Power-to-Gas: Viessmann kooperiert mit Audi

Los geht’s: Ministerpräsident Volker Bouffier (links) und Firmenchef Prof. Dr. Martin Viessmann drückten zwei symbolische Startknöpfe für die offizielle Einweihung der Power-to-Gas-Anlage in Allendorf, die bereits seit einem Jahr läuft. Foto:  Paulus

Allendorf/Eder. Das Heiztechnik-Unternehmen Viessmann in Allendorf hat seine Power-to-Gas-Anlage eingeweiht. Mit dem erzeugten Gas werden unter anderem Fahrzeuge von Audi betrieben.

Wie kann man Energie sinnvoll speichern? Dies, so Volker Bouffier, sei eine der Kernfragen in der Energiewende. „Und Power to Gas ist eine der großen Antworten“, sagte Hessens Ministerpräsident in Allendorf, als die Firma Viessmann die weltweit erste mikrobiologische Power-to-Gas-Anlage einweihte.

Es gehe in der Energiewende grundsätzlich darum, Energieeffizienz zu steigern und fossile Energieträger durch erneuerbare zu ersetzen, sagte Firmenchef Prof. Dr. Martin Viessmann vor geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft. Die Energiewende sei aber lange eine Stromwende in den Bereichen Wind und Solar gewesen. „Strom und Wärme müssen zusammenwachsen“, forderte Viessmann. Eine Option sei die Power-to-Gas-Technologie. Einfach gesagt: Aus überschüssigem Wind- und Solarstrom wird Methangas hergestellt, das ins Gasnetz eingespeist wird, wo es eben länger - über Monate - gespeichert werden kann.

Überschuss-Energie, die nicht verbraucht werden könne und von der es „jede Menge“ gebe, sei „ein Problem, das wir so nicht laufen lassen können“, sagte Andreas Kuhlmann, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (dena). „Wir müssen Wegwerfstrom teuer bezahlen.“ Power-to-Gas könne helfen, Sektoren wie Strom, Wärme und Mobilität zu koppeln.

Viessmann tut das und kooperiert bei Power-to-Gas mit dem Autobauer Audi: Die Allendorfer vermarkten das biologisch hergestellte Gas als Treibstoff für Fahrzeuge wie den neuen Audi g-Tron, der bald auf den Markt kommen soll, wie Rainer Mangold, Leiter Nachhaltige Produktentwicklung von Audi, am Montag in Allendorf sagte.

„Mit Power-to-Gas haben wir den nächsten Meilenstein gesetzt“, sagte Prof. Viessmann. Er appellierte an die Politik, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich diese Technologie auf dem Markt behaupten könne. Dabei gehe es auch um eine Befreiung von der Abgabe für Ökostrom (EEG-Umlage). Neben Ministerpräsident Bouffier waren auch Vertreter des Bundeswirtschafts- und des Bundesumweltministeriums nach Allendorf gekommen. „Ihre Anwesenheit zeigt sehr eindrücklich, welche Bedeutung Ihre Ministerien Power-to-Gas als Beitrag zum Erfolg der Energiewende beimessen“, stellte Viessmann fest.

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