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Start unserer neuen Serie mit vielen Spartipps: „Haushalten – Da geht noch was“

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Von: Marianne Dämmer

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Was gibt es diese Woche zu essen? Ein Wochenspeiseplan zu schreiben, spart auf Dauer viel Zeit, Geld und Nerven. Er kann außerdem immer wieder verwendet werden.
Was gibt es diese Woche zu essen? Ein Wochenspeiseplan zu schreiben, spart auf Dauer viel Zeit, Geld und Nerven. Er kann außerdem immer wieder verwendet werden. © Eugenio Marongui/imago images

Inflation, steigende Energie- und Lebensmittelpreise: Die Zeiten sind herausfordernd. Viele Bürgerinnen und Bürger sorgen sich, wie sie die Teuerungen wohl auffangen können. In enger Zusammenarbeit mit dem DHB-Netzwerk Haushalt und der Verbraucherberatung in Korbach, die auch in Frankenberg berät, geben wir eine Fülle von Tipps rund ums Thema „Haushalten – Da geht noch was“.

Waldeck-Frankenberg – Über Energiesparen ist schon viel geschrieben – wie aber sieht es aus mit nachhaltiger Finanzplanung, mit dem Management des Haushaltsetats? „Das ist ein sehr spannendes Thema, weil so vieles möglich ist – man muss es halt nur wissen. Wir sind nicht machtlos, wir können an vielen kleinen Stellschrauben drehen“, sagt Bianka Häußler – und gibt ihr Wissen weiter.

Die Korbacherin ist Diätassistentin, medizinische Ernährungsberaterin und Diätküchenleiterin in einer Klinik in Reinhardshausen. Damit hat sie Ernährung, Hauswirtschaften und die Vermittlung von Alltagskompetenzen zu ihrem Steckenpferd gemacht – als Mutter von zwei Kindern weiß sie außerdem nur zu gut um die besonderen Aufgaben, denen sich berufstätige Frauen und Mütter stellen müssen.

„Selbstmachen ist das Gebot der Stunde, wenn es um die preisgünstigste und dabei beste Ernährung geht, doch das kostet Zeit“, sagt Bianka Häußler. „Struktur muss also her: Wie organisiere ich mich, um Geld, Zeit, Energie, Aufwand zu sparen und dabei noch den Gesundheitsaspekt im Auge zu behalten für mich und meine Familie? Das sind Fragen, denen sich vor allem jüngere Frauen, aber auch Männer stellen“, weiß die Expertin aus der Praxis.

Da gebe es gute Tipps, „die weiterhelfen, sich so gut zu organisieren, dass am Ende des Tages mehr Geld übrig bleibt und oft auch noch Zeit für einen selbst. Das muss ja auch sein“, sagt die Fachfrau.

Ja, das muss auch sein – ebenso wie Genuss. Deshalb zeigen wir auch, wie sich aus wenigen, einfachen Zutaten köstlichste Gerichte zaubern lassen: Jede Folge der Serie „Da geht noch was“ bereichert die Expertin mit einem Rezept.

Viele lieben ihn, einige halten ihn für überflüssig: Den Wochenspeiseplan. „Ich gehöre zu den Menschen, die den Wochenplan lieben und nicht mehr missen wollen“, sagt Bianka Häußler. „Mit Hilfe eines Wochenplanes gelingt es, sein Essen abwechslungsreich zu gestalten.

Es fällt sofort auf, wenn es drei Mal Hackfleisch in der Woche gibt, oder nur Kartoffeln als Beilage“, sagt die Expertin. Wer sich also gesund und ausgewogen ernähren möchte, kann viel leichter darauf achten, dass es nicht zu viel Fleisch gibt und immer Gemüse und/oder Salat dabei ist.

„Vegetarier oder Veganer können bewusst darauf achten, ausreichend mit Eiweiß versorgt zu sein. Außerdem können Regionalität und Saisonalität leichter berücksichtigt werden“, zählt Bianka Häußler die Vorteile auf. Was sie selbst schon seit Jahren praktiziert: „Ich bewahre den Plan auf – so kann ich ihn im nächsten Jahr wieder verwenden. Einmal etwas Mühe spart also auf Jahre Zeit.“

Ein weiteres Plus von Wochenspeiseplänen: „Ich kann Reste vermeiden, indem ich beim Erstellen des Plans darauf achte, Gerichte aus Resten herzustellen und in den Plan einzubauen. Aufläufe und Suppen sollten zum Beispiel in die Wochenmitte gelegt werden: Da sind schon die ersten Reste angefallen und können gut zur Resteverwertung genutzt werden.“

Ein weiterer Vorteil von Wochenplänen: „Im Lauf der Woche lassen sich teure Gerichte mit günstigeren Gerichten ausgleichen – und ich behalte einen besseren Überblick über die Finanzen. Unterm Strich vermeide ich damit auch, Lebensmittel zu verschwenden, spare Zeit und Geld. Spontane Gerichte sind meist teuerer und ungesünder als gut geplante“, betont die Ernährungsexpertin.

„Mit der richtigen Planung weiß ich genau, welche Gerichte aus dem Vorrat kommen und für welche ich einkaufen gehen muss. Ich kann direkt nach der Erstellung des Planes die Einkaufsliste schreiben“, so Bianka Häußler: „Für mich ist es gar nicht mehr vorstellbar, mir jeden Tag auf das Neue überlegen zu müssen, was auf den Tisch kommt und welche Zutaten ich noch einkaufen muss – was für ein Stress. Mit dem Plan vermeide ich diesen Stress ebenso wie hektisches Einkaufen und Kochen unter Druck“.

„Beim Planen ist es sinnvoll, Familienmitglieder einzuplanen. So bekommt jeder mal sein Lieblingsgericht und ist auch motivierter, beim Einkauf und der Zubereitung zu helfen“, weiß die zweifache Mutter aus Erfahrung.

Eine große Hilfe war ihr vor dem Erstellen der ersten Wochenpläne, dass sie im Vorfeld über eine längere Zeit allerlei stimmige Gerichte gesammelt und in einem Karteikasten geordnet hatte. „Eingeteilt werden kann zum Beispiel nach deftigen, süßen und vegetarischen Gerichten, nach Vorspeisen, Salaten, Beilagen, Suppen und Desserts. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt – und die Auflistung fällt viel leichter.“

Wer einen Wochenspeiseplan macht, sollte mit Blick auf den Terminkalender auch berücksichtigen, wie viel Zeit für die Zubereitung eingesetzt werden kann. „Ist ein Tag vollgepackt mit Arbeit oder anderen Aktivitäten, lohnt es sich, auf ein schnelles Gericht oder ein Gericht aus dem Tiefkühler zurückzugreifen. Dies kann immer mit Frischobst oder Salat aufgewertet werden“.

Wann wird außer Haus gegessen? Oder wann essen alle zu unterschiedlichen Zeiten? „Dann sollte es Gerichte geben, die gut aufgewärmt werden können“, rät die Expertin. Bei der Planung sei außerdem wichtig, Spielraum für Abänderungen zu lassen – es könne ja immer etwas dazwischen kommen.

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