Freie Stellen ab neuem Schuljahr mit Ruheständlern besetzt

Arbeitsbelastung für Lehrer steigt weiter an

In Not: Die Lehrkräfte im Landkreis Waldeck-Frankenberg kämpfen mit zunehmender Arbeitsbelastung. Das Thema wurde ausgiebig diskutiert bei einer Podiumsveranstaltung mit den heimischen Landtagsabgeordneten. Foto:  Völker

Waldeck-Frankenberg. Immer mehr Lehrer im Landkreis kämpfen mit der Belastung im Arbeitsalltag. Auch die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert drastische Missstände im Lehrerberuf: einen Anstieg des Arbeitspensums, eine unverhältnismäßige Besoldung und einen eklatanten Mangel an Nachwuchs.

Bei einer Podiumsdiskussion mit den heimischen Landtagsabgeordneten Armin Schwarz (CDU), Daniel May (Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. Daniela Sommer (SPD) wurde das besonders deutlich. Im direkten Austausch konfrontierten rund 120 Pädagogen die Politiker mit ihren Sorgen. Aktuell sei die vollständige Unterrichtsabdeckung an den Schulen im Kreis sichergestellt, verkündeten Schwarz und May – die Versorgungsquote liege bei knapp 105 Prozent. Hiervon sei absolut nichts zu spüren, entgegneten einige Anwesende. In der Statistik seien auch Lehrkräfte in Elternzeit erfasst, die real aber keine Stunden übernehmen würden.

Auch wenn aktuell laut Schwarz alle Stellen besetzt sind, sei zu Beginn des neuen Schuljahres am 1. August ein Defizit von 300 unbesetzten Stellen prognostiziert worden, vor allem an Grund- und Förderschulen. Das Kultusministerium fasste daher den Entschluss, Pensionären und solchen, die kurz vor dem Ruhestand stehen, eine Rückkehr in den Dienst anzubieten – freiwillig und mit Gehaltsaufschlag.

 Knapp 2200 Pädagogen seien angeschrieben worden, davon 1600 im Ruhestand. Im Laufe der Woche teilte Schwarz mit, dass es ausreichend Rückmeldungen gegeben habe, um die 300 Stellen ab August besetzen zu können. Uneinigkeit herrschte auch beim Thema Inklusion.

Dass sonderpädagogische Förderung an wenigen Standorten gebündelt werden soll, halten die Lehrkräfte für nicht richtig. Von Pelle Faust

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