Kopf der Woche

Eingebaute Torgarantie: Sarah Schütz trifft in fünf Spielen 13 Mal für Landau/Wolfhagen

So trifft man sie häufig: Sarah Schütz (Zweite von rechts) wird von den Teamkolleginnen der SG Landau/Wolfhagen für ein Tor geherzt – in diesem Falle jubeln (von links) Anne Bausen, Julia Schröder und Vanessa Fischer mit.
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So trifft man sie häufig: Sarah Schütz (Zweite von rechts) wird von den Teamkolleginnen der SG Landau/Wolfhagen für ein Tor geherzt – in diesem Falle jubeln (von links) Anne Bausen, Julia Schröder und Vanessa Fischer mit.

Ob sie ein Kopf der Woche geworden wäre, wenn sie im Tor geblieben wäre? Das Talent fürs Tore schießen ist deutlich größer. Das zeigt sich nicht erst in dieser Saison.

Bei den Juniorinnen stand Fußballerin Sarah Schütz seinerzeit eine Hinrunde lang im Kasten. „Macht schon Spaß“, sagt die heute 25-Jährige in Diensten der SG Landau/Wolfhagen, die im Training regelmäßig „darum bettelt, mal ins Tor zu dürfen“. Aber eigentlich ist sie die, die die Torhüterinnen ärgert.

Allein in den beiden letzten Spielen steuerte sie sieben von neun Toren ihrer Mannschaft bei und bescherte ihrem Team somit fast im Alleingang sechs Punkte. 13 Tore am Ende der Hinrunde, das mag wenig klingen. Sieht man aber, dass die Vorrunde in der coronabedingt verkleinerten Gruppe der Verbandsliga Nord deutlich kürzer ist als sonst und dass Sarah Schütz in einem Spiel auch noch gefehlt hat, dann steht da schwarz auf weiß eine sehr imposante Quote: 13 Treffer in fünf Spielen. Da darf man schon von einer eingebauten Torgarantie sprechen.

Sarah Schütz‘ Ziele: Examen, Aufstiegsrunde und ein Fallrückzieher-Tor

Die SG-Frauen und Trainer Hagen Marquardt wissen jedenfalls, was sie an Sarah Schütz haben. Zweimal war die Angreiferin in dieser Saison nicht im Kader. Raten Sie, wie die Spiele endeten. Sowohl das Pokalspiel gegen den SV Anraff als auch in der Liga gegen Jahn Calden II verlor Landau/Wolfhagen. Die einzigen Niederlagen bisher.

„Natürlich liegt das nicht an mir alleine“, gibt sich Schütz fair. Man sei nur so gut wie sein Team. „Es nützt nichts, wenn ich drei Buden machen, wir aber 3:4 verlieren.“ Aber offenbar seien die anderen nicht so kaltschnäuzig vor dem Tor, wenn sie nicht an Bord ist, vermutet die Chef-Torschützin. „Meine Erfahrung, mit der ich versuche vor allem auf Jüngere einzuwirken, fehlt dann ja.“

Ein Lieblingstor aus der jüngeren Vergangenheit fällt der 25-Jährigen nicht ein. Aber sie hat eines vor Augen für die Zukunft: „Einen Fallrückzieher würde ich gern mal versenken“, sagt Schütz – das Schnuppertraining im Beach-Soccer kurz vor dem Saisonstart auf dem Korbacher Bolzcourt scheint Laune gemacht zu haben.

Und natürlich ist da die Lust auf mehr, was den Rest der Saison betrifft. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir so gut dastehen. Luft nach oben ist aber immer“, bilanziert Schütz den bisherigen Verlauf der Saison, der die SG auf Rang zwei gebracht hat. Da ist plötzlich auch für die Torjägerin die Meisterschaftsrunde ein Thema. „Das wäre die Garantie für unser Saisonziel Klassenerhalt, und wir könnten da ohne Druck aufspielen“, so Schütz, die aber ihre Fußball-Leidenschaft wird bremsen müssen.

Künftig weniger Einsätze für Landau/Wolfhagen

Gerade beginnt die Examensvorbereitung für das Jura-Studium in Göttingen. Das heißt: Jeden Samstag nicht mehr (nur) auf Fußball fokussieren, sondern auf eine knackige Klausur. So oft es geht, steht dann die Sporttasche fertig gepackt schon im Kofferraum. Aber auf die Auswärtsspiele werde sie wohl oder übel verzichten, so Schütz: „Der Aufwand fürs Studium ist sehr groß..

Einmal pro Woche wolle sie beim Training sein, sagt Sarah Schütz. „Das ist auch ein guter Ausgleich zum langen Sitzen am Schreibtisch.“ Dass sie trotz weniger Trainingsaufwand spielt, während fleißigere Mitspielerinnen eventuell weniger Einsatzchancen bekommen, sei kein schönes Gefühl, verrät die Topscorerin der SG. „Ich hoffe aber auf das Verständnis der Teamkolleginnen.“

An diesem Samstag hat die angehende Juristin aber nach der Klausur gleich wieder Fußball im Kopf. „Das Motto heißt natürlich: Sieg“, blickt die Torjägerin voraus auf das ewig junge Derby zu Hause gegen den SV Anraff, das schon zum vierten Mal seit Mitte August stattfindet. Da Sarah Schütz dabei ist, kann eigentlich nichts schief gehen. Es sei denn, sie möchte mal wieder ins Tor. (schä)

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