Zitterpartie am Wahlabend

Arolser CDU-Kandidat zieht über Landesliste in Bundestag ein: Für Armin Schwarz gehts nach Berlin

Zwei Männer stehen vor dem Reichstag in Berlin.
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Nachfolgeregelung in Berlin: Armin Schwarz (links) rückt über die Landesliste der hessischen CDU in den Bundestag ein. Dort löst er Thomas Viesehon ab, der diesmal nicht zur Wahl stand, in den vergangenen fünf Monaten aber noch einmal als Nachrücker in den Bundestag eingezogen war. Das Foto ist Ende August entstanden.

Die Zitterpartie ist für Armin Schwarz beendet. Der CDU-Kandidat aus Bad Arolsen, der sich bei der Bundestagswahl nicht gegen seine SPD-Gegenkandidatin Esther Dilcher durchsetzen konnte, rückt über die Landesliste der CDU in den Bundestag ein.

Bad Arolsen - „Als wir gegen 0.30 die Wahlparty im Lokal Plückers verließen, da war noch gar nichts klar“, erzählt der 53-Jährige. Zu diesem Zeitpunkt habe es noch geheißen, dass die hessische CDU elf Abgeordnete nach Berlin entsenden würde, sieben direkt gewählt und vier von der Landesliste. Dann wäre es für ihn knapp geworden, räumte Schwarz ein.

Am Morgen nach der Wahl aber steht fest, dass es durch Überhang- und Ausgleichsmandate in Bayern für zwölf Abgeordnete der hessischen CDU reicht, fünf von der Landesliste. Einer davon ist Armin Schwarz aus Bad Arolsen.

Stimmung bei vielen CDU-Politikern am Boden

„Es hilft nicht, drumherum zu reden“, sagt der Vollblutpolitiker: „Die gestrige Wahl war für uns in Summe ein großes Desaster. Sogar unser hessischer Spitzenkandidat Helge Braun, der schon mehrfach direkt in den Bundestag eingezogen ist, schaffte es diesmal nur über die Landesliste. Und wenn man bedenkt, dass die hessische CDU einmal mit 17 Abgeordneten in Berlin vertreten war, von denen jetzt nur zwölf übrig bleiben, dann kann man sich vorstellen, dass die Stimmung bei den meisten am Boden ist.“

Wie angekündigt, war Schwarz am Montag auf dem Weg nach Wiesbaden, um mit dem Präsidium und weiteren Führungsgremien der Partei den Wahlausgang zu analysieren.

Ernste Worte nach der verlorenen Wahl

Politische Beobachter gehen davon aus, dass bei diesen Treffen kein Blatt vor den Mund genommen wird. Vor allem wird Ministerpräsident Volker Bouffier sich dafür zu rechtfertigen zu haben, sein ganzes politisches Gewicht für die Kanzlerkandidatur von Armin Laschet in die Waagschale geworfen zu haben.

Ende August war Armin Schwarz das letzte Mal in Berlin. Dort traf er sich am Tag der großen Afghanistan-Debatte zu einem gemeinsamen Foto mit Thomas Viesehon vor dem Reichstag.

Vollblutpolitiker Armin Schwarz

Viesehon hatte bei der Bundestagswahl 2013 das Direktmandat im Wahlkreis 167 gewonnen, unterlag dann aber 2017 seiner SPD-Herausfordererin Esther Dilcher. Am 8. Mai 2021 rückte Viesehon noch einmal für fünf Monate als Nachrücker in den Bundestag nach.

Der 53-jährige Armin Schwarz arbeitete als Berufsschullehrer, bis er im November 2011 als persönlicher Stellvertreter des Landtagsabgeordneten Wilhelm Dietzel in den hessischen Landtag einzog. Bei den Landtagswahlen 2013 und 2018 konnte er sein Mandat verteidigen. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Landtagsfraktion.

Persönlicher Stellvertreter kommt aus Diemelsee

Wenn Armin Schwarz nun in den Bundestag einrückt, wird wiederum sein persönlicher Stellvertreter Jan-Wilhelm Pohlmann aus Diemelsee als neuer Landtagsabgeordneter nach Wiesbaden wechseln. (Elmar Schulten)

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