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Verein Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg: Aus Öl und Gas aussteigen

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Ein „Leuchtturmprojekt“ für den Verein Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg: Das neue Baugebiet in der Stadt Waldeck wird erschlossen; es soll sich selbst mit Energie versorgen: Photovoltaik soll Strom erzeugen, die Häuser werden mit Wärmepumpen ausgestattet. Heimische Baufirmen setzen das Projekt derzeit um.
Ein „Leuchtturmprojekt“ für den Verein Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg: Das neue Baugebiet in der Stadt Waldeck wird erschlossen; es soll sich selbst mit Energie versorgen: Photovoltaik soll Strom erzeugen, die Häuser werden mit Wärmepumpen ausgestattet. Heimische Baufirmen setzen das Projekt derzeit um. © Cornelia Höhne

Ein ehrgeiziges Ziel hat sich der Verein Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg bei seiner Gründung vor einem Jahr gesetzt: Bis 2035 soll der Kreis klimaneutral sein.

Bei der Mitgliederversammlung im Korbacher Kreishaus zogen die Mitglieder aus Wirtschaft, Politik, Verbänden und Vereinen eine erste Zwischenbilanz. 35 Partner hätten den Verein im Oktober 2021 gegründet, demnächst steige die Mitgliederzahl auf rund 130, berichtete Geschäftsführer Tim Oberlies.

Das Netzwerk solle weiter wachsen, bekräftigte der Vorsitzende Prof. Dr. Markus Pfuhl. „Wir hoffen, dass weitere Mitglieder aus Industrie, Handel und Handwerk hinzukommen.“ Der Verein habe bereits viel angestoßen, betonte Pfuhl. Oberlies nannte drei Schwerpunkte der Vereinsarbeit:

Prof. Dr. Markus Pfuhl, Vorsitzender des Vereins  Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg
Prof. Dr. Markus Pfuhl, Vorsitzender des Vereins  Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg © PR

- Die Mitglieder arbeiteten in Fachzirkeln und Arbeitsgruppen an Lösungen, um weniger Kohlendioxid auszustoßen, außerdem laufe die Schulung: Es gebe Online-Vorträge und Beratung, auch in Unternehmen werde nach Einsparpotenzialen gesucht. Die Arbeit solle auch thematisch weiter ausgebaut werden.

- Die Bilanzierung: Kommunen und Unternehmen sollen ihren Ausstoß von Kohlendioxid erfassen.

- Der Verein will „Leuchtturmprojekte“ anstoßen. Dazu gehörten Nahwärmekonzepte für Schulen, Unternehmen oder Wohnquartiere ebenso wie das erste energieautarke Baugebiet, das gerade in der Stadt Waldeck entsteht.

Die Netzwerkarbeit sei der „Schlüssel zum Erfolg“, sagte Landrat Jürgen van der Horst. Der Kreis sehe sich in der besonderen Verpflichtung voranzuschreiten, es sei immer klar gewesen, dass der Klimaschutz Priorität genieße.

Geschäftsführer Dr. Karsten McGovern stellte Beratungsangebote der hessischen Landes-Energieagentur für Verwaltungen, Unternehmen und Privatleute vor und rief auf, Energie zu sparen.

Pfuhl dankte am Ende für den „Mut“ der Mitglieder, es bis 2035 zu schaffen. Gemeinsames Ziel sei nicht weniger als „die Welt zu retten“, sagte er. Das könne Deutschland nicht allein: „Unsere Aufgabe ist, der Welt zu zeigen, dass es geht – und dass wir dabei wirtschaftlich erfolgreich bleiben.“

Bis 2035 ohne fossile Energien auskommen

Waldeck-Frankenberg soll ab 2035 ohne fossile Energieträger wie Öl, Gas und Kohle auskommen. Das ist das Ziel des Vereins. In drei Schritten sollen der Bestand aufgenommen, Einsparpotenziale ausgemacht und eine Strategie zum Ausstieg entwickelt werden. Der Verein sieht sich als Plattform für Austausch und Wissenstransfer. Schatzmeister Steffen Werner berichtete, das Finanzamt habe den Verein als ersten im Kreis mit dem Zweck Klimaschutz als gemeinnützig anerkannt. 

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