Fünf Wochen von Flensburg bis Twiste unterwegs

500 Tonnen schwer, 75 Meter lang: Schwertransport kommt in Twiste an

Schwertransport mit 32 Achsen transportiert einen Groß-Transformator.
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Der Schwertransport eines Transformators war fünf Wochen lang zwischen Flensburg und Bad Arolsen zum Umspannwerk bei Twiste unterwegs.

Ein echtes Schwergewicht hat in der Nacht von Freitag auf Samstag das Umspannwerk Twistetal erreicht. 75 Meter lang und ein Gesamtgewicht von über 500 Tonnen brachte der Schwerlastransport auf die Waage, um einen 254 Tonnen schweren Direktkuppeltransformator sicher in das Umspannwerk an der Bundesstraße B252 zwischen Twiste und Mengeringhausen zu transportieren.

Bad Arolsen/Twistetal - Der stromnetzbetreiber TenneT modernisiert bis Ende 2022 die mehr als 40 Jahre alte Anlage und macht diese fit für die Energiewende.

Herzstück eines jeden Umspannwerks sind die Transformatoren. Sie verbinden die Stromautobahnen von TenneT mit den Strombundesstraßen und sorgen dadurch für eine sichere Stromversorgung rund um die Uhr, bei jedem Wetter und an 365 Tagen im Jahr.

Stromflüsse in zwei Richtungen ermöglichen

Aufgrund des Ausbaus erneuerbarer Energiequellen und der Prognosen für die kommenden Jahre, müssen sowohl die Umspannkapazitäten als auch die bestehenden Leitungen modernisiert werden. Denn mit der Energiewende ändern sich die Aufgaben des bestehenden Netzes.

Das Umspannwerk zwischen Twiste und Mengeringhausen wird nach 40 Jahren modernisiert.

Während früher Strom von den großen Kraftwerken zum Verbraucher in einer Art Einbahnstraße transportiert wurde, ändern sich heute die Richtungen der Lastflüsse je nach Wetterlage.

Windenergie fürs Rhein-Main-Gebiet

Insbesondere der Strom aus Windenergieanlagen in Nordhessen und im südlichen Ostwestfalen muss mehr und mehr über das Umspannwerk Twistetal eingesammelt und Richtung Rhein-Main-Gebiet abtransportiert werden.

Hierfür hat TenneT den in Flensburg frei gewordenen Trafo eingeplant. Außerdem modernisiert das Bayreuther Unternehmen seit einigen Monaten auch die Leitung von Twistetal nach Borken. Die Notwendigkeit dieser Maßnahme wurde erst zu Beginn des Jahres von Bundestag und Bundesrat wiederholt bestätigt.

Küstenschiff, Binnenschiff, Straße

Rund fünf Wochen hat die Trafo-Reise gedauert. Zunächst ging es per Straßentransport von Flensburg zur dänischen Hafenstadt Aabenraa und von dort per Küstenschiff über die Ostsee, den Nord-Ostsee-Kanal sowie Nordsee und Rhein zum Duisburger Hafen. Hier wurde der Trafo auf ein Binnenschiff umgeladen und nach Hamm (Westfalen) verschifft.

Die letzte Strecke war die aufwendigste, denn insgesamt 175 Kilometer mussten nun auf dem Straßenweg bewältigt werden. Hierfür wurden insgesamt sechs Nächte benötigt, bevor der 75 Meter lange Straßentransportzug sein Ziel erreichte. Gefahren wurde stets in der Nacht, um die Auswirkungen auf den Straßenverkehr zu minimieren.

Schwankende Grünstromeinspeisung

Die größten Herausforderung stellen dabei regelmäßig die Brückenbauwerk dar. Um diese sicher zu befahren, ist das Gesamtgewicht von über 500 Tonnen auf insgesamt 32 Achsen verteilt.

Ende 2022 werden die Arbeiten im Umspannwerk Twistetal abgeschlossen sein. Dann ist die Anlage bereit für die Netzverstärkung Richtung Borken. Um die schwankende Grünstromeinspeisung besser zu steuern wird in den kommenden Monaten noch eine sogenannte Kompensationsspule antransportiert und für den Betrieb vorbereitet.

Diese ist zwar nicht ganz so schwer wie der Transformator, wird aber dennoch weit über 100 Tonnen wiegen. Insgesamt investiert TenneT am Standort Twistetal rund zehnMillionen Euro und trägt somit auch im Waldecker Land zum Gelingen der Energiewende bei.

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