Alter Brauch: Peitschen knallen bei ledigen Frauen

Die Platzer vor dem Rennertehäuser Heimatmuseum: (von links) Jan-Hendrik Koch, Benjamin Geisert, Carsten Schäfer und Patrick Werner. Pause haben hier gerade Yannik Holzapfel, Florian Hesse und Jörg Clemens. Foto: Arnold

Peitschten knallten bei Eis und Schnee: Am „dritten Weihnachtstag" wurde im Frankenberger Land wieder der Brauch gepflegt, unverheiratete junge Frauen „auszuplatzen".

In Rennertehausen ziehen die „Platzer“, ebenfalls junge unverheiratete Männer, durch das Dorf und bringen den jungen Frauen mit ihren „Gesseln“ (Peitschen) im Vierer-Takt ein „Peitschen-Knaller-Ständchen“.

Auch die Geschäftsleute im Dorf sowie in Allendorf, Battenfeld und Battenberg mit „Rennertehäuser Wurzeln“ werden besucht und bekommen ein Ständchen geplatzt. Als Gegenleistung erhalten die Burschen dafür eine Geldspende, rote Wurst oder Eier. Dazu ziehen „Spendensammler“ hinter den Platzern her und sammeln die Spenden ein. Als Dankeschön an die Spender wird „Dreschmaschinenschnaps“ eingeschenkt.

Tradition ist dann abends das gemeinsame Feiern der jungen Frauen und Männer, früher in einer Rennertehäuser Gaststätte - nun schon einige Jahre im Sportlerheim. Dort werden die Eier gebacken und verzehrt und die Geldspenden in Getränke umgesetzt. Einen Teil der Geldspenden lassen „Die Platzer“ wieder in das Dorfleben zurückfließen. So haben die Burschen beispielsweise beim Ostermarkt 1000 Euro für die Jugendarbeit der örtlichen Vereine gespendet.

Die Gruppe der aktiven Platzer besteht derzeit in Rennertehausen aus sieben jungen Männern, von denen zwei in 2015 das letzte Mal dabei sein werden, weil sie dann die Altersgrenze von 30 Jahren überschreiten.

Der alte Brauch des Platzens wird auch in zahlreichen weiteren Orten des Frankenberger Landes gepflegt. So zum Beispiel in Birkenbringhausen, Laisa oder Roda. (wi)

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