Gemeindevertreter hoffen auf hohe Zuschüsse für ökologische Pflichtaufgabe

Bachlauf der Twiste soll renaturiert werden

Bachlauf mit viel Uferbewuchs am Übergang zu einer Straßenbrücke.
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Der Bachlauf der Twiste soll renaturiert werden. Besonders im Bereich von Straßenunterführungen und Wehren gibt es eine Menge zu tun, um das Gewässer zu einem guten Lebensraum für Fische und Insekten zu machen.

Die Renaturierung des Bachlaufs der Twiste von ihrer Quelle in Berndorf bis zur Gemeindegrenze bei Braunsen soll in den kommenden Jahren auch von der Gemeinde Twistetal vorangetrieben werden. Das hat der Haupt- und Finanzausschuss dem Gemeindeparlament auf Antrag von CDU und Grünen empfohlen.

Twistetal - Der Gemeindevorstand soll ein Planungsbüro mit den Details beauftragen. Dafür soll ein angemessener Betrag um die 20.000 Euro in den Haushaltsplan für das kommende Jahr eingestellt werden. Das Planungsbüro soll wiederum aufzeigen, welche Fördermöglichkeiten für die Renaturierung in Anspruch genommen werden können. Erfahrungsgemäß sind auch die Planungskosten förderfähig.

Im Ausschuss informierte Werner Haaß vom Ingenieurbüro Haaß in Witzenhausen über den Zustand der Twiste und mögliche Ansatzpunkte zur ökologischen Aufwertung des Bachlaufes. Grundlage für alle Überlegungen sind die europäische Wasserrahmenrichtlinie, das Wasserhaushaltsgesetz und die FFH-Richtlinie (Flora, Fauna, Habitat). Danach ist es erklärtes Ziel, möglichst alle Fließgewässer in einen ökologisch guten Zustand zu versetzen. Das ist eine Pflichtaufgabe, die alle Anrainergemeinden bis 2027 umzusetzen haben.

Wehre und verrohrte Wasserdurchlässe abändern

Noch gebe es für diese Pflichtaufgabe staatliche Zuschüsse, teilweise bis zu 100 Prozent, rechnete die Grünen-Gemeindevertreterin Ilka Deutschendorf vor. Die gelte es zu nutzen, so lange noch Geld fließe.

Wasserbauexperte Werner Haaß zeigte auf, dass der Bachlauf der Twiste zwar auf den ersten Blick sehr natürlich wirke. Tatsächlich aber gebe es eine ganze Reihe von Abschnitten, die renaturiert werden müssten. Das betreffe einen Abschnitt, der parallel zur Bundesstraße B252 verlaufe, mehrere Wehre an Wasserkraftanlagen und verrohrte Wasserdurchlässe.

Unterschiedliche Förderprogramme abklopfen

Aber auch Uferrandstreifen müssten aus der Bewirtschaftung genommen. Außerdem sei es an vielen Stellen nötig, die Twiste aus ihrem eingeengten Bett herauszuholen und eine vielfältige Sohle zu schaffen, in der Fische laichen könnten

Um Artenvielfalt und Fischdurchlässigkeit zu ermöglichen, gebe es eine Menge zu tun. Aktuell böten sich drei unterschiedliche Förderprogramme an, die vom Regierungspräsidium verwaltet würden. Hier gelte es, mit klugen Projekten anzusetzen.

Allerdings warnte Haaß davor, sich aus diesen Projekten nennenswerte Effekte für den Hochwasserschutz zu erwarten. Dafür sei aufgrund des Höhenprofil des Geländes nicht zu erwarten. (Elmar Schulten)

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