Bürgermeisters Karl Althaus heiratete, war die Beziehung immer auch eine persönliche. Und mein Vater, mein Onkel und ich sind Ehrenbürger der Gemeinde. Auch das drückt die starke Verbundenheit aus, die gegenseitig empfunden wurde und wird. Bromskirchen wird insofern immer mehr als „irgendein“ Standort für uns sein.

Wolf Hoppe: Geschäftsführer von Hoppe in Bromskirchen.

Zur geplanten Fusion: Grundsätzlich ist es ein Problem für zu kleine Einheiten, zu „überleben“. Es ist sehr viel Aufwand für eine kleine Gemeinde, alle Dienstleistungen für die Bürger selbst vorzuhalten. Und diesen Aufwand bezahlen die Bürger und natürlich auch die ortsansässigen Gewerbebetriebe über ihre Abgaben. Letztlich ist es dann irgendwann eine Frage, ob die Gemeinde für den gleichen Aufwand weniger Leistungen zur Verfügung stellt oder aber die Abgaben erhöht, um doch unverändert leistungsfähig zu bleiben. Eine größere Einheit könnte im Idealfall sogar niedrigere Abgaben und/oder mehr Leistungen ermöglichen. In der konkreten Situation gibt es eine Landesförderung im Fall der Fusion, was letztlich auch jedem einzelnen zugutekommt.

Und schließlich: Eine größere Gemeinde hat in der politischen Landschaft sicher auch mehr Schlagkraft als zwei kleine. Auch wir im Unternehmen sehen, wie nützlich Synergie-Effekte sind: Die Hoppe-Gruppe ist mit ihren 23 Standorten auf drei Kontinenten durch zentrale Führung schlagkräftiger und erfolgreicher im Markt als das die einzelnen nationalen Gesellschaften oder gar Werke alleine wären.

Eine größere Gemeinde hat in der politischen Landschaft sicher auch mehr Schlagkraft als zwei kleine. 

Wolf Hoppe

Die einzelnen Ortsteile von Allendorf und Bromskirchen sind unverändert wichtig. Das zeigt sich schon rein äußerlich darin, dass ihre Namen weiter auf den Ortsschildern auftauchen. Und für uns als Industrie-Unternehmen ist es von großer Bedeutung und sehr positiv, dass die Feuerwehr weiterhin am Standort bleibt.

Erfreulicherweise wird das keine „Zwangsheirat“. Das wäre sonst nämlich eine wesentlich weniger komfortable Situation für alle als bei der jetzt geplanten, lange überlegten Fusion. Also können die Beteiligten selbst gestalten – und mein Eindruck ist, dass die Vertreter beider Gemeinden das sehr verantwortungsvoll tun. Die jahrelange Zusammenarbeit als Verwaltungsgemeinschaft hat ja bereits bewiesen, dass es passt. Ich gehe davon aus, dass diese Fusion ein wichtiger Schritt sein wird, um Bromskirchen und Allendorf gemeinsam effizienter für die Bürger und Unternehmen und damit zukunftsfähig zu machen – und das hoffentlich, ohne die Bürgernähe zu verringern.“

Das sagt Maximilian Viessmann

„Der Gemeindezusammenschluss von Allendorf und Bromskirchen eröffnet viele, viele neue Chancen. Größere Gemeinden sind einfach wirtschaftlicher, aber vor allem zukunftssicher. Gemeinsam geht’s noch besser, ganz im Sinne der Cokreation, die wir auch bei Viessmann jeden Tag leben.

Maximilian Viessmann: Juniorchef bei Viessmann in Allendorf.

Ich betrachte den Zusammenschluss als richtungsweisende Entscheidung für beide Orte und freue mich, dass wir alle zusammen die Stärken einer Gemeinde zukünftig nutzen können. Die gestärkte wirtschaftliche Basis ist die ideale Voraussetzung, um die Herausforderungen unserer Zeit noch besser angehen zu können. Nämlich die Digitalisierung und den Klimaschutz aktiv zu gestalten.“

So viele Stimmen sind nötig

Wirksam wird der Bürgerentscheid, wenn die Mehrheit der abgegebenen Stimmen sowohl in Allendorf als auch in Bromskirchen auf die Antwort Ja entfällt. Dabei muss die Mehrheit an Ja-Stimmen mehr als 25 Prozent der Wahlberechtigten betragen – getrennt nach jeder Gemeinde. Das bedeutet, dass in Allendorf mindestens 1075 Ja-Stimmen und in Bromskirchen mindestens 390 Ja-Stimmen vorliegen müssen. „Daher ist die Teilnahme am Bürgerentscheid besonders wichtig“, sagen die Bürgermeister Junghenn und Vöpel. 

Mehr Infos auf allendorf-bromskirchen.de

Der Musterstimmzettel für den Bürgerentscheid über den Zusammenschluss der Gemeinden Allendorf/Eder und Bromskirchen.

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