Diskussion noch um die Postleitzahl

Kreis unterstützt Fusion von Allendorf und Bromskirchen mit 40.000 Euro

Zuschuss für die Gemeindefusion: Eine Zusage über 40 000 Euro vom Landkreis hat Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese (rechts) im Allendorfer Rathaus an die Bürgermeister Claus Junghenn (links) und Ottmar Vöpel übergeben.
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Zuschuss für die Gemeindefusion: Eine Zusage über 40.000 Euro vom Landkreis hat Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese (rechts) im Allendorfer Rathaus an die Bürgermeister Claus Junghenn (links) und Ottmar Vöpel übergeben.

Als „richtungsweisend“ hat der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese das Zusammenwachsen der beiden Gemeinden Allendorf und Bromskirchen bezeichnet, als er jetzt in Allendorf einen Förderbescheid des Landkreises für den Zusammenschluss übergab.

Allendorf/Bromskirchen - Parallel zur Kommunalwahl im März hatten die Einwohner der beiden Gemeinden über eine Fusion abgestimmt. Fast drei Viertel der Wähler stimmten mit Ja. Inzwischen liegt ein Grenzänderungsvertrag vor. Zum 1. Januar 2023 werden Bromskirchen, Dachsloch, Neuludwigsdorf, Seibelsbach und Somplar neue Ortsteile der Gemeinde Allendorf/Eder.

Junghenn: Ein Kraftakt

Zwar arbeiten Allendorf und Bromskirchen bereits seit 2014 in einer Verwaltungsgemeinschaft zusammen; dennoch bleibt bis zur tatsächlichen Fusion in gut einem Jahr noch viel Arbeit. „Verwaltungsmäßig ist das schon ein Kraftakt“, sagt Allendorfs Bürgermeister Claus Junghenn. Beispielsweise müssten die Haushalte der beiden Gemeinden zusammengeführt und die jeweiligen Satzungen angepasst werden. Die digitale Umstellung beim Gebietsrechenzentrum ekom21 verschlinge viel Geld.

Insgesamt hatte die Gemeinde Allendorf eine Summe von 193.000 Euro für die Umsetzung der Fusion in Ansatz gebracht. Aus Mitteln der Strukturförderung beteiligt sich der Landkreis Waldeck-Frankenberg mit 40.000 Euro an diesen Kosten. „Damit wollen wir auch für andere Kommunen Anreize geben, sich auf den Weg zu machen“, sagte Karl-Friedrich Frese bei der Übergabe des Förderbescheides am Mittwochabend in der Allendorfer Gemeindeverwaltung.

Das Geld solle unter anderem für die Umstellung der elektronischen Datenverarbeitung und die Erstellung einer neuen Homepage verwendet werden, erklärten die Bürgermeister Claus Junghenn und Ottmar Vöpel.

Neue Postleitzahl für Bromskirchen?

Ziemlich klar ist nach den Worten des Allendorfer Bürgermeisters, dass die künftige Großgemeinde Allendorf/Eder die Postleitzahl 35108 haben wird – für Allendorf bleibt damit alles beim Alten. Die bisherige Bromskircher Postleitzahl 59969 wird ab Januar 2023 dann wohl nicht mehr gelten. Eine Sonderregelung gibt es möglicherweise für den Bromskircher Ortsteil Seibelsbach.

„Die Post hat sich relativ klar für eine gemeinsame Postleitzahl 35108 positioniert“, sagte Junghenn. „Wir werden zur Frage der Postleitzahl aber keine Volksbefragung machen.“

Probleme im Rettungsdienst

Karl-Friedrich Frese, früher selbst Bürgermeister in Bromskirchen, wies darauf hin, dass die bisherige Bromskircher Postleitzahl 59969 auf Nordrhein-Westfalen hindeute. Dadurch habe es im Rettungsdienst schon mehrfach Probleme gegeben, was im Ernstfall – beispielsweise bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall – lebenswichtige Minuten kosten könne. „Das ist sicher eine Umstellung“, sagte Bürgermeister Ottmar Vöpel dazu. „Aber die währt nur kurz.“

Von Thomas Hoffmeister

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