Bebauungsplan „Linsenköppel“

Bauen ohne Schottergärten im erweiterten Landauer Wohngebiet

Das Baugebiet Linsenköppel in Landau soll um die zweite Straßenseite der Straße Restebusch erweitert werden. Das Planverfahren kommt nun nach längeren Jahren Schwebezustand zu einem guten Ende.
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Das Baugebiet Linsenköppel in Landau soll um die zweite Straßenseite der Straße Restebusch erweitert werden. Das Planverfahren kommt nun nach längeren Jahren Schwebezustand zu einem guten Ende.

Nach 20 Jahren bekommt das Baugebiet „Linsenköppel“ in Landau eine planungsrechtlich solide Basis.

Bad Arolsen-Landau – Ziel der erfolgten neuen Auslegung war die rechtliche Sicherung der in den vergangenen Jahren dort gebauten Gebäude sowie die Schaffung von Baurecht für neue Bauplätze.

Geltungsbereich verkleinert

In den vergangenen Jahren haben sich die Voraussetzungen gegenüber der ursprünglichen Planung dahingehend verändert, dass der Geltungsbereich von fünf Hektar auf den aktuellen Geltungsbereich mit 1,6 Hektar verkleinert werden muss. Mehrere Flächen stehen nicht zur Verfügung.

Die Erwartungen seien hoch gewesen, dass endlich gebaut werden könne, blickte Bürgermeister Jürgen van der Horst bei der Sitzung des Planungs-, Umwelt- und Stadtentwicklungsausschusses in die lange Geschichte des Baugebietes zurück. Ziel müsse es künftig sein, nur noch Areale zu „beplanen“, die auch im Besitz der Stadt seien und folglich für die Bebauung bereitständen.

Schottergärten unerwünscht

Für das erweiterte Baugebiet wird die Anlage von sogenannten Schottergärten untersagt, um eine weitere Versiegelung zu vermeiden, das Kleinklima zu verbessern und Artenvielfalt zu fördern. Der Bau von Regenwasserzisternen werde empfohlen, aber nicht vorgeschrieben, ergänzte Marko Tröger vom Fachbereich Stadtentwicklung, Bauen und Immobilien.

Erstaunt fragte Andreas Schad (SPD), warum der Bau einer Zisterne nicht vorgeschrieben werde, wie das etwa im Helser Weg der Fall gewesen sei. Bürgermeister Jürgen van der Horst verwies dazu auf einen Bestandsschutz für die bereits bebauten Grundstücke im Linsenköppel. Tröger erklärte, dass aktuell Kommunen wegen einer fehlenden rechtlichen Grundlage keine Pflicht festgeschrieben werde.

Zisternen empfohlen

Auch müsse die Verhältnismäßigkeit in Betracht gezogen werden: Reiche die Grundstücksfläche für so ein Bauwerk aus? Das Grundwasser sei nicht knapp. In Bad Arolsen gehe der Verbrauch so weit zurück, dass schon gefragt werde, ob dieser Rückgang schon „systemkritisch“ werde.

Derzeit sei nicht geklärt, ob die Bauplätze mit schnellem Internet durch die Netcom versorgt würden oder einen anderen Anbieter, berichtete der Bürgermeister.

Schutz für Bauernhöfe

Da das Immissionsschutzgutachten von 2001 veraltet sei, so Tröger, wurde ein neues in Auftrag gegeben. Die Fachleute kommen in dem neuen Gutachten zu dem Schluss, dass die landwirtschaftlichen Betriebe sich nicht nachteilig auf das Baugebiet auswirkten.

Auch bei einer Erweiterung der Betriebe sei dies nicht zu erwarten. (Armin Haß)

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