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Waldeck-Frankenberg: Kommunen ermöglichen kostenloses Parken beim Laden

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Von: Klaus Jungheim

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Ein Elektro-Auto wird geladen: Auch in Waldeck-Frankenberg unterstützen die Kommunen und der Landkreis die Elektromobilität – für die privaten Nutzer, aber auch durch praktisches Engagement im eigenen Fuhrpark.
Ein Elektro-Auto wird geladen: Auch in Waldeck-Frankenberg unterstützen die Kommunen und der Landkreis die Elektromobilität – für die privaten Nutzer, aber auch durch praktisches Engagement im eigenen Fuhrpark. © Jan Woitas/dpa

Das E-Kennzeichen bringt Haltern von Elektro-Autos und Plug-in-Hybriden handfeste Vorteile, wie günstiger oder gebührenfrei parken auf öffentlichen Parkflächen, das Nutzen besonderer Fahrspuren wie beispielsweise Busspuren, keine Gültigkeit von Zufahrtsbeschränkungen oder Fahrverboten oder kostenloses Laden bei örtlichen Stadtwerken.

Waldeck-Frankenberg – Vieles davon wirkt insbesondere in Großstädten und Ballungszentren. In unserem ländlichen Raum sieht es dagegen zum Teil ganz anders aus. Beispielsweise stellt sich die Frage der Nutzung von Busfahrspuren durch Elektro-Autos nicht – weil es solche Spuren in Waldeck-Frankenberg nicht gibt.

Dennoch wollte unsere Zeitung von den Stadtverwaltungen in den Mittelzentren sowie der Kreisverwaltung erfahren, wie sie mit dem Thema Elektromobilität umgehen.

Kostenfreies Parken für E-Autos ist in der Stadt Frankenberg grundsätzlich während des Ladevorgangs an den öffentlichen Ladesäulen im Stadtgebiet möglich, zum Teil auch kostenfreies Laden. Stadt-Pressesprecher Florian Held informierte auf Anfrage: „Um einen häufigeren Wechsel an den Ladesäulen zu erreichen, werden zukünftig entsprechende Konzepte entwickelt, um die Lade- bzw. Parkzeit zu beschränken.“

An den öffentlichen Ladesäulen in der Kreisstadt Korbach wie Parkhaus und Kalkmauer ist während des Parkvorgangs keine Gebühr zu entrichten. „Die Parkzeit wird jedoch über eine Parkscheibenregelung auf vier Stunden begrenzt, um Dauerlader zu vermeiden“, berichtete Büroleiter Ralf Buchloh. Weitere Vergünstigungen für E-Fahrzeuge oder Hybridfahrzeuge gebe es in Korbach nicht.

Wie in Frankenberg und Korbach können auch in Bad Wildungen entsprechend gekennzeichnete E-Fahrzeuge an den Ladestationen während des Ladevorganges kostenlos parken. „Weitergehende Parkprivilegien werden derzeit nicht eingeräumt, weil der Parkdruck in dem Gebiet, in dem Parkgebühren erhoben werden, relativ hoch ist“, schilderte Christoph Heiser vom Haupt- und Personalamt.

Die einzigen gebührenpflichtigen Parkplätze im Stadtgebiet von Bad Arolsen sind die Parkplätze am Twistesee. Hier ist laut Mitteilung der Stadtverwaltung im Gegensatz zur Praxis in Frankenberg, Korbach und Bad Wildungen eine Ausnahme für E-Autos bezüglich Gebührenerhebung „aus grundsätzlichen Überlegungen heraus auch nicht geplant, ebenso verhält es sich mit Privilegien hinsichtlich geltender Zufahrtsbeschränkungen und Fahrverbote“. So die Bad Arolser Aussage im Zuge unserer Umfrage unter den Mittelzentren sowie bei der Kreisverwaltung zum Umgang mit der Elektromobilität.

In Battenberg gibt es keine gebührenpflichtigen Parkplätze. Laut Presseauskunft „können wir somit für E-Autos derzeit keine entsprechenden Vorteile bieten“. Es gebe am zentralen Hänsel- und-Gretel-Platz in der Kernstadt eine von der EWF betriebene Ladesäule. Das Laden koste dort aber.

Im Battenberger Mittelzentrumspartner Allendorf/Eder erhebt die Gemeinde keine Parkgebühren. Laut Bürgermeister Claus Junghenn ist die bisher einzige öffentliche E-Ladesäule seit November auf dem Parkplatz des Dienstleistungszentrums in Betrieb (Laden kostenpflichtig).

Eigene Fahrzeuge

Im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen die Kommunen und der Landkreis die Elektromobilität – für die privaten Nutzer, aber auch durch praktisches Engagement im eigenen Fuhrpark.

Seit 2011 verfügt die Stadtverwaltung in Frankenberg über ein E-Auto. Es ist dem Hausmeisterservice zugeordnet, fahren dürfen es aber alle städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auch der städtische Betriebshof verfügt über ein eigenes E-Auto. Beide Fahrzeuge werden jeweils an der eigenen Wallbox am Stadthaus und im Betriebshof geladen.

Darüber hinaus unternimmt Bürgermeister Rüdiger Heß seit fünfeinhalb Jahren einen Großteil seiner Dienstfahrten mit einem privateigen anerkannten Elektro-Dienstfahrzeug. Pressesprecher Florian Held: „Da die E-Autos zum Beispiel durch größere Reichweiten immer alltagstauglicher werden, wird die Verwaltung bei Neuanschaffungen und Leasing-Verträgen künftig verstärkt auf Elektrofahrzeuge setzen.“

Auch in Korbach bestehen Überlegungen zur Beschaffung weiterer E-Fahrzeuge, informierte Büroleiter Ralf Buchloh. Derzeit verfügt die Stadt Korbach über zwei E-Fahrzeuge und ein Hybrid-Pkw. Das Hybrid-Fahrzeug und ein E-Fahrzeug sind in der Verwaltung eingesetzt. Ein weiteres E-Fahrzeug im Bauhof. Die Fahrzeuge werden laut Ralf Buchloh bei den Verwaltungsstellen bzw. im Bauhof aufgeladen.

Die Stadt Bad Arolsen verfügt seit Juni 2020 über ein Elektro-Auto für die Verwaltung und seit September 2020 über eines für den Bereich der Baumkontrolle und Baumpflege. Für die Arbeiten im Bereich des Twistesees steht voraussichtlich ab April 2022 ein E-Auto zur Verfügung. Die Fahrzeuge werden an nicht öffentlichen Ladesäule geladen. „Die Kommunalen Betriebe Nordwaldeck verfügen seit September 2020 über zwei Elektro-Autos, die ebenfalls an einer nicht öffentlichen Ladesäule aufgeladen werden“, heißt es in einer Presseauskunft.

Bei den Dienstwagen der Stadtverwaltung Bad Wildungen sind zwei Vollelektro-Fahrzeuge und ein Hybrid der ersten Generation (ohne Plugin) im Einsatz. „Die Fahrzeuge werden an den eigenen Wallboxen geladen, die nicht öffentlich zugänglich sind. Ferner sind aber auch noch vier klassische Benziner im Fuhrpark des Rathauses“, sagte Christoph Heiser vom Haupt- und Personalamt.

Die Stadtverwaltung von Battenberg hat seit November 2020 ein E-Fahrzeug, das von allen Mitarbeitern für Dienstfahrten verwendet werden kann. Geladen wird es an einer eigenen Wallbox am Rathaus.

Und in Allendorf/Eder läuft auf dem Bauhof das bisher einzige E-Fahrzeug der Gemeinde. Bürgermeister Claus Junghenn: „Es wird überwiegend von unserem Elektriker genutzt, steht aber auch anderen Mitarbeitern zur Verfügung. Aufgeladen wird das Fahrzeug nachts über den normalen Stromanschluss.“

Der Landkreis

Wie einige andere Städte, strebt auch der Landkreis Waldeck-Frankenberg an, den Anteil der Elektroautos unter den Dienstwagen noch weiter zu erhöhen. Pressereferentin Ann-Katrin Heimbuchner: „Derzeit verfügen wir über zwei elektrische Fahrzeuge, die Anschaffung weiterer E-Autos ist für das laufende Jahr in Planung.“

Ann-Katrin Heimbuchner
Ann-Katrin Heimbuchner © nh

Die Fahrzeuge des Landkreises werden nach ihrer weiteren Auskunft ausschließlich für Dienstfahrten eingesetzt. Alle Mitarbeitenden der Kreisverwaltung hätten die Möglichkeit, sie in diesem Rahmen zu fahren. „Das Angebot wird gut genutzt. Die E-Autos werden dabei erfahrungsgemäß insbesondere gern für die Kurzstrecken im Kreisgebiet eingesetzt – auch wenn sie mittlerweile bereits über Reichweiten von bis zu 300 Kilometern verfügen“, schilderte Ann-Katrin Heimbuchner.

Auch Landrat Jürgen van der Horst nutze unter anderem ein Hybridauto für seine dienstlichen Termine.

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E-Kennzeichen bei Anmeldung kostenfrei

Grundsätzlich haben die Halter von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen auf Wunsch die Möglichkeit, ihr Kfz-Kennzeichen bei der Anmeldung kostenfrei zusätzlich mit dem Buchstaben „E“ zu versehen, erklärte Landkreis-Pressereferentin Ann-Katrin Heimbuchner. Die spätere Umkennzeichnung eines Elektro-Fahrzeugs, für das wunschgemäß bisher noch kein E-Kennzeichen vergeben wurde, sei gebührenpflichtig und koste je nach Einzelfall rund 15 Euro

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