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Neue Schätzer in Diemelstadt im Einsatz, um Ausgleich für Wildschäden zu erreichen

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Von: Armin Haß

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Nach 53 Jahren ist Wilhelm Bornemann aus Rhoden im (Bild mit Ehefrau Gretel aus seinem Ehrenamt als Wildschadensschätzer verabschiedet worden. Von links: der Schätzer Jürgen Hage, Neudorf, Carsten Gutschank vom Ordnungsamt, der weitere neue Wildschadensschätzer Niklas Krantz und Bürgermeister Elmar Schröder.
Nach 53 Jahren ist Wilhelm Bornemann aus Rhoden im (Bild mit Ehefrau Gretel aus seinem Ehrenamt als Wildschadensschätzer verabschiedet worden. Von links: der Schätzer Jürgen Hage, Neudorf, Carsten Gutschank vom Ordnungsamt, der weitere neue Wildschadensschätzer Niklas Krantz und Bürgermeister Elmar Schröder. © Armin Haß

Wildtiere richten Schäden auf Getreideflächen an. Für den Schadenausgleich werden von der Stadt Diemelstadt ehrenamtliche Wildschadensschätzer bestellt. Nach 53 Jahren wurde Wilhelm Bornemann, Rhoden, in einer Feierstunde verabschiedet.

Diemelstadt – Zugleich überreichte Bürgermeister Elmar Schröder dem neuen Schätzer Niklas Krantz, Wethen, und seinem Kollegen Jürgen Hage, Neudorf, die Ernennungsurkunden. Neben einem Lehrgang, heutzutage bei dem Verband der Jagdrechtsnhaber in Friedrichsdorf im Taunus, gehören Erfahrung und das richtige Gespür zum Rüstzeug des ehrenamtlich tätigen Schätzers.

Landwirte müssen sich melden

Schließlich gilt es, einen Ausgleich für zum Teil gravierende Schäden in Mais- oder Rapsfeldern zu erreichen. Nach Beobachtung von Bornemann haben die Maisfelder ebenso zugenommen wie die Anzahl der Wildsauen, die solche Feldfrüchte fressen.

Der betroffene Landwirt muss sich innerhalb von acht Tagen nach Auftreten des Schadens bei der Gemeinde melden, die dann einen Wildschadensschätzer mit der Prüfung beauftragt. Für den Ausgleich sind die Verpächter grundsätzlich zuständig, doch die haben die Zahlung auf die Jagdpächter abgewälzt.

Pächter sind gefordert

Diese regulieren nach Erfahrung von Bornemann die Schäden von selbst, um auf bürokratische Regelungen verzichten zu können. Die Sache ist dann, mit Einverständnis des Landwirts, schnell geregelt. Mitunter wird aber auch der Klageweg beschritten, in den meisten Fällen bleibt es bei der außergerichtlichen Regulierung.

Der Wildschadenschätzer muss aufgrund der Fraßspuren feststellen, um welche Tierart es sich handelte, die gerade ein Mais-, Raps- oder Weizenfeld heimgesucht hat. Wenn sich Dachs oder Waschbär an den Pflanzen gütig getan haben, dann ist der Schaden nicht ersatzpflichtig.

Abschusszahlen erfüllen

Wichtig für die Feststellung des „Übeltäters“ ist auch die vor Ort aufgefundene Losung, also der Kot des Tieres. Schadensersatz ist fällig, wenn Wildschweine oder Rehe sich den Bauch vollgeschlagen haben. Um die Schäden gering zu halten, sind die Pächter angehalten, die von der Kreisjagdbehörde vorgegebenen Abschusszahlen auch zu erfüllen.

Wilhelm Bornemann hat aus Altersgründen das Ehrenamt abgegeben. Der Diplom-Landwirt, der über 30 Jahre in der Landwirtschaftsverwaltung tätig war, ist weiterhin für den Deutschen Wetterdienst als sogenannter phänologischer Beobachter tätig.

Vielseitig im Einsatz

Er beobachtet seit nunmehr 50 Jahren den Entwicklungstanden von 44 Pflanzenarten und trägt mit den gemeldeten Daten zur Klimaforschung bei. 2012 wurde er dafür mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Die Bestellung der neuen Wildschadensschätzer hat sich wegen der Corona-Pandemie verzögert. Niklas Krantz aus Wethen konnte erst in diesem Frühjahr die nötige Ausbildung absolvieren. Er ist für die Zeit vom 1. Juli 2022 bis 30. Juni 2026 bestellt. Jürgen Hage bekam die Urkunde rückwirkend für die Amtszeit vom 1. April 2021 bis 31. März 2025 überreicht. (Armin Haß)

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