Zwischen Bromskirchen und Allendorf-Eder

Ruhe lockt ins Walddorf Osterfeld

Osterfeld. In einer Serie stellt die Frankenberger HNA die jeweils kleinsten Ortsteile vor. Diesmal: Osterfeld, den kleinsten Ortsteil der Gemeinde Allendorf-Eder.

Unerwarteter Baulärm empfängt den Besucher am Ortseingang. Eine Rüttelplatte dröhnt. Im Eichborn wird ein Haus gebaut. „Wir befestigen Schotter für die Bodenplatte“, sagt Klaus Kirchhainer, der sich zusammen mit Anne Junghenn das 170-Seelen-Walddörfchen Osterfeld als künftiges Zuhause ausgesucht hat.

Beim Heu machen treffen wir Marion Stenger. „Wir lieben die Ruhe hier“, sagt Stenger, die zusammen mit ihrem Lebensgefährten Frank-Peter Bieber im Jahr 2007 das alte Forsthaus gekauft hat. Beide sind „echte Landeier“. Frank-Peter Bieber ist Akustik- und Trockenbauer. „Osterfeld ist unser Refugium“, sagt er.

Idyllisch und ziemlich versteckt liegt Osterfeld zwischen Bromskirchen und Allendorf-Eder. Als „letzte geschlossene Siedlung Hessens“ wurde Osterfeld erst 1952 an das Stromnetz angeschlossen.

Heute führt der beliebte Linspher-Radweg an Osterfeld vorbei. Menschen sieht man am Radweg eher selten – schon eher die zottelig-schönen Galloway-Rinder von Christian Huhn, die entlang der Linspher friedlich grasen.

„Man hat uns lange für eine Sekte gehalten“, lacht Joachim Strauch von der Tagungs- und Bildungsstätte „Lebenshaus“. Wer Stille und Meditation sucht, ist im Lebenshaus mit seinen zwölf Gästebetten richtig. Beinahe wäre sogar der frühere Bundespräsident Johannes Rau mal nach Osterfeld gekommen, erzählt Strauch. „Bruder Johannes“ hat dem Lebenshaus eine Bibel gestiftet. Ruhe gibt es in Osterfeld reichlich. „Aber das Internet ist eine Katastrophe“, sagt Strauch.

Osterfeld: Idyllisches Walddorf zwischen Bromskirchen und Allendorf-Eder

„Als die Straße erneuert wurde, haben sich hier viele Sattelzüge festgefahren“, erzählt Ortsvorsteher Joachim Born. Durchgangsverkehr gibt es in Osterfeld nicht. „Mobil muss man schon sein“, sagt Born. Zum Einkaufen fahren die meisten nach Battenfeld. Er sei „nur zugezogen“, berichtet der Battenfelder Born. „Aber wenn du hier keine Fahrräder beim Nachbarn klaust, wirst du hier sogar irgendwann Ortsvorsteher.“

Ein noch offenen Projekt ist der Bestattungswald. Es fehlen noch Genehmigungen der Naturschutzbehörden. „Ich wünsche mir, dass Familien mit Kindern unser Baugebiet voll machen“, sagt Joachim Born.

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