Elf Personen erhalten Serum unberechtigt

Altenhilfezentrum Korbach: Angehörige von Mitarbeitern außer der Reihe geimpft

Das Evangelische Altenhilfezentrum in Korbach in der Enser Straße.
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Das Evangelische Altenhilfezentrum in der Enser Straße in Korbach: Angehörige von Mitarbeitern erhielten unberechtigt Impfungen.

Elf Angehörige von Mitarbeitern und Leitungskräften des Evangelischen Altenhilfezentrums in der Enser Straße in Korbach sind gegen Corona geimpft worden, obwohl sie laut Impfplan noch nicht an der Reihe waren.

  • Im Evangelischen Altenhilfezentrum in der Enser Straße in Korbach sind Bewohner und Mitarbeiter gegen das Corona-Virus geimpft worden. Auch elf Angehörige von Beschäftigten erhielten eine Impfung - obwohl sie nicht berechtigt waren.
  • Eine interne Untersuchung ergab, dass offenbar Leitungskräfte ihre Vertrauensposition missbraucht hatten, um ihnen nahestehenden Personen eine Impfung zu ermöglichen.
  • Die Geschäftsführung der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen bedauert den Vorfall und prüft arbeitsrechtliche Schritte.

Korbach – Entsprechende Vorwürfe bestätigten Pfarrer Dr. Jochen Gerlach und Ralf Pfannkuche, die Geschäftsführer der Altenhilfe Gesundbrunnen in Hofgeismar am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung. Die Geschäftsführung war durch einen anonymen Brief am 13. Januar 2021 auf den Vorfall aufmerksam gemacht worden und hatte laut Gerlach und Pfannkuche anschließend interne Ermittlungen aufgenommen, bei der sich die Vorwürfe bestätigten.

„Als Geschäftsführung der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen bedauern wir diesen Vorfall sehr. Wir missbilligen es, dass die Suche nach Impfkandidaten sich nicht an der Priorisierung der Impfverordnung orientierte“, heißt es in einer Stellungnahme an unsere Zeitung.

Insgesamt 200 Impfdosen im Evangelischen Altenhilfezentrum in Korbach verarbreicht

Am 10. Januar 2021 sind im Evangelischen Altenhilfezentrum Korbach Bewohner und Beschäftigte und Mitarbeiter verschiedener Rettungskräfte gegen das Coronavirus geimpft worden. Mehr als 200 Dosen wurden laut Altenhilfe Gesundbrunnen verabreicht.

Offenbar waren am Ende des Impftages vorbereitete Impfdosen übrig geblieben, weil beispielsweise Bewohner oder Mitarbeiter wegen einer Erkrankung nicht an der Impfung teilnehmen konnten. Vor diesem Hintergrund hatte laut Geschäftsführung die Einrichtungsleitung in einer Besprechung vor dem Impftermin den Hinweis darauf gegeben, dass in einem solchen Fall sehr schnell weitere Impfkandidaten gefunden werden müssten, damit die Impfdosen nicht verworfen werden müssten.

„Vertrauensposition missbraucht“: Geschäftsführung prüft arbeitsrechtliche Schritte gegen Leitungskräfte

„Dabei missbrauchten Leitungskräfte ihre Vertrauensposition, um ihnen nahestehenden Personen eine Impfung zu ermöglichen. Damit wurde zwar niemandem der Impfstoff vorenthalten, es wurden gleichwohl aber Personen geimpft, die darauf keinen Anspruch haben“, heißt es in der Stellungnahme.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe habe die Geschäftsführung unmittelbar reagiert und die Leitungskräfte befragt. Das Verhalten sei missbilligt worden. „Weitere arbeitsrechtliche Schritte werden geprüft.“

Einen ähnlichen Fall soll es am Altenhilfe-Standort in Hofgeismar gegeben haben. Die Geschäftsführung prüfe den Verdacht derzeit noch, heißt es. (Lutz Benseler)

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