Antrag von CDU und BLO zielt auf unabhängige Versorgung

Trinkwasser soll in Allendorf auf den Prüfstand

Trinkwasser in einem Glas.
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Symbolbild: Trinkwasser in einem Glas.

Alle Fraktionen in der Allendorfer Gemeindevertretung sorgen sich um die Trinkwasserversorgung. Gemeinsam wurde ein Prüfantrag auf den Weg gebracht, der eine autonome Wasserversorgung anstrebt.

Allendorf/Eder - „Ziel unseres Antrages ist es nicht, den Bürgermeister in seiner verbleibenden Amtszeit zur Kündigung aller Fremdwasserbezüge und den gleichzeitigen Bau einer Pipeline zwischen Bromskirchen und Allendorf zu zwingen“, sagte Jürgen Hoffmann (CDU) in der jüngsten Gemeindevertretersitzung zur Begründung des CDU/BLO-Antrages.

Hoffmann zitierte aus der HNA, dass ein stillgelegtes Wasserwerk im Frankfurter Stadtteil Hattersheim reaktiviert und ein Nassholz-Lagerplatz im Forstamt Burgwald nach 35 Jahren aufgegeben wurde, weil man damit pro Jahr 400 000 Liter Wasser einsparen könne. Noch sei die Gemeinde Allendorf ausreichend mit Trinkwasser versorgt. Man müsse aber an die Zukunft denken.

„Wir wollen Zusammenhänge zwischen den meteorologischen Bedingungen, dem Verbraucherverhalten der Bürger und den Versorgungsmöglichkeiten erkennen, um daraus Entscheidungskriterien abzuleiten, die uns Handlungsspielräume eröffnen, bevor wir gezwungen werden zu handeln“, sagte Hoffmann.

SPD sichert Unterstützung zu

„Die Trinkwasserversorgung ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge, dementsprechend ist es sinnvoll, die Wasserversorgung auf den Prüfstand zu stellen“, sagte Christopher Ostrowski und sicherte damit die Unterstützung der SPD-Fraktion zu.

Bestandteil des Prüfauftrages ist es, herauszufinden, ob es Möglichkeiten für Synergien gibt, die künftig eine unabhängige Trinkwasserversorgung der fusionierten Gemeinde Allendorf ermöglichen. Das wurde einstimmig beschlossen.

Passend zum Trinkwasserschutz, haben sich die Allendorfer Politiker auch Gedanken zur Nutzung von Regenwasser gemacht. Der Gemeindevorstand wurde beauftragt, ein Förderprogramm zur Regenwassernutzung zu entwickeln. CDU/BLO hatten dazu einen Antrag eingebracht.

Förderprogramm für Regenwassernutzung

Die letzten drei trockenen Jahre hätten bereits einen Vorgeschmack auf den anrollenden Klimawandel gegeben, sagte Carsten Schäfer, Fraktionsvorsitzender der BLO. Durch eine Regenwassernutzungsanlage könne man im privaten Haushalt bis zu 50 Prozent Frisch- bzw. Trinkwasser einsparen. Der Löwenanteil entfalle dabei auf die Toilettenspülung, die Nutzung der Waschmaschine sowie die Bewässerung von Pflanzen.

Nach einer Beispielrechnung des Umweltbundesamtes amortisiere sich eine Regenwasser-Zisterne erst nach mehr als zehn Jahren. Mit einer zu erwartenden Lebensdauer von 40 Jahren sei eine Regenwasser-Nutzungsanlage jedoch eine Investition in die Zukunft, sagte Schäfer.

Niemand könne heute sagen, wie sich die Trink- und Abwasserpreise entwickeln werden. Ein Förderprogramm für Regenwassernutzungsanlagen könne aber helfen, die knapper werdenden Ressourcen zu schützen.

Aus der Sicht von Christopher Ostrowski, dem Fraktionsvorsitzenden der SPD, stellt ein Förderprogramm zur Regenwassernutzung einen Anreiz für jeden dar, der sich von der Trinkwasserversorgung unabhängiger machen möchte.

Ostrowski erinnerte daran, dass es früher schon einmal ein solches Förderprogramm in Allendorf/Eder gab, das seinerzeit von der SPD initiiert worden war.  

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