Eingemeindung am 1. Januar 2023

Schritt zur Fusion: Allendorf und Bromskirchen unterzeichnen Grenzänderungsvertrag

Die Bürgermeister Ottmar Vöpel (links, Bromskirchen) und Claus Junghenn (Allendorf) haben den Grenzänderungsvertrag für die Gemeindefusion unterzeichnet.
+
Die Bürgermeister Ottmar Vöpel (links, Bromskirchen) und Claus Junghenn (Allendorf) haben den Grenzänderungsvertrag für die Gemeindefusion unterzeichnet.

Bromskirchen und Allendorf/Eder haben den nächsten Schritt auf dem Weg zur Gemeindefusion gemacht: Die beiden Bürgermeister haben den Grenzänderungsvertrag unterzeichnet. Darin wird die Eingliederung Bromskirchens in die Gemeinde Allendorf zum 1. Januar 2023 geregelt. 

Allendorf/Eder – „Das ist ein historischer Tag für Allendorf und Bromskirchen“, sagte Allendorfs Bürgermeister Claus Junghenn, ehe er am Montagabend (15.11.2021) mit seinem Kollegen Ottmar Vöpel und den Ersten Beigeordneten Kurt Kramer und Andreas Lang den Grenzänderungsvertrag zwischen den beiden Gemeinden unterzeichnete. Dies sei, so Junghenn, „ein weiterer wichtiger Schritt“ zur Fusion von Allendorf und Bromskirchen, „ein Schritt in die richtige Richtung“.

Der Zusammenschluss ist in Waldeck-Frankenberg der erste dieser Art seit der Gebietsreform vor 50 Jahren. Es wird nicht die letzte Gemeindefusion sein, ist sich der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese sicher: „Ich halte diese Fusion für richtungsweisend. Das wird den einen oder anderen ermutigen, diesen Schritt ebenfalls zu gehen“, sagte Frese, der den Zusammenschluss von Allendorf und Bromskirchen als Bürgermeister von Bromskirchen selbst jahrelang mit vorbereitet hatte.

„Ich halte diese Fusion für richtungsweisend. Das wird den einen oder anderen ermutigen, diesen Schritt ebenfalls zu gehen.“

Karl-Friedrich Frese, Erster Kreisbeigeordneter

„Dieser Weg ist für viele Kommunen vorgezeichnet – auch in Waldeck-Frankenberg“, sagte Frese. „Die Gemeinden haben immer speziellere Aufgaben zu erfüllen, dafür braucht man Fachpersonal. Das kann sich eine Gemeinde allein gar nicht leisten.“ Das sei auch in Bromskirchen der Grund für den Zusammenschluss mit Allendorf, sagte Bürgermeister Ottmar Vöpel: „Verwaltung wird immer komplexer. Man muss die Kräfte bündeln. Eine kleine Gemeinde wie Bromskirchen kann das weder personell noch finanziell leisten. Mit Allendorf sind wir für die Zukunft gut aufgestellt.“

40.000 Euro vom Landkreis

Mit rund 7500 Einwohnern wird Allendorf ab dem 1. Januar 2023 nach Korbach, Frankenberg, Bad Wildungen und Bad Arolsen die fünftgrößte der 22 Kommunen im Landkreis sein. Der Landkreis fördert den Zusammenschluss von Allendorf und Bromskirchen aktuell mit 40.000 Euro.

Claus Junghenn erinnerte daran, wie die engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Nachbargemeinden vor etwa 15 Jahren begonnen hatte. „Wir haben die Verbindungen immer enger geknüpft. Schon bei der Gründung der Verwaltungsgemeinschaft 2015 hatten wir eine Fusion im Hinterkopf.“

Historischer Moment: In Allendorf wurde am Montagabend der Grenzänderungsvertrag zwischen den Gemeinden Allendorf/Eder und Bromskirchen unterschrieben, (vorne von links) aus Bromskirchen Parlamentschef Willi Reder, Erster Beigeordneter Andreas Lang und Bürgermeister Ottmar Vöpel sowie aus Allendorf Bürgermeister Claus Junghenn, Erster Beigeordneter Kurt Kramer und Parlamentschef Norbert Bötzel; dahinter (von links) als Vertreter der Gemeindegremien Christopher Ostrowski, Carsten Schäfer, Christian Schäfer und Michaela Ackermann sowie Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese und Büroleiter Stefan Noll.

Zunächst sei eine Fusion auf Augenhöhe angestrebt worden, erinnerte Junghenn. „Es wäre aber schwierig gewesen, dafür in Allendorf in der Politik und der Bevölkerung eine Mehrheit zu finden.“ Er sei den Bromskirchen deshalb dankbar, dass man sich auf die Eingliederung von Bromskirchen in die Gemeinde Allendorf geeinigt habe, „um das große Ziel nicht aus den Augen zu verlieren“. Beim Bürgerentscheid am 14. März in diesem Jahr hatten sich in beiden Gemeinden mehr als 70 Prozent der Wähler für den Zusammenschluss ausgesprochen.

„Das ist die optimale Entscheidung für beide Gemeinden und für die Bürger in Bromskirchen und in Allendorf“, so Junghenn. Beide Bürgermeister betonten die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten.

Der Grenzänderungsvertrag regelt unter anderem die Rechtsnachfolge und die Wahlen eines neuen Bürgermeisters und einer neuen Gemeindevertretung. Er war am 28. Oktober einstimmig von beiden Gemeindevertretungen beschlossen worden. Dies haben die Bürgermeister und Ersten Beigeordneten mit ihren Unterschriften am Montag besiegelt. Der Vertrag geht nun zur Prüfung ins Regierungspräsidium in Kassel. Korrekturen werden von dort aber nicht erwartet, da die Behörde bereits an der Erstellung des Vertrages beteiligt war.

Junghenn: „Noch viel zu tun“

„Mit den Unterschriften ist es aber nicht getan, wir haben bis zum 1. Januar 2023 noch viel zu tun“, sagte Claus Junghenn und dankte vor allem seinem Büroleiter Stefan Noll, der bereits viel Arbeit in die Vorbereitung des Gemeindezusammenschlusses gesteckt habe. Es gehe jetzt um die Details wie etwa die Änderung von Satzungen und die künftige Arbeit der Feuerwehren.

„Ich freue mich, dass dieser lange Weg irgendwann abgeschlossen ist und wir sagen können: Es hat viel Zeit und Arbeit gekostet, aber das war es wert“, sagte Junghenn.

Für den Sommer kündigte er eine größere öffentliche Veranstaltung an, um „diese historische Entscheidung“ gemeinsam mit den Bürgern zu feiern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.