Ausstellung: Mehr als 100 Lego-Modelle im Museum

Massenhausen. Andreas Winkler muss kurz überlegen. „Etwa 20 Stunden Arbeit stecken da schon drin", sagt er. Aber klar, das hänge auch immer von der Größe des Modells ab.

Doch für den gelb leuchteten Baukran, der an diesem Tag auf einem großen Tisch seine Runden dreht, waren doch mehrere Tage Arbeit nötig.

Der vergangene Sonntag im Hof Meier in Massenhausen: Eisenbahnen drehen ihre Runden, Fans stehen im Fußballstadion, ein Baukran arbeitet sich an aufgehäuften Kronkorken ab. Dieser dritte Advent war ein besonderer Tag, auch für das Waldeckische Spielzeugmuseum. Der Grund: Andreas Winkler und Nik Kesting präsentierten ihre Lego-Sammlung. Weit über 100 Modelle - allesamt ganz unterschiedlich, aber immer mit der Liebe zum Detail zusammengebaut - waren zu bestaunen.

Ein Angebot, das sich viele kein zweites Mal unterbreiten ließen: Schon am frühen Nachmittag herrschte reges Treiben im Spielzeugmuseum. „Mit dieser Resonanz haben wir wirklich nicht gerechnet“, sagt Andreas Winkler. Der 28-Jährige ist seit seiner Kindheit großer Fan von Lego. „Wie das so ist, man bekommt etwas geschenkt und irgendwann wird es immer mehr“, sagt er lächelnd. Und: Mit dem Alter seien die Modelle anspruchsvoller geworden. Ähnlich ist es bei Nik Kesting. Der Schüler schätzt besonders die Vielseitigkeit von Lego, die es ermögliche, die eigene Kreativität auszuleben. „Im Gegensatz zu Playmobil kann man alles bauen, was man möchte“, betont der 15-Jährige.

Silvia Kesting, die Mutter von Nik, kann sich noch gut an den Anfang von Niks Leidenschaft für Lego erinnern. „Sein erstes Modell bekam er mit fünf Jahren.“ Seitdem gebe es zu jedem Geburtstag und zu Weihnachten ein neues Modell. „Früher habe ich an Heiligabend immer mit ihm gebaut, denn bis zum ersten Weihnachtstag musste das Modell ja fertig sein“, sagt sie lachend.

Fahrzeug aus den 60ern 

Drei Lego-Fans: Nils Becker (von links), Till Drolshagen und Yannis Marpe schauten genau hin, wie die Modelle denn eigentlich funktionieren. Fotos:  Deutschländer

Ein Höhepunkt für beide war die Reise nach Berlin vor einiger Zeit. Dort haben Nik und seine Familie einen Lego-Bauer besucht, der sich auf den Nachbau Berliner Sehenswürdigkeiten spezialisiert hat. „Die Reise war wirklich toll“, sagt Mutter Silvia. Nik Kesting und Andreas Winkler kennen sich, beide wohnen in Massenhausen. Als Nik und ein Freund vor einiger Zeit im kleineren Rahmen ihre Modelle präsentierten, seien beide ins Gespräch gekommen, erinnert sich Winkler.  Ihm wurde die Leidenschaft quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater Franz begann in den 1960er-Jahren eine Lehre bei Dietel, das Modellkasten herstellte und später von Lego aufgekauft wurde. Folglich war das älteste Modell am Sonntag ein Fahrzeug mit Anhänger. „Anfang der 60er-Jahre gebaut“, sagt Franz Winkler. Vater und Sohn teilen also eine Leidenschaft. „Und wenn ich mal ein Haus kaufen sollte, dann muss ein großer Hobbyraum für die Modelle mit drin sein“, sagt Andreas Winkler und lacht.

Von Luca Deutschländer

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