„Es macht mich glücklich, wenn sie glücklich sind.“

Bad Arolser Schülerinnen kümmern sich um Flüchtlingskinder

Sie haben ein großes Herz für Kinder: Leyla Murg (16, links) mit Hamza auf dem Schoß und Zeyneb Özdemir (17) mit Hatim im BBW Berufsbildungswerk Nordhessen. Die Kinder stammen aus einer somalischen Flüchtlingsfamilie. Foto:  Wüllner

Bad Arolsen. Die Kinder, die derzeit im Berufsbildungswerk Nordhessen untergebracht sind und als Asylbewerber gelten, haben in ihrem kurzen Leben schon viel Schlimmes erlebt. Das wissen auch Leyla Murg und Zeyneb Özdemir von der Kaulbach-Schule.

Deshalb nehmen sie sich in ihrer Freizeit ein paar Stunden, um mit den traumatisierten Kindern zu spielen, zu basteln und auch zu lernen.

„Es macht mich glücklich, wenn die Kinder glücklich sind“, sagte Zeyneb, die 17 Jahre alt ist. Und Leyla (16) fügt hinzu, dass auch ihre Mutter und ihre Schwester mal Flüchtlinge waren. Jetzt könne sie alles noch besser verstehen und nachvollziehen.

„Sozial macht Schule“ heißt das Projekt, das es bereits seit dem Jahr 2007 gibt. Und egal, ob Altenheim, Grundschule oder Asylbewerber, hier wollen junge Menschen etwas Gutes tun. Herbert Weygandt ist Bindeglied dieses Projektes und Vorsitzender der Mitgliederversammlung des Bathildisheims. Er ist begeistert von dem Engagement der Schüler, die alle kurz vor ihrem Schulabschluss stehen und sich dennoch die Zeit für die Kinder nehmen. „Wir sind eine bunte Gesellschaft und die Mädchen sind ein wunderbares Beispiel für gelebte Inklusion“, sagte Weygandt. Schon lange sei Kaulbach-Lehrerin Doris Gerhad auf diesem Feld engagiert. Mit ihrem Eintritt in den Ruhestand wird sie diese Aufgabe an Doris Lauhof-Emde übergeben.

Ein Schuljahr lang läuft dieses Projekt, berichtete Schulleiterin Rosel Reiff. Die teilnehmenden Schüler erhalten ein Zertifikat für soziale Kompetenz. An der Kaulbach-Schule finden auch Intesivsprachkurse statt, ebenso helfen auch hier ehrenamtliche Betreuer. „Die Kinder, die betreut werden, sind zum größten Teil sehr mutig und offen für alles, was hier angeboten wird“, sagte Reiff. Gerne werden noch weitere Ehrenamtliche gesehen, die sich hier engagieren möchten. Auch Elena Deuermeier (14) und Sozdar Özdemir (16) gehen in das Berufsbildungswerk im Mengeringhäuser Feld und betreuten dort Kinder.

„Manchmal gibt es auch traurige Momente“, sagte Sozdar. Doch sie sei sehr motiviert, die Kinder aufzufangen, so gut sie kann. Sozdar spricht kurdisch, türkisch und englisch und kann sich aber auch mit „Händen und Füßen“ verständigen. Berührungsängste gibt es offenbar nicht.

Im Berufsbildungswerk sind Menschen untergebracht, die vom Landkreis Waldeck-Frankenberg in das BBW zugewiesen worden und auch Asylbewerber, die vom Land nach Bad Arolsen zugewiesen worden. Diese bleiben dann nur wenige Wochen. „Sie werden quasi durchgereicht“, sagte Weygandt. Und genau in dieser kurzen Zeit soll ihnen Wärme und Zuneigung geschenkt werden

Eine besondere und herausragende Rolle übernimmt dabei Hannelore Ludwig, die die Asylbewerber im BBW betreut. Sie hat eine ganz besonders warme Art und ist sehr organisiert. Ebenso Harald Saure vom BBW. Kein Wunder also, dass ein Neugeborenes aus Somalia nun den Namen Mohamed-Harald trägt.

Von Monika Wüllner

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