1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck

Apotheker in Waldeck-Frankenberg in Sorge wegen anhaltender Engpässe

Erstellt:

Von: Stefanie Rösner

Kommentare

Apothekendichte nimmt seit Jahren ab: Ein Grund dafür sind laut der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände gesundheitspolitische Entscheidungen. Symbo
In den vergangenen Wochen habe sich der Mangel an Medikamenten zugespitzt, berichten Waldeck-Frankenberger Apotheker. (Symbolbild) © Jessica Sippel

Apotheker in Waldeck-Frankenberg beklagen einen andauernden Lieferengpass bei Arzneimitteln. In den vergangenen Wochen habe sich der Mangel an Medikamenten zugespitzt, berichtet Lukas Frigger, Inhaber der Akazien-Apotheke in Bad Arolsen.

Waldeck-Frankenberg – „Schmerzmedikamente wie Ibuprofen waren lange nicht lieferbar“, sagt Lukas Frigger. Das Problem bestehe deutschlandweit. „Alle warten darauf und bestellen gleichzeitig.“ Außerdem seien Antibiotika, blutdrucksenkende Mittel und Krebsmedikamente teilweise schwer oder oft auch gar nicht zu bekommen.

„Aktuell sind diverse Medikamente nicht lieferbar“, berichtet auch Dr. Johannes Benner, Inhaber der Eder-Apotheke in Frankenberg. Sowohl verschreibungspflichtige als auch rezeptfreie Arzneimittel seien Mangelware. „Lieferengpässe sind für uns seit mindestens fünf Jahren ein Thema“, sagt er. Nicht erst seit Corona seien Medikamente immer wieder knapp. Nach der letzten großen Gesundheitsreform im Jahr 2007 mit neuen Arzneimittel-Rabattverträgen habe sich auf dem Markt viel verändert. „Den Krankenkassen müssen hohe Rabatte gewährt werden“, sagt Dr. Benner. Aufgrund des Preisdrucks sei die Produktion immer mehr ins Ausland verlagert worden, wo „oft unter zweifelhaften Bedingungen“ Medikamente hergestellt würden.

Aktuell gebe es Lieferschwierigkeiten bei fiebersenkenden und schmerzstillenden Mitteln speziell für Kinder, berichten die Apotheker. „Säfte und Zäpfchen kosten im Verkauf zwischen zwei und sechs Euro. Aufgrund geringer Margen ist es für Hersteller kaum lukrativ, diese zu vertreiben“, sagt Dr. Johannes Benner. Es gebe nur wenige Hersteller dieser Medikamente. Außerdem habe Corona dazu beigetragen, dass viele Eltern prophylaktisch Fiebersäfte gekauft hätten, was die Nachfrage habe steigen lassen.

Wenn eine Apotheke ein bestimmtes Medikament nicht vorrätig hat und dies auch nicht lieferbar ist, werde versucht, auf andere Präparate auszuweichen. Teilweise müssen Apotheker Medikamente auch selbst herstellen, was laut Lukas Frigger extrem aufwendig und meist nicht kostendeckend ist.

Auch interessant

Kommentare