1000 Jahre Orke: Autoren stellen am Sonntag Festschrift zum Jubiläum vor – Begleitende Bilderausstellung

Vom Alltag im Grenzgebiet

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Vor geschichtsträchtiger Stätte: Dirk Schäfer und Anita Lorenz stellen vor der Oberorker Kirche die Festschrift „1000 Jahre Orke“ vor. Die Grenze zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt verlief früher quer durch die Gotteshaus.

Vöhl-Orke. Zum 1000-jährigen Bestehen ihrer Heimatdörfer im Orketal haben Dirk Schäfer und Anita Lorenz eine Festschrift verfasst. Die stellen sie am Sonntagnachmittag vor. Gleichzeitig wird eine Bilderausstellung eröffnet.

Es war einmal, da benahm sich eine Frau aus Ederbringhausen in der Kirche in Oberorke daneben. Der Gottesdienst war gestört, die Gemeinde in Aufruhr. Aber wer sollte über die Frau richten? „Es musste aufwändig geklärt werden, in welchem Teil der Kirche die Störung stattgefunden hatte“, erzählt Anita Lorenz. Denn quer durch das Gotteshaus führte die Grenze: Für die einen war die Herrschaft Itter zuständig, für die anderen Das Gericht Viermünden. Wie das Problem gelöst wurde, ist nicht bekannt.

 „Meistens spielte das Leben im Grenzgebiet im Alltag aber keine Rolle“, sagt Anita Lorenz. Die Menschen heirateten über die Grenze zwischen Ober- und Niederorke hinweg. Sie gingen gemeinsam zur Schule und zur Kirche. Wenn aber Kriege ausbrachen, dann spielten die unterschiedlichen Herrscher plötzlich eine Rolle: Ob 1814 bei den napoleonischen Kriegen oder bei den amerikanischen Unabhängigkeitskriegen: Hessen-Darmstadt schickte seine Soldaten in die Schlacht, während die Niederorker Zuhause blieben. Es ist ein spannendes Stück Geschickte, das die beiden Dörfer gemeinsam haben. 

Episoden daraus haben Dirk Schäfer und Anita Lorenz in ehrenamtlicher Arbeit mit Unterstützung anderer Autoren und eines eigens gegründeten Ausschusses in der Festschrift „Wir im Orketal“ zusammen gestellt. Pünktlich zum großen Jubiläumsfest „1000 Jahre Orke“, das ab 9. September gefeiert wird, erscheint das Buch. Das erinnert nicht nur an das Leben im Grenzgebiet, an wichtige Handelswege und Zollstationen, sondern will vor allem den Menschen in den Orten Raum geben. (resa)

Mehr dazu lesen Sie in der WLZ am 2. September.

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