Pläne für Spätsommer

Vorhang öffnet sich wieder auf den Bühnen in Nordwaldeck

Die Theatermacher aus Nordwaldeck planen den Neustart. Von links: Dr. Norbert Wirtz und Silke Volkmann (Statt-Theater Mengeringhausen) sowie Peter Famulok und Reiner Freudenstein von der Bad Arolsen Company. Neues plant auch die Freilichtbühne Twiste, deren Vorsitzender Dr. Theo Berlitz auf dem Bild fehlt.
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Die Theatermacher aus Nordwaldeck planen den Neustart. Von links: Dr. Norbert Wirtz und Silke Volkmann (Statt-Theater Mengeringhausen) sowie Peter Famulok und Reiner Freudenstein von der Bad Arolsen Company. Neues plant auch die Freilichtbühne Twiste, deren Vorsitzender Dr. Theo Berlitz auf dem Bild fehlt.

Die drei nordwaldeckischen Theatervereine Bad Arolsen Company, Freilichtbühne Twiste und Statt-Theater Mengeringhausen planen Neustart nach dem Lockdown.

Bad Arolsen – Die Theatermacher aus Nordwaldeck planen schon einen Neustart ihres kulturellen Programmes. Beim Statt-Theater Mengeringhausen, beim BAC-Theater Bad Arolsen und bei der Freilichtbühne Twiste soll sich nach dem pandemiebedingten Lockdown bald wieder der Vorhang heben.

Das wurde vereinbart

Die recht verschiedenen Kulturvereine zeigten sich in Gesprächen mit der WLZ einig: „Wir wollen zeigen, dass wir noch da sind und auf die Bühne gehen“, brachte es Ehrenvorstandsmitglied Dr. Norbert Wirtz vom Statt-Theater Mengeringhausen auf den Punkt. Und sie haben vereinbart, sich mehr abzustimmen und auf dieser Ebene mehr zusammenzuarbeiten.

Für den Herbst ist der Beginn von Proben beim BAC-Theater geplant, um in der Saison 2022 wieder ein eigenes Programm bieten zu können, so Vorsitzender Reiner Freudenstein. Die beiden Theatermacherinnen Monika Löschner und Dr. Ursula Braun wollen kleinere Stücke von kürzerer Dauer auf die Bühne bringen.

Kurze Aufführungen im Sommer

Ähnlich ist auch das Konzept auf der Freilichtbühne, nur dass bereits im kommenden August im Waldtal kurze und verschiedenartige Stücke für Kinder und Erwachsene bis in Seniorenalter angeboten werden sollen, so Vorsitzender Dr. Theo Berlitz. 200 bis 300 Besucher sollen auf der weitläufigen Tribüne Platz nehmen können.

Das ist mit einem hohen Aufwand verbunden, schätzt Berlitz. Denn auch dann müssen Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie eingehalten werden, die dürften von der Anmeldung, der aktuellen Registrierung und den Hygieneregeln vor Ort einige Arbeit verursachen. Dabei werde sich nach Information des Gesundheitsamtes erst sehr kurzfristig entscheiden, was getan werden muss und was überhaupt möglich sei.

Jäher Stopp im Frühjahr 2020

So setzen sowohl Berlitz als auch viele andere Kulturschaffende darauf, dass die Inzidenzen weiter nur nach unten gehen und noch viel mehr Menschen geimpft werden.

Den Theatermachern ist die Enttäuschung noch gut in Erinnerung, als der erste Lockdown 2020 alle Aktivitäten jäh stoppte. „Meine erste Amtshandlung als neu gewählter Vorsitzender war es, das Theater zu schließen und Gastspiele zu stornieren“, berichtet Freudenstein vom BAC-Theater.

Hoher Aufwand

Der Aufwand durch die Probenarbeit, Kostüme oder Kulissen war für die Komödie „Taxi,Taxi“ beim Statt-Theater hoch. Die Generalprobe war noch gelaufen, doch am Freitag, 13. März, wurde die Premiere indessen abgesagt.

Bitter war der Lockdown auch für die Freilichtbühne in Twiste, die alle ihre Aufführungen, die erst im Sommer beginnen sollten, absagen musste. Proben waren in der Situation nicht möglich.

Arbeiten laufen weiter

Immerhin konnten Neubauarbeiten und Renovierungen in Twiste fortgesetzt werden. Alle drei Ensembles sind froh, dass sie für schlechte Zeiten vorgesorgt haben und die laufenden Kosten decken können.

Schließlich sind alle auch vom Prinzip Hoffnung getragen: Das Statt-Theater setzte am Kreisel Birkenweg ein Lebenszeichen und lud zum Bemalen einer Bank am Freibad ein. Und im Frühsommer keimte schon die Hoffnung auf, dass die mit dem Verein eng verbundene Festspielgruppe für ein Freischießen 2021 bald mit den Proben beginnen könne. Doch bekanntlich wurde das Heimatfest auf 2022 verschoben.

Erste Versuche

Beim BAC-Theater versuchte n es der Vermieter Andreas Blume mit der federführend tätigen Tochter Louisa mit Autokino. Doch die Resonanz war zu gering.

Im Herbst dann durfte der Gitarrist Vicente Patiz zweimal Minikonzerte geben „und war happy, dass er überhaupt spielen durfte“, so Freudenstein. Das war es dann. Der zweite Lockdown kam.

Wie geht es weiter?

Die drei Ensembles und ihre für die Organisation kultureller Veranstaltungen Verantwortlichen sind nach übereinstimmender Einschätzung bereit für einen Neustart..

Offen ist jedoch nach Einschätzung von Peter Famulok, ob „Das Herz eines Boxers“ noch im BAC-Theater aufgeführt werden wird. Die Proben müssten noch einmal von vorne beginnen, die Inszenierung erfordere einen hohen Aufwand.

Programm auf der Freilichtbühne

Für die Freilichtbühne sind laut Berlitz sechs, sieben kleinere Darbietungen geplant, mit nur wenigen Akteuren auf der Bühne: Kinderstücke, komödiantische Aufführungen, Sketche, improvisierte Stücke oder ein Nachmittag auf Platt für ältere Bürger.

Entgegen der Befürchtung, dass manche Aktive durch den Lockdown „lieber auf dem Sofa sitzen als proben wollten“, seien alle bereit für Aktivitäten auf der Bühne, freut sich der Spielscharleiter. Nach den Mini-Aufführungen im Spätsommer werden die Gruppen im Herbst mit den Proben für 2022 beginnen: „Wir hoffen auf eine normale Saison.“

Bühne für Konzerte angeboten

Darüber hinaus bietet die Freilichtbühne Technik und Bühne verstärkt auch für Musikgruppen an, die gerne unter freiem Himmel vor größerem Publikum spielen und auch gastronomische Angebote nutzen wollten.

Beim Statt-Theater planen die jüngeren Darsteller kurze Aufführungen, in denen Erfahrungen aus der Corona-Pandemie erzählt werden. Danach wird sich ein Großteil des Ensembles mit dem Festspiel für das Freischießen 2021 befassen.

Kino, Gastspiele und Theaterproben sind in Bad Arolsen angesagt: Auch beim BAC-Theater gehen die Lichter bald wieder an. (Armin Haß )

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