Asylbewerber gut betreuen: Runder Tisch in Bad Arolsen für die Organisation

Jürgen van der Horst

Bad Arolsen. Bürgermeister Jürgen van der Horst will sich bestmöglich auf die Ankunft von 55 Asylbewerbern vorbereiten. Dazu ist eine gute Organisation und Koordination unabdingbar. Deshalb sollen alle Interessierten am 3. März um 18 Uhr im Bürgerhaus zusammenkommen, um Ideen und Vorschläge zu sammeln und Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

Denn es geht nicht allein um die Unterbringung der von Krieg und Elend traumatisierten Menschen, es geht auch um eine gute Betreuung. Van der Horst weiß, dass sich viele Menschen bereits sehr engagieren und das Stimmungsbild in Bad Arolsen sei deutlich positiv. Weil die Neuaufnahme kompliziert werden könnte, soll die Koordination besonders gut sein und sich ein Netzwerk etablieren. Der Landkreis habe die Kommunen um Unterstützung gebeten. Die vier verschiedenen Handlungsfelder beinhalten Koordinaton, Unterkunft, Sachmittel und Betreuung.

Die Stadt Bad Arolsen bleibt in allen Fragen Ansprechpartner, damit nicht doppelt gearbeitet wird. Auch die Suche nach geeigneten Unterkünften übernimmt die Stadt in Absprache mit dem Landkreis. Auch die Kirchen sollen mit ins Boot geholt werden. Van der Horst sieht eine Zusammenarbeit mit den kirchlichen Kleiderkammern und der Arolser Tafel. „Die Menschen sind oft nicht gut ausgestattet, wenn sie bei uns ankommen“, sagte van der Horst. Und Kindern fehle oft auch Spielzeug. Auch bei der Beschaffung von Möbeln soll es eine bedarfsgerechte Zuordnung geben.

Van der Horst und auch Pfarrer Gerhard Lueg hoffen auf die Bereitschaft in der Bevölkerung, Patenschaften für Flüchtlinge zu übernehmen. Es gehe darum, den Alltag für diese Menschen zu organisieren. Denn die werden nicht in Gemeinschaftseinrichtungen untergebracht, sondern „sehr kleinteilig“. So sollen im Rathaus in Landau, im Haus Waldfrieden in Neu-Berich und eventuell in Pensionen Flüchtlinge untergebracht werden. Alle Ortsbeiräte seien informiert. „Wir brauchen die Ortsgemeinschaft. Es müssen alle ran“, sagte van der Horst. Seiner Einschätzung nach sei die Spitze der Flüchtlingswanderung noch nicht erreicht.

Der evangelische Pfarrer Gerhard Lueg begrüßt die Einrichtung des rundes Tisches im Bürgerhaus. „Wir müssen Menschen ermutigen, mit den Flüchtlingen Kontakt aufzunehmen. Das funktioniert auch zur Not mit Händen und Füßen“, sagte Lueg. Man dürfe sich aber nicht als Trauma-Therapeut sehen oder als finanzieller Unterstützer. Hier gehe es mehr um die menschliche Nähe, die Hilfe im Alltag, beim Sprechen und mehr. Pfarrer Lueg sieht auch eine Chance für Pensionsbesitzer, ihre Räume entsprechend zu vermieten. Als Beispiel nannte er eine Helserin, die trotz ihres Alters Flüchtlinge in ihrer Pension aufgenommen hat und für die Menschen eine Art „Mutter“ geworden ist. „Wünschenswert wäre in vielen Bereichen auch eine 'Entbürokratisierung'“, sagte Günter Pohlman, Fachbereich Zentrale Dienste. Erwartet werden in Bad Arolsen Flüchtlinge aus Syrien, dem Kosovo und auch Serbien sowie aus Nordafrika.

Service:Wer Räume zur Verfügung stellen möchte oder Informationen dazu benötigt, meldet sich bei Günter Pohlmann, Fachbereich Zentrale Dienste, Telefon: 05691 / 801191 oder per E-Mail: guenter.pohlmann@bad-arolsen.de

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