Energieversorgung

Viessmann-Tochterunternehmen bauen die weltgrößte Power-to-Gas-Anlage

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Power to Gas: Diese Anlage betreibt das Unternehmen Viessmann seit 2015 am Stammsitz in Allendorf-Eder.

Für zehn Millionen Schweizer Franken (rund 9,2 Millionen Euro) baut der Energieversorger Limeco zusammen mit den Viessmann-Tochterunternehmen microbEnergy und Schmack Biogas in Dietikon in der Schweiz die weltweit größte Power-to-Gas-Anlage.

Nach Mitteilung der Viessmann Group haben die beteiligten Unternehmen einen Werkvertrag für das Großprojekt unterzeichnet.

Die mikrobiologische Umwandlung von Wasserstoff zu Methan wurde von der Viessmann-Tochter microbEnergy entwickelt und zur technischen Reife gebracht. Technologielieferant für die Elektrolyse ist Siemens.

Limeco startet das Projekt unter den Prämissen der schweizerischen „Energiestrategie 2050“, die auf Atom-ausstieg, die Reduktion von Treibhausgasen und den Ausbau von erneuerbarer Energie wie Solar- oder Windkraft setzt.

Für Patrik Feusi, Geschäftsführer bei Limeco, ist die Power-to-Gas-Technologie der Schlüssel für ein regionales umweltfreundliches Energiekonzept: „Mit Strom aus unserer Kehrichtverwertungsanlage und dem Klärgas aus unserer Abwasserreinigungsanlage liefern wir die zwei wichtigsten Zutaten im Power-to-Gas-Prozess – und zwar am gleichen Standort. Darum macht das erste Schweizer Hybridkraftwerk in Dietikon Sinn.“

Nach dem im Frühjahr 2020 geplanten ersten Spatenstich soll die Inbetriebnahme rund ein Jahr später erfolgen. Für den Bau der Anlage ist Schmack Biogas verantwortlich. Durch die Verbrennung von erneuerbarem Gas anstelle von Heizöl würden dann jährlich 4000 bis 5000 Tonnen weniger CO2-Emissionen entstehen, was dem Verbrauch von 2000 Haushalten entspricht.

Doris Schmack, Geschäftsführerin der microbEnergy, ist von den Voraussetzungen des Standorts überzeugt: „Limeco ist mit seinen drei Geschäftsbereichen Abfall- und Abwasserentsorgung sowie Wärmeversorgung für ein Energiesystem mit Power-to-Gas prädestiniert.“

In Allendorf-Eder betreibt das Unternehmen Viessmann bereits seit 2015 eine Power-to-Gas-Anlage. Sie war damals weltweit die erste. 

So funktioniert Power-to-Gas

Das Prinzip: Strom spaltet in der Elektrolyse Wassermoleküle in Wasserstoff und Sauerstoff. Der Wasserstoff wird durch eine chemische Reaktion mit Kohlendioxid angereichert. Dabei entsteht Methan. Bei der in der Schweiz geplanten Anlage wird ebenfalls überschüssiger Strom aus regenerativen Energien zur Elektrolyse genutzt. Der dabei entstehende Wasserstoff wird mit aus Klärgas gewonnenem Kohlenstoff gemischt. So entsteht speicherbares Methangas zur Stromproduktion, Wärmeversorgung oder für Gasautos.

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