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Anklage: Attacke mit Messer in Arolser Erstaufnahme-Unterkunft

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Gegen einen 29-jährigen Mann aus Bad Arolsen sollte am Montag vor dem Landgericht Kassel ein Strafverfahren beginnen
Gegen einen 29-jährigen Mann aus Bad Arolsen sollte am Montag vor dem Landgericht Kassel ein Strafverfahren beginnen. © Symbolfoto: Uwe Zucchi

Gegen einen 29-jährigen Mann aus Bad Arolsen sollte am Montag vor dem Landgericht Kassel ein Strafverfahren beginnen. Dazu kam es allerdings nicht, da der Rechtsanwalt des Beschuldigten einen Antrag auf Aussetzung des Verfahrens stellte, dem die große Strafkammer unter Richter Besson nach kurzer Beratung zustimmte.

Bad Arolsen/ Kassel – Am Ende einigten sich alle Verfahrensbeteiligten darauf, den Auftakt der Hauptverhandlung auf den 24. Januar zu verschieben. Dann soll auch die Anklage verlesen werden.

Vorgeworfen wird dem 29-Jährigen, vor knapp einem Jahr in einer Erstaufnahmeunterkunft in Bad Arolsen einen Mitbewohner mit einem Messer lebensgefährlich verletzt zu haben. Das Opfer bewohnte mit dem Angeklagten gemeinsam ein Zimmer. Am Tag der Tat schälten beide Männer Kartoffeln und völlig unvermittelt, so die bisherigen Erkenntnisse, attackierte der Angeklagte seinen Mitbewohner mit dem Messer.

Das Opfer trug eine etwa drei Zentimeter breite und vier Zentimeter tiefe Stichwunde im Brustbereich davon. Dabei sollen Teile der Lunge und des Herzbeutels getroffen worden sein.

Durch die schweren Verletzungen verlor das Opfer das Bewusstsein. In einer Notoperation retteten Ärzte dem schwer verletzten Mann das Leben.

Einen Augenzeugen soll der 29-Jährige im Anschluss an die Tat mit dem Messer bedroht haben, damit der niemandem von dem Angriff erzähle.

Rechtsanwalt Timm Rosin beantragte gleich zum Auftakt des Verfahrens, zunächst ein weiteres Beweisstück auszuwerten. Dabei handelt es sich um das Mobiltelefon des Angeklagten, das von der Polizei nach der Tat sichergestellt worden war. Vorhandene Sprach- und auch Textnachrichten sollten auf mögliche relevante Tat-Information hin abgeklopft werden. Bisher sei dies noch nicht geschehen.

Staatsanwältin Golchert hatte gegen diesen Antrag nichts einzuwenden. Sie regte jedoch an, den Zeitraum der Auswertung einzugrenzen, um den Aufwand nicht unnötig aufzublähen. Zumal die Sprach- und Textnachrichten nach dem Auslesen auch noch übersetzt werden müssten.

Auf diese Vorgabe konnten sich alle verständigen, sodass zunächst zwei bereits angesetzte Gerichtstermine entfallen. Am 24. Januar soll die Handy-Auswertung vorliegen.

Von Peter Kilian

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