Erika Dahmer vom SV Rennertehausen : „Wir sind voll im Soll“

Tischtennis: Interview über Hessenliga und Jugendarbeit

Ist mit dem Abschneiden des SV Rennertehausen zufrieden: Abteilungsleiterin Erika Dahmer. Archivfoto: Kaliske/nh

Rennertehausen. Die Tischtennis-Aufsteigerinnen des SV Rennertehausen spielten eine gute Hinrunde in der Hessenliga. Darüber sprachen wir Abteilungsleiterin Erika Dahmer.

Was sagen Sie zum bisherigen Abschneiden des Hessenligateams nach der Hinrunde? 

Erika Dahmer: Man konnte im Vorfeld sicher nicht damit rechnen, dass man sieben Punkte auf dem Konto hat. Die Mannschaft ist mit vielen Unbekannten in die Saison gestartet. Die Gegner waren zum größten Teil unbekannt. Wenn man dann sieht, dass die Mädels durch ihre private und berufliche Situation nur wenig trainieren konnten, sind sie voll im Soll und hoch zufrieden. Wir haben eine ausgeglichene Mannschaft, das könnte am Ende unser Vorteil sein. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie in der Klasse bestehen kann.

Was ist in der Rückrunde noch möglich? 

Dahmer: Es ist schade, dass wir trotz guter Leistungen noch auf den Abstiegs-Relegationsplatz abgerutscht sind. Allerdings ist der Abstand nicht groß, so dass alle Chancen bleiben. Wenn das Team an die Leistung der Hinserie anknüpfen kann, ist der Klassenerhalt möglich.

Falls dieser nicht gelingen sollte, was würde ein Abstieg für den Verein bedeuten? 

Dahmer: Ich gehe davon aus, dass die Mannschaft enttäuscht wäre, allerdings wäre es für den Verein kein Problem. Der Zusammenhalt im Verein und zwischen den Mannschaften ist so oder so vorhanden. Das hat nichts mit der Ligazugehörigkeit zu tun. Was die Spielerinnen im Einzelnen betrifft, dazu kann ich nichts sagen. Aber wie ich die Stimmung innerhalb der Mannschaft erlebe, kann ich mir vorstellen, dass sie auch in der Verbandsliga so zusammenbleiben würden.

Hatte der Aufstieg und die damit erhöhte Medienpräsenz Vorteile? 

Dahmer: Wir sind von der Gemeinde Allendorf und auch von der Firma Viessmann unterstützt worden. Wir haben neue Platten und Trikots angeschafft, die allerdings allen Mannschaften zur Verfügung stehen. Des Weiteren haben wir heimische Firmen, die uns mit Werbung auf Absperrbanden unterstützen.

Hat sich der Aufstieg auf die Nachwuchsarbeit ausgewirkt?

Dahmer: Leider nein. Wir haben in Rennertehausen seit zwei Jahren keine Schüler- oder Jugendmannschaften mehr. Es fehlen einfach die Spieler.

Was müsste passieren, damit sich wieder mehr Jugendliche für den Tischtennissport begeistern? 

Dahmer: Das ist eine gute Frage. Es hängt mit Sicherheit nicht mit dem Erfolg einer Mannschaft in unserer Region zusammen. Die Kinder haben heute viele andere Interessen und Möglichkeiten. Hinzu kommen dann noch Dinge wie Nachmittagsunterricht, so dass den Jugendlichen immer weniger Zeit bleibt. Aber dieses Problem gibt es ja nicht nur im Tischtennis. Wir haben in Rennertehausen ja auch noch eine Tennis- und eine Fußball-Sparte, auch dort wird die Nachwuchsarbeit immer schwieriger. Gerade beim Fußball werden die Jugendspielgemeinschaften immer größer.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Abschneiden Ihrer anderen Tischtennis-Mannschaften? 

Dahmer: Über die Damen in der Hessenliga haben wir ja schon gesprochen – damit bin ich sehr zufrieden. Die zweite Mannschaft steht in der Bezirksliga auf dem zweiten Platz. Der berechtigt zur Aufstiegsrelegation, wobei der Aufstieg nicht Pflicht wäre. Die dritte Mannschaft spielt in der Kreisliga eine ordentliche Runde. Die erste Herren- Mannschaft steht in der Kreisliga auf einem guten Mittelfeldplatz und sollte die Klasse problemlos halten. Unsere zweite Herrenmannschaft ist Tabellenführer in der 2. Kreisklasse. Von daher bin ich sehr zufrieden, wie die Saison bisher läuft. Wir stehen mit allen Mannschaften gut da.

Wie sieht denn die Zukunft des SV Rennertehausen in Sachen Tischtennis aus? 

Dahmer: Wir sind nicht vom Erfolg abhängig. Wir werden auch in der nächsten Saison mit drei Damen- und zwei Herrenmannschaften antreten. Wir haben im Moment die Erfolge und es kommen gerade zu den Spielen der Hessenliga viele Zuschauer, das freut uns natürlich. Dass wir im Moment wahrgenommen werden, zeigt sich auch am Erfolg der Damen bei der HNA-Sportlerwahl, die sie ja gewonnen haben.

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