Gemeindeparlament Allendorf

Resolution: Busse sollen bis in die Ortsmitte von Osterfeld fahren

Der Schulbus aus Frankenberg hält am Abzweig Osterfeld an der B 236, fährt aber um 14 Uhr nicht in den Ort. ARCHIV
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Der Schulbus aus Frankenberg hält am Abzweig Osterfeld an der B 236, fährt aber um 14 Uhr nicht in den Ort.

Die Allendorfer Gemeindevertretung hat einstimmig eine Resolution an den Nordhessischen Verkehrsverbund verabschiedet. Gefordert wird eine bessere Bus-Anbindung des Ortsteiles Osterfeld.

Osterfeld - Die Busse der Linie 540 sollen nicht mehr an der Bundesstraße 236 halten, sondern bis in die Ortsmitte von Osterfeld fahren. Die beiden Haltestellen links und rechts der Bundesstraße sollen nicht für 60.000 oder gar 100.000 Euro barrierefrei ausgebaut, sondern zugunsten der Haltestelle im Ortskern aufgegeben werden.

Das ist der Inhalt einer Resolution, die die Allendorfer Gemeindevertretung einstimmig verabschiedet hat. Adressat ist der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV). Mehrere Bewohner des Ortsteils Osterfeld verfolgten die Debatte und Abstimmung im Gemeindeparlament live.

Familienvater Markus Schelberg hatte das Problem im November 2020 öffentlich gemacht und sich an die HNA gewandt: Weil der Schulbus um 14 Uhr nur an der Bundesstraße hält, müssen seine schulpflichtigen Kinder von dort etwa 1,3 Kilometer bis ins Dorf laufen. Über die Kreisstraße 122, die keinen Gehweg hat. Das sei sehr gefährlich für die Schüler und alle anderen Fußgänger, hatte Schelberg argumentiert.

290 Unterschriften gesammelt

Weil sich zwischenzeitlich nichts geändert hatte – der NVV lehnt eine Änderung des Fahrplanes unter anderem mit der Begründung ab, die Arbeitszeiten der Busfahrer ließen das nicht zu –, befasste sich der Ortsbeirat in diesem Sommer mit dem Thema. Ortsvorsteher Joachim Born überreichte am 1. September eine Liste mit 290 Unterschriften an Bürgermeister Claus Junghenn. Alle, die unterschrieben hatten, forderten, dass alle Busse bis in die Ortsmitte von Osterfeld fahren (HNA berichtete). Das Dorf Osterfeld hat nur 180 Einwohner. Weitere Menschen aus der Nachbarschaft hatten sich solidarisiert.

„Nach meiner Erinnerung hat es noch nie eine Unterschriftenaktion in Osterfeld gebeben“, sagte Joachim Born im Gemeindeparlament. „So nicht! Da sind sich alle einig“, sagte Svetlana Clemens (BLO) über den Nordhessischen Verkehrsverbund und forderte diesen auf, im Interesse der Schulkinder einzulenken. Als Alternative sei ein Anruf-Sammeltaxi ins Spiel gebracht worden, das aber einen Umweg über Münchhausen fahren würde.

Barrierefreier Ausbau an dieser Stelle unnötig

„Die Bushaltestellen an der B 236 sollen noch aufgebessert werden. An einer Stelle, wo kein Rollstuhlfahrer die Bundesstraße überqueren kann“, empörte sich Erster Beigeordneter Kurt Kramer (CDU) und machte deutlich: „Mit dem, was dort passieren soll, sind wir nicht einverstanden.“

„Agieren statt reagieren“, forderte Christopher Ostrowski. Die SPD befürworte ganz klar den Wunsch der Bürger. „Osterfeld darf nicht vom Fahrplan ignoriert werden“, appellierte Ostrowski.

Bedarf wird noch wachsen

Die Zustimmung der CDU sicherte Michaela Ackermann zu: „Viele junge Familien haben in Osterfeld gebaut. Der Bedarf wird deshalb in den kommenden Jahren noch wachsen.“ von Thomas Hoffmeister

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