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Den Arolser Meistern Rauch und Kaulbach verpflichtet

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Von: Elmar Schulten

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Gruppenfoto mit Marmorbüste: Zwei Frauen und ein Mann im Museum.
Sandra Simshäuser ist neue Leiterin des Museums Bad Arolsen. Das Foto zeigt sie zusammen mit Bürgermesiter Marko Lambion und ihrer Vorgängerin Dr. Birgit Kümmel neben einer Büste von Christian Daniel Rauch. © Elmar Schulten

Nach fast 30 Jahren vollzieht sich in diesen Tagen ein Wechsel in der Leitung des Museums der Stadt Bad Arolsen. Gleichzeitig wird ein Zeichen für Kontinuität in der Kulturhauptstadt des Waldecker Landes gesetzt, wie Bürgermeister Marko Lambion im Christian-Daniel-Rauch-Museum betont.

Bad Arolsen - Die Kunsthistorikerin Sandra Simshäuser, die über viele Jahre für die Waldeckische Landeszeitung schwerpunktmäßig über kulturellen Themen berichtet hat, übernimmt die Leitung des Museums der Stadt.

Die 47-jährige löst damit Dr. Birgit Kümmel ab, die sich in den Ruhestand verabschiedet. Sie kam 1990 als Projektleiterin für die Barockausstellung mit dem Titel „indessen will es glänzen“ nach Bad Arolsen und verfasste den Ausstellungskatalog,der bis heute als Standardwerk über die Anfänge der Stadtgeschichte gilt.

Weltweit einziges Christian-Daniel-Rauch-Museum aufgebaut

In der Folge wurde Dr. Birgit Kümmel 1993 Museumsleiterin und ordnete die vielfältige Museumslandschaft mit Rauch-Geburtshaus, Barockpalais Schreiber und Kaulbach-Haus. Gemeinsam mit Bürgermeister Gerhard Schaller schaffte sie es dann um die Jahrtausendwende, das Christian-Daniel-Rauch-Museum im Marstall aufzubauen und mit Dauerleihgaben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zu einem Museum aufzubauen, das bundesweit einen guten Ruf genießt.

Dr. Kümmel bleibt offiziell noch bis Ende September im Amt, wird dem Museum aber darüber hinaus noch als Vorsitzende des Hessischen Museumsverbands verbunden bleiben. Ihre Wiederwahl steht für den 24. September beim Verbandstag in Bad Arolsen an. „Man hat mich gebeten, noch einmal anzutreten“, berichtet die engagierte Museumsleiterin.

Mit Museum und Kulturvereinen bestens vertraut

„Für die Stadt Bad Arolsen und alle Kulturinteressierten ist es eine wichtige Nachricht, dass die herausragende Arbeit im Museum auch künftig ohne Abstriche in der Qualität fortgeführt wird“, stellte dazu Bürgermeister Lambion fest. Die Ausschreibung der Stelle habe zahlreiche Bewerbungen ausgelöst.

Der Magistrat habe sich schließlich für die beste Bewerberin entschieden: Sandra Simshäuser sei nicht nur mit dem kulturellen Leben der Stadt bestens vertraut und vernetzt, sie habe in den vergangenen Jahren auch auf vielfältige Weise „Museumsluft geschnuppert“.

Museumsbestände inventarisiert

Als Journalistin und studierte Kunsthistorikerin habe sie regelmäßig über die Ausstellungen im Schloss berichtet. Darüber hinaus aber hatte sie über sieben Jahre hinweg Honorar- und Werkverträge zur Unterstützung der Museumsleitung. So habe sie Texte für Ausstellungskataloge verfasst, beim Auf- und Abbau der Ausstellungen mitangepackt und über Jahre hinweg die umfangreichen Bestände des Rauch-Museums, des Kaulbach-Museums und weiterer historischer Sammlungen inventarisiert.

„Deshalb ist Frau Simshäuser im Moment diejenige, die den Bestand im Depot am besten kennt“, so Dr. Kümmel. Diese analogen Inventarlisten würden nun systematisch in das digitale Archiv von „Digikult“ überführt. Dieses Portal arbeite mit Europeana (europeana.eu) und der Deutschen Digital-Bibliothek (deutsche-digitale-bibliothek.de) zusammen. Diese beiden Portalen machten ausgewählte Kulturgüter der Öffentlichkeit zugänglich, indem Bilder und erläuternde Texte online veröffentlicht würden.

Künftig gezielt auch Jugendliche ansprechen

Auf langjährige Erfahrungen auf dem Bereich der Museumspädagogik kann die neue Museumsleiterin ebenfalls verweisen. Als Museumsführerin hat sie Führungen für Kinder und Erwachsene konzipiert und umgesetzt.

Nun sieht sie es als ihre Aufgabe an, verstärkte Jugendliche für das Museum zu interessieren, damit auch in Zukunft noch genügend ehrenamtliche Helfer für die Museumsführungen zur Verfügung stehen. Dazu arbeitet das Museum der Stadt auch mit dem Museumsverein und der Christian-Rauch-Schule zusammen.

Die Kaulbachs und Rauch im Blick

Ihre Pläne fasst die neue Museumsleiterin so zusammen: „Wir wollen das hohe Niveau beibehalten. Wir sind kein Heimatmuseum. Wir zeigen Werke namhafter Künstler, die in Bad Arolsen geboren sind, und das sind nun mal Christian Daniel Rauch und die vielen Sprosse der Künstlerfamilie Kaulbach.“

Deshalb seien für 2024 und 2025 auch größere Ausstellungen zu den Kaulbachs geplant, bei denen dann Jubiläen anstünden. Darüber hinaus wird das Museum in den Ausstellungsräumen im Schloss auch künftig zwei Sonderausstellungen im Jahr präsentieren. (Elmar Schulten)

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