50 Arbeitnehmer des Reddighäuser Hammers im Warnstreik

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Gingen für ihre Forderungen auf die Straße: Zirka 50 Mitarbeiter des Reddighäuser Hammers beteiligten sich am Dienstag an einem Warnstreik in Verbindung mit einer Kundgebung der IG Metall Nordhessen.

Reddighausen - Nicht nur für eine Lohnerhöhung, sondern auch für den Rechtsanspruch auf Altersteilzeit und Fortbildungsmöglichkeiten haben rund 50 Mitarbeiter des Reddighäuser Hammers gestreikt.

Reddighausen. „Wir für mehr“, skandierten um die 50 mit Pfeifen und Fahnen ausgestatteten Mitarbeiter des Reddighäuser Hammers bei einem von der IG Metall (IGM) Nordhessen organisierten Warnstreik am Dienstag vor dem Werkstor. Was das „mehr“ beinhaltet, erklärte Bernd Löffler, Gewerkschaftssekretär der IGM Nordhessen, den Arbeitnehmern.

Dieses Mal gehe es nicht nur um eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent. Eine aktuelle Befragung der Beschäftigten habe ergeben, dass auch in den Bereichen Altersteilzeit und Weiterbildung erhebliche Defizite bestünden. In der Umgebung sind in den nächsten Tagen weitere Streiks geplant.

Altersteilzeit

Derzeit gebe es einen tarifvertraglichen Rechtsanspruch auf Altersteilzeit, so Löffler. „Diesen wollen die Arbeitgeber abschaffen und künftig alleine darüber entscheiden, wem Altersteilzeit zusteht.“ Das Ziel sei, die Quote von Beschäftigten, die in Altersteilzeit gehen, von derzeit ohnehin geringen vier Prozent nochmal zu halbieren.

„Das ist eine Frechheit. Der Arbeitgeber-Verband möchte, dass nur diejenigen in Altersteilzeit gehen, die körperlich angeschlagen sind“, sagte der für Waldeck-Frankenberg zuständige Gewerkschafter. „Arbeitnehmer wollen auch noch etwas von ihrem Leben haben, wenn sie in Rente gehen, und nicht gesundheitlich kaputt sein.“

Bildungsteilzeit

Das Thema Bildungsteilzeit erläuterte Matthias Ammer, ebenfalls Gewerkschaftssekretär. Derzeit mangele es an finanzieller und zeitlicher Unterstützung von Unternehmen, wenn junge Mitarbeiter ihren Techniker, Meister, das Abitur oder einen Studienabschluss erwerben wollen.

„Die Unternehmen profitieren später von den neu erlangten Qualifikationen“, sagte er. Es müsse daher ein Modell geschaffen werden, bei dem Arbeitnehmer eine Weiterbildung ohne Kündigung erreichten und auch nicht ihre Freizeit am Abend oder Wochenende dafür investierten, sondern Schulungen während der Arbeitszeit besuchten. „Dieser Vorschlag wurde abgelehnt“, sagte Ammer.

Lohnerhöhung

In der letzten Tarifrunde habe der Arbeitgeber-Verband mit einer Lohnerhöhung von 2,2 Prozent ab 1. März ein unzureichendes Angebot gemacht, monierte Bernd Löffler. „Die Bundesregierung sagt 1,8 Prozent Produktivitätssteigerung, 1,5 Prozent Wirtschaftswachstum und 3,2 Prozent Entgelterhöhung voraus. Man will uns mit einer geringen Erhöhung und zwei Null-Monaten abspeisen.“

Die Metall- und Elektroindustrie habe 2014 einen Umsatz von 998 Milliarden Euro gemacht und große Gewinne erwirtschaftet. „Wir wollen unser Stück vom Kuchen abhaben“, forderte Bernd Löffler. Das werde im Umkehrschluss Kaufkraft und Binnennachfrage steigern.

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