Kläranlage

Klärschlamm wird im Oberen Edertal zum Problem

+
Die Kläranlage Haine erhält eine Klärschlammpresse: Eingeschalt sieht man rechts den Klärschlammspeicher mit 9 Metern im Durchmesser und 4,50 Meter Höhe. Vorn von links: Dirk Koch vom Büro Oppermann sowie die Bürgerme ister Lothar Koch (Burgwald) und Claus Junghenn (Allendorf). Im Hintergrund: Mitarbeiter der Baufirma Herzog, des Planungsbüros Oppermann sowie die beiden Klärwärter. 

Für 2,3 Millionen Euro erhält die Kläranlage in Haine eine Klärschlamm-Presse. Die Arbeiten sind angelaufen. 

Allendorf-Eder –Klärschlamm, der bei der Reinigung der Abwässer zwangsläufig entsteht, wird zunehmend zum Problem. „Wir wissen nicht mehr, wo wir den Klärschlamm lassen sollen“, sagte Dieter Egenolf, Leiter der Kläranlage Haine, der HNA. Seit der jüngsten Novelle der Düngemittelverordnung dürfe Klärschlamm nur noch auf etwa 50 Prozent der früheren landwirtschaftlichen Flächen aufgebracht werden. Wegen des Phosphor- und Phosphatanteils war Klärschlamm bei Landwirten als Dünger durchaus beliebt. „Das geht jetzt nur noch an Standorten, wo Gerste war und künftig Raps angebaut wird“, sagt Dieter Egenolf.

In der Kläranlage Haine fallen pro Jahr etwa 8500 bis 9000 Kubikmeter Klärschlamm an. Das ist eine gewaltige Menge. Wohin damit?

Eine Lösung sieht der Abwasserverband Oberes Edertal, dem die Stadt Battenberg sowie die Gemeinden Allendorf und Burgwald angehören, im Bau einer Klärschlamm-Presse. Unweit der Bundesstraße 253 wird seit August mit riesigen Erdbewegungen gebaut. Zum einen entsteht ein Zentralspeicher mit 9 Metern Durchmesser und einer Höhe von 4,50 Metern. Daneben wird eine 17 mal 10 Meter große Maschinenhalle mit Schlammentwässerung, Mess- und Regeltechnik sowie einem Lagerraum gebaut. Das Ingenieurbüro Oppermann aus Vellmar rechnet mit Kosten von 2,3 Millionen Euro. In knapp einem Jahr soll die Anlage einsatzfähig sein.

Da die Verordnung zur Nutzung von Klärschlamm immer weiter verschärft worden sei, habe man keine andere Wahl, als eine solche Klärschlamm-Presse zu bauen, sagte Bürgermeister Claus Junghenn. Bisher sei mehrmals im Jahr „mobil“ gepresst worden. Die Lagerkapazität sei begrenzt. Die Presse diene dazu, den Wasseranteil des Schlamms möglichst gering zu halten. Der übrige „Schlammkuchen“ könne zum Teil landwirtschaftlich verwendet, verbrannt oder aber auch zur Herstellung von Zement verwendet werden. Zu den Kosten gibt es laut Junghenn keine Zuschüsse. Die Refinanzierung solle über die Abwassergebühren erfolgen. „Das werden die angeschlossenen Gebührenzahler aber kaum merken“, ist Junghenn überzeugt.

Der Abwasserverband „Oberes Edertal“, bestehend aus den Kommunen Allendorf-Eder, Battenberg und Burgwald, leistet einen Beitrag zum Umwelt- und Gewässerschutz. Die zentrale Kläranlage Haine ist für 13 000 Einwohner ausgelegt. Sie reinigt die Abwässer der gesamten Stadt Battenberg und der kompletten Gemeinde Allendorf-Eder. Zusätzlich sind noch Burgwald und Birkenbringhausen angeschlossen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.