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Hessischer Museumsverband in Bad Arolsen: Sorgen wegen Energiepreisen

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Von: Armin Haß

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Dr. Birgit Kümmel (5. von links, neben Museumsleiterin Sandra Simshäuser) ist zur Vorsitzenden des Hessischen Museumsverbands wiedergwählt worden. Neben Vorstandsmitgliedern und Mitarbeitern ganz rechts Bürgermeister Marko Lambion, in der Mitte im Hintergrund Landtagsabegordneter Jan-Wilhelm Pohlmann.
Dr. Birgit Kümmel (5. von links, neben Museumsleiterin Sandra Simshäuser) ist zur Vorsitzenden des Hessischen Museumsverbands wiedergwählt worden. Neben Vorstandsmitgliedern und Mitarbeitern ganz rechts Bürgermeister Marko Lambion, in der Mitte im Hintergrund Landtagsabegordneter Jan-Wilhelm Pohlmann. © Armin Haß

Mit einem gestärkten Selbstverständnis, aber auch mit Sorge blicken die 600 Mitglieder des Hessischen Museumsverbandes in die Zukunft. Bei der Tagung in Bad Arolsen wurde die frühere Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel erneut zur Vorsitzenden gewählt.

Bad Arolsen – Das International Council of Museums (Internationaler Museumsrat) hat bei der Tagung im August in Prag die Rolle der Museen neu definiert und die erweiterte gesellschaftliche Verantwortung bekräftigt, wie Dr. Kümmel berichtete. Dabei gehe es um Teilhabe, das Teilen von Wissen und Reflexion.

Bedeutend für Gesellschaft

Damit seien die Museen endgültig in der Mitte der Gesellschaft angekommen, sie seien wichtige Resonanzräume der Gesellschaft und stellten Haltepunkte dar, die nicht der Schließung anheim fallen dürften, sagte die Verbandsvorsitzende. Die Finanzdecke der Museen werde dünner, privatrechtlich organisierten Museen falle es schwerer, die Komplementärmittel für ihre Häuser zu bekommen.

Die Verbandsvorsitzende verzeichnet einen Rückgang bei ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, hauptamtlich Beschäftigte hätten sich in den vergangenen zwei Jahren neue Tätigkeiten gesucht. Neben Problemen durch die Corona-Pandemie, durch die Museen geschlossen waren und das Besucherverhalten sich geändert habe, drohe nun durch die Energiekrise neues Ungemach.

Probleme ergäben sich durch das Heizen in historischen Gebäuden. Vereine als Betreiber fragten sich, wie sie Energiekosten stemmen sollten. Konservatorische Maßnahmen müssten sorgfältig abgewogen werden, damit am Ende nicht mehr Schaden als Nutzen das Ergebnis sei, mahnte Kümmel.

Energie-Check angeboten

Der Museumsverband biete im Rahmen seiner Aufgaben als ersten Schritt einen Energie-Check an. Dieser sei mit Hinweisen zu energetischen Konzepten verbunden.

Der Museumsverband ist ein Partner für das Ministerium für Wissenschaft und Kunst. In einem Video-Grußwort wies Ministerin Angela Dorn auf die Bedeutung der Provenienzforschung hin, für die vier Häuser, unter anderem das Museum Bad Wildungen, für einen ersten Check ausgewählt wurden.

Es geht dabei um die Herkunft von Sammlungsteilen, besonders auch die Frage, ob Exponate unrechtmäßig angeeignet oder in Museumsbestände eingegliedert wurden. Der Museumsverband ist wichtig bei der Beratung von Museen, bei der Vorbereitung von Förderanträgen und vertritt die Interessen im Hessischen Rundfunkrat.

Museum gestärkt

Bürgermeister Marko Lambion bekräftigte, die Arbeit des Museums der Stadt Bad Arolsen werde ohne Abstriche fortgesetzt. Der Magistrat freue sich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Leiterin, der Kunsthistorikerin Sandra Simshäuser.

Durch die Gründung des Christian-Daniel-Rauch-Museums in Bad Arolsen seien eine einzigartige Sammlung der Arbeiten des großen Sohnes der Stadt und zeitgenössischer klassizistischer Bildhauer aus den Staatlichen Sammlungen Berlin und ein Stück Sicherheit für das Museum Arolsen geschaffen worden, bekräftigte Lambion.

Ein solches Museum sei nicht selbstverständlich in einer Stadt wie Arolsen. Die im Museumsverband vertretenen Häuser bewahrten und zeigten das kulturelle Erbe Hessens. Dabei würden kleinen und jungen Museen auf die Ebene der Einrichtungen in den Metropolen gehoben. (Von Armin Haß)

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