Vertreter aus dem hessischen Umweltministerium

Landesgartenschau 2027: Kommission besichtigte Frankenberg

Eine Fachkommission nahm Frankenberg für die Bewerbung zur Landesgartenschau 2027 unter die Lupe, hier mit Vertreter der Stadt. 2. von links Helmut Eigemann (Umweltministerium); vorne rechts Bürgermeister Rüdiger Heß.
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Eine Fachkommission nahm Frankenberg für die Bewerbung zur Landesgartenschau 2027 unter die Lupe, hier mit Vertreter der Stadt. 2. von links Helmut Eigemann (Umweltministerium); vorne rechts Bürgermeister Rüdiger Heß.

Eine fünfköpfige Fachkommission des hessischen Umweltministeriums war in Frankenberg zu Gast. Das Gremium schaut sich in diesen Tagen die Bewerber für die Landesgartenschau 2027 an.

Frankenberg - „Ich sehe hier ein großes Potenzial. Frankenberg hat die Landesgartenschau als Motor für die weitere Stadtentwicklung erkannt und genutzt.“ Das hat Helmut Eigemann vom Umweltministerium in Wiesbaden beim Besuch einer fünfköpfigen Fachkommission in Frankenberg gesagt.

Mit der Vorlage einer Machbarkeitsstudie hatte sich Frankenberg Mitte Dezember, wie berichtet, offiziell beworben. Frankenberg ist einer von vier Bewerbern – am Mittwoch war die Kommission in Schwalmstadt zu Gast, in der nächsten Woche folgen Dillenburg und „Oberhessen“. In Oberhessen will ein Kollektiv aus elf Kommunen gemeinsam die Landesgartenschau 2027 ausrichten. Die Entscheidung über die Vergabe solle „möglichst schnell erfolgen“, betonte Eigemann (siehe Hintergrund).

Ziel einer Landesgartenschau sei es, die Entwicklung in den Kommunen voranzutreiben, betonte Eigemann. In Frankenberg habe die Stadt viele Projekte schon angegangen, die Landesgartenschau könne ein Hebel sein, diese Maßnahmen weiter zu perfektionieren.

„Viele Eindrücke, kaum offene Fragen“

Im Auftrag der Landesregierung hat seine Kommission die geplanten Schauplätze für die Landesgartenschau in Frankenberg begutachtet und bewertet. Für die Mitglieder gab es „viele Eindrücke und kaum offene Fragen“, wie Eigemann feststellte. Für Frankenberg hatten die Experten von Land, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, Gartenbauverband Baden-Württemberg-Hessen und Bund deutscher Landschaftsarchitekten auch noch Verbesserungsvorschläge.

Auch Kritikpunkte gab es: Einige Themen müssten zur Bewerbung noch ergänzt werden, merkte die Kommission an – beispielsweise der Bildungsauftrag der Stadt in Bezug auf die Landesgartenschau und „gärtnerische Themen“ für die Besucher. „Das ist in der Machbarkeitsstudie schon vorhanden, muss aber noch stärker rausgearbeitet werden.“ Auch die inzwischen mögliche Einbindung des Klosters in die Landesgartenschau müsse in der Studie noch ergänzt werden.

Gut drei Stunden dauerte der Besichtigungsrundgang, Stationen waren unter anderem die Kernflächen für die geplante Großveranstaltung: Teichgelände, Klosterumfeld, Wehrweide und Burgberg. Der geplante Rundweg ist knapp fünf Kilometer lang.

Fazit der Kommission: „Bei den handelnden Personen in Frankenberg ist die notwendige Kompetenz für eine solche Großveranstaltung vorhanden.“ Die Landesgartenschau könne dazu beitragen, die Entwicklung der Stadt weiter voranzutreiben.

In Verbindung mit den bereits laufenden Bauprojekten, hin zu mehr Grün in der Stadt, habe die Frankenberger Bewerbung die Fachkommission sehr positiv beeindruckt, lautete das Fazit von Bürgermeister Rüdiger Heß. „Wir konnten sehr deutlich machen, dass wir auf dem richtigen Weg der Stadtentwicklung zur Verbesserung der Klimaziele sind.“  

Bewerbung für die Landesgartenschau: So geht es jetzt weiter

„Wir hoffen, dass die Entscheidung für die Vergabe der Landesgartenschau 2027 so schnell wie möglich erfolgt“, sagte Helmut Eigemann vom Umweltministerium bei der Abschlussbesprechung seiner Fachkommission auf dem Burgberg. Auf einen konkreten Termin wollte er sich nicht festlegen. „Wir bringen jetzt unsere Eindrücke zu Papier, erstellen einen Bericht und geben auch eine Empfehlung ab“, berichtete der Experte aus Wiesbaden. Die Entscheidung fälle das Land Hessen völlig eigenständig, an die Empfehlung seines Gremiums sei es nicht gebunden. Sobald die Entscheidung gefallen sei, könnten die Fördermittel zugesagt werden.

Die Kosten für die Landesgartenschau sollen sich auf etwa 19 Millionen Euro für dauerhafte Investitionen und 9,8 Millionen Euro für die Durchführung belaufen. Die Förderquote des Landes für eine Landesgartenschau liegt bei 60 Prozent, an Einnahmen aus Eintrittsgeldern werden 4,3 Millionen Euro erwartet.

Zu einer Landesgartenschau in Frankenberg unter der Überschrift „Frankenberg 5.0 - smart, vernetzt, grün“ erwartet die Stadt bei einem Zuschlag über 26 Wochen zwischen 350 000 und 450 000 Besucher. Für die Landesgartenschau in Frankenberg engagieren sich auch Partner wie Vereine und Wirtschaftsunternehmen aus der Region. mjx

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