Jubiläum

Die Alte Universität in Marburgs Oberstadt wird 125 Jahre alt

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Malerei während der Haft: Solche Bilder malten Studenten, die im Karzer der Universität einsaßen.

Marburg. Bis heute prägt sie das Gesicht der Marburger Oberstadt. Die Alte Universität wurde vor 125 Jahren auf den Grundmauern des früheren Dominikanerklosters vollendet.

Bis in die 60er-Jahre hinein war der Bau im neugotischen Stil das zentrale Gebäude der Philipps-Universität: Hitlers Vizekanzler Franz von Papen hielt hier 1934 seine regime-kritische Marburger Rede. Schriftsteller Gottfried Benn sprach hier 1951 über „Probleme der Lyrik“. Helmut Schmidt wurde 2007 mit der Ehrendoktorwürde der Universität ausgezeichnet.

Boris Pasternak, Gustav Heinemann und Hannah Arendt wurden hier als neue Marburger Studierende mit Handschlag vom Rektor begrüßt. Erst im Wintersemester 1968 schaffte man das Ritual ab, zu dem ein feierliches Gelöbnis gehörte.

Heute sitzen die evangelischen Theologen in der Alten Universität, in der früher alle Geisteswissenschaftler und die Uni-Verwaltung residierten. „Das ist ein ganz besonderer Ort“, sagt Uni-Predigerin Prof. Ulrike Wagner-Rau.

In der Tat lässt das nach den Plänen von Universitätsbaumeister Carl Schäfer errichtete Gebäude mit seinen beeindruckenden Spitzgiebeln, Maßwerkfenstern und Kreuzgängen das alte Dominikanerkloster wieder aufleben. Landgraf Philipp hatte das Kloster bereits 1527 in die erste protestantische Universität der Welt umgewandelt.

Weitere Informationen:

Die Alte Universität ist werktags von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Wer die Alte Aula besichtigen möchte, kann eine Führung bei der Tourist-Information Marburgunter Tel. 06421 / 99120 buchen.

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