Betroffen sind Bad Arolsen und Bramsche

Lackdrahthersteller Essex will 120 Mitarbeiter entlassen

Standort in Bad Arolsen: Beim Lackdrahthersteller Essex arbeiten 250 Menschen. Die Hälfte der Belegschaft soll laut Restrukturierungsprogramm entlassen werden. Foto:  Wüllner

Bad Arolsen. Was sich schon abgezeichnet hat, wurde am Donnerstag für Essex-Mitarbeiter deutlich: 120 Mitarbeiter sollen laut Restrukturierungsprogramm bis zum Jahresende entlassen werden.

Am Standort in Bad Arolsen betrifft das 110 Menschen, in Bramsche (Niedersachsen) zehn Mitarbeiter von 130. „Wir wollen beide Standorte erhalten", sagte Peter Lammers, Werksleiter in Bad Arolsen und zuständig für operative Geschäfte an beiden Standorten. Der Geschäftsbereich Flachdraht habe besonders unter dem Konkurrenzkampf gelitten.

Immer mehr Unternehmen hätten in diesem Bereich Kapazitäten aufgebaut. Jetzt will sich das Unternehmen auf den Runddraht-Sektor konzentrieren.

Die Feinplanung der Mitarbeitersituation soll jetzt mit dem Betriebsrat besprochen werden. Lammers betont, dass die Standorte gesichert werden sollen. Deshalb seien diese Einschnitte notwendig. Auch er bedauere diesen Schritt und es gehe ihm auch nicht gut mit dieser Entscheidung.

Walter Brück, Sekretär der IG Metall Nordhessen, kündigte an, dass es in zwei Wochen Warnstreiks bei Essex geben werde. „Das ist eine Halbierung der Belegschaft“, sagte Brück. Die Plausibilität müsse Essex der IG Metall erst noch vorlegen. „Die Produktion von Flachdraht soll nämlich in das Werk nach Italien verlegt werden“, sagte Brück. Doch auch da sei die wirtschaftliche Lage angeschlagen. „Es wurde gesagt, dass die Kostenstrukturen dort günstiger sind“, erklärte Brück auf Nachfrage der HNA.

In den vergangenen Jahren wurden mehrere Millionen Euro unter anderem für Kupferschmelzen am Standort Bad Arolsen investiert.

Von Monika Wüllner

Weitere Reaktionen auf die Pläne des Unternehmens lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Waldeckischen Allgemeinen am Freitag.

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