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Auch in Battenfeld und Korbach kennen viele Kinder das „Krümelmonster“

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Von: Martina Biedenbach, Lutz Benseler, Thomas Hoffmeister

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50 Jahre Sesamstraße: Kinder aus der Kita Battenfeld mit Erzieherin Irene Busch (mit Handpuppe Lucy) und Kita-Leiter David Jakobi. Vorn die Kinder (von links) Lara, Lina, Lio, Emilia, Felia und Emilia.
50 Jahre Sesamstraße: Kinder aus der Kita Battenfeld mit Erzieherin Irene Busch (mit Handpuppe Lucy) und Kita-Leiter David Jakobi. Vorn die Kinder (von links) Lara, Lina, Lio, Emilia, Felia und Emilia. © Thomas Hoffmeister

Die „Sesamstraße“ feiert Geburtstag: Am Sonntag wird die deutsche Ausgabe der US-Sendereihe 50 Jahre alt. Seit 1973 verbindet sie hierzulande Bildung und Spaß für Kinder im Vorschulalter. Wir haben einige Pädagogen im Landkreis Waldeck-Frankenberg gefragt, wie sie als Kind selbst die Sesamstraße erlebt und wie sie heute aus fachlicher Sicht darauf blicken. Und natürlich einige Kinder.

Waldeck-Frankenberg – Felia kennt das Krümelmonster. „Das will immer Kekse essen“, lacht Felia in der Bibliothek der evangelischen Kindertagesstätte Battenfeld. Doch mit Ernie und Bert, Grobi, Bibo, Tiffy oder Graf Zahl können die Kinder nichts mehr anfangen. Beim Namen „Oscar“ klingelt es bei Lio: „Der wohnt doch in der Mülltonne“, überlegt er.

Erzieherin Irene Busch hat die Handpuppe Lucy mitgebracht – eine weniger bekannte Figur – mit breitem Mund und fröhlichem Gesicht. „Wir nutzen Lucy wegen ihrer Gesichtsmimik“, erklärt Kita-Leiter David Jakobi. Während der Corona-Zeit, als alle Erwachsenen Masken tragen mussten, sei die Bedeutung des Gesichtsausdrucks für viele Kinder zu kurz gekommen.

Auch in der Religionspädagogik setzt Erzieherin Irene Busch eine Handpuppe ein: die Kirchenmaus „Theodor“. Der schläfrige Theodor muss erst einmal geweckt werden, dann entdeckt die Kirchenmaus drei Holzfiguren unter einem Tuch. „Wer könnte das sein?“, fragt Irene Busch und lenkt die Gedanken der Kinder sanft zu den Heiligen Drei Königen, die das Jesuskind in der Krippe besucht haben.

David Jakobi: Graf Zahl war mein Favorit

„Mein Favorit bei der Sesamstraße war Graf Zahl“, berichtet David Jakobi, der den fünfgruppigen Kindergarten in Battenfeld leitet. 80 Kinder werden aktuell in der Battenfelder Kita von 20 Erzieherinnen und Erziehern sowie drei Auszubildenden betreut.

Wenn in der evangelischen Kindertagesstätte Bottendorf von einer Figur der Sesamstraße die Rede ist, dann beim Kekseessen. Es ist das Krümelmonster und seine Leidenschaft für „Kekse, Kekse, Kekse“, schildert die stellvertretende Kitaleiterin Monika Stühler. Ansonsten spiele die Sesamstraße kaum eine Rolle in der Kita. „Die Jungen sprechen von Star Wars und Dinos. Bei den Mädchen sind Einhörner und die Eisköniginnen Elsa und Anna beliebt“, sagt die 63-Jährige. Auch bei ihren eigenen Kindern, die nun um die 40 sind, waren nicht die Figuren der Sesamstraße der Renner, sondern Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg.

Sebastian Bartusch (36), Leiter der Kindertagesstätte „Laake“ in Korbach, kann sich noch daran erinnern, dass er als Kind die Sesamstraße „sehr regelmäßig“ gesehen hat. „Das war meistens morgens früh, mit einer Decke und einer Schüssel Cornflakes vor dem Fernseher. Die Sesamstraße gehörte einfach dazu.“ Seine Lieblingsfigur war Graf Zahl: „Er hatte etwas Mysteriöses, war aber trotzdem ziemlich clever“, sagt Bartusch.

Bedeutung hat abgenommen

Die Bedeutung der Sesamstraße bei den Kindern heute habe abgenommen. „Wir bekommen aber schon mit, dass einige es noch sehen.“ Insbesondere Eltern, die selbst mit der Sesamstraße groß geworden seien, nutzten die Sendung, um ihren Kindern Wissen zu vermitteln. Bartusch: „Die Sesamstraße macht nicht nur Unterhaltung, sondern auch gute Information über sympathische Figuren, die wir in unser Herz schließen.“ Die in der Sendung aufgegriffenen Themen seien für Kinder relevant.

Madeline Eckhardt (27) vom Kindergarten Tempel in Korbach, hat in ihrer Kindheit nur selten die Sesamstraße gesehen. „Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass ich Ernie und Bert sehr witzig fand.“ Bei den Kindern heute spiele die Sendung kaum noch eine Rolle. Für das Konzept der „Sesamstraße“, unterhaltsam und kindgerecht Wissen zu vermitteln, kann sich Eckhardt jedoch grundsätzlich erwärmen: „Das ist schon sinnvoll und auch ein Mittel für die Eltern, um mit ihrem Kind in Kommunikation zu kommen.“

Kleine Geschichten und Sketche

Die Lerninhalte sind in kleine Geschichten und Sketche verpackt, mit Humor verknüpft außerdem wird mit vielen Wiederholungen gearbeitet. „Kinder lernen am leichtesten, wenn sie etwas häufig wiederholen“, so die Erzieherin. Dabei geht es der Sesamstraße nicht nur ums Lesenlernen oder den Umgang mit den Zahlen, sondern auch ums Erlernen von sozialem Verhalten, von Kreativität und Selbstbewusstsein.

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