Fußgänger starb

Allendorfs Bürgermeister ein Jahr nach tödlichem Unfall: "Jeder kennt die Gefahr"

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Gedenkstein: Dieses Mahnmal an der B 253 erinnert an den tödlich verunglückten Fußgänger. Den Namen haben wir aus Datenschutzgründen unkenntlich gemacht. 

Vielen Menschen im Oberen Edertal hat sich der tragische Unfall vom 15. Dezember 2017 ins Gedächtnis gebrannt - es war nicht der erste schwere Unfall in dem Bereich.

Bei völliger Dunkelheit wollte ein 56-jähriger Mann zwischen Rennertehausen und dem Kreisel Battenfeld die Bundesstraße 253 überqueren. Der Mann wurde von einem Pkw erfasst und starb noch an der Unglücksstelle.

Es war nicht der erste schwere Unfall, der sich am Trampelpfad in Höhe des Gaslagers der Firma Balzer ereignete. Am 9. Dezember 1999 war ein Fußgänger nahezu an gleicher Stelle bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

Warum überqueren Menschen an dieser Stelle die vielbefahrene Bundesstraße, auf der die Autos bis zu 100 Stundenkilometer schnell fahren dürfen? – Das war damals wie heute die Frage. „Den Weg gehen viele aus dem Neubaugebiet in Rennertehausen, weil er kürzer ist als über eine der beiden Brücken“, sagte der Allendorfer Bürgermeister Claus Junghenn schon vor einem Jahr der HNA. Zwischen dem Viessmann-Werk II und dem Gaslager der Firma Balzer führt ein Feldweg direkt zur Allendorfer Bahnhofstraße.

Auf unsere erneute Anfrage hin schrieb Bürgermeister Junghenn: „Nach dem Unfall in den 90er-Jahren hatten wir seitens der Gemeinde im Bereich der Bundesstraßenüberquerung eine Leitplanke gesetzt, was jedoch kaum zielführend war. Diese wurde umgangen, die Überquerung der B 253 fand trotzdem statt. Einige Jahre später wurde die Leitplanke als Gefährdungshindernis für den Verkehr auf der B 253 eingestuft und entfernt. Zur faktischen Verhinderung der Überquerung müsste ein Zaun von Brücke zu Brücke gezogen werden. Das halte ich für unverhältnismäßig, da jeder vernünftige Mensch die Gefahr kennt und weiß, dass eine Fußgängerquerung hier nicht vorgesehen ist. Meine persönliche Meinung zu diesem Überweg: Da ist kein Überweg!“

Es werde vorläufig keine baulichen Veränderungen im Bereich des Trampelpfades geben, sagte der Pressesprecher von Hessen Mobil, Horst Sinemus, auf unsere erneute Anfrage. Nach dem tödlichen Unfall vom 15. Dezember habe die Verkehrsbehörde Gespräche mit der Polizei geführt. Im Endeffekt habe man sich darauf geeinigt, „dass es so bleibt, wie es jetzt ist“.

„Wir können sicherlich nicht verhindern, dass die Straße dort überquert wird. Was wir aber tun können ist, es so unbequem wie möglich zu machen“, sagte Bürgermeister Junghenn am Mittwoch. Nach dem Hinweis der HNA vom Montag, dass Unbekannte auf Rennertehäuser Seite Steinplatten als Stufen in Höhe des Trampelpfades in die Böschung gebaut hatten, schickte Junghenn sofort den Bauhof los, um die Steinplatten zu beseitigen. Sie waren am Mittwoch verschwunden.

„Wir werden den illegalen Übergang im Auge behalten“, kündigte Junghenn an. „Mein Appell geht nochmal an alle Überquerer, sich der Gefährlichkeit bewusst zu sein und vernünftigerweise den längeren Weg in Kauf zu nehmen.“

Hier war der Unfall passiert

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