Neue Arztpraxis in Allendorf: Termine gibt es auch per Facebook

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Eröffnen in Allendorf-Eder eine Gemeinschaftspraxis: Die Hausärzte Stephan Eisfeld (links) und Dr. Jochen Keute (rechts), hier mit dem Allendorfer Bürgermeister Claus Junghenn.

Der Internist Stephan Eisfeld (Frankenberg, 48) und der Allgemeinmediziner Dr. Jochen Keute (50) eröffnen neben dem Allendorfer Bürgerhaus eine Gemeinschaftspraxis.

Allendorf-Eder. Ein wesentlicher Schritt zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung ist in der Industriegemeinde Allendorf gelungen: Am Montag eröffnen der Internist Stephan Eisfeld (Frankenberg, 48) und der Allgemeinmediziner Dr. Jochen Keute (50) neben dem Bürgerhaus eine Gemeinschaftspraxis.

Es habe seit Jahrzehnten Bemühungen gegeben, einen weiteren Arzt in Allendorf anzusiedeln, sagte Bürgermeister Claus Junghenn. „Nur ein praktizierender Arzt kann unmöglich den Behandlungsbedarf einer Gemeinde mit 5700 Einwohnern abdecken.“

Über ihre bestehenden Praxen in Frankenberg und Löhlbach hinaus haben Eisfeld und Keute die Gemeinschaftspraxis „MediNomus“ gegründet. „Bürgermeister Junghenn war dabei Geburtshelfer“, sagte Keute. Nach einer Neuberechnung der Kassenärztlichen Vereinigung sei das obere Edertal „hausärztlich deutlich unterversorgt“. Es fehlten rechnerisch 3,5 Arztstellen.

Kaum Wartezeiten 

Für ihre Praxisarbeit haben die Hausärzte ganz pfiffige Ideen: „Wir haben unsere bestehenden Praxen schon umgestellt auf Terminsprechstunden“, sagt Eisfeld. Der Patient kommt nicht mehr unangemeldet und setzt sich ins Wartezimmer, sondern macht zuvor telefonisch, per E-Mail oder Facebook einen Termin aus. „Das klappt gut, die Wartezeiten sind fast ganz weg.“

„Wenn wir wissen, wann Sie kommen, dann sollen Sie auch pünktlich drankommen“, fügt Keute hinzu. Bisher habe es Datenschutz-Probleme gegeben. Doch über ein neues Programm soll es für bestehende Patienten auch einfacher werden, „Wiederholungsrezepte“ zu erhalten. Ältere Menschen können aber weiterhin anrufen oder persönlich vorbeikommen.

Die Gemeinde Allendorf hat laut Bürgermeister Junghenn rund 24 000 Euro in die Renovierung der Räume in der Gartenstraße 2 investiert. Die Ärzte haben weitere rund 60.000 Euro in die Einrichtung und die EDV-Ausstattung gesteckt. Ein wichtiges Kriterium für Eisfeld und Keute war es, dass die neue Praxis barrierefrei und damit auch für Rollstuhlfahrer erreichbar ist.

Eisfeld und Keute werden ihre Praxen in Frankenberg und Löhlbach behalten. Das elektronische Herz der Praxis wird allerdings in Allendorf-Eder schlagen. Keute: „Wir können künftig von jedem Standort aus auf die Patientenakte zugreifen.“

Für die Praxis in Allendorf wurden zwei Frauen (1,5 Stellen) eingestellt. „Wenn es gut läuft, können wir noch eine Assistenzärztin einstellen“, blickt Keute in die Zukunft.

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