2016 gebaut, 2018 aufgegeben

Wegen Corona: Erstaufnahme für Flüchtlinge in Mengeringhausen reaktiviert

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Das Land Hessen will die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Mengeringhausen reaktivieren.

Die hessische Landesregierung reaktiviert die Liegenschaften in Darmstadt und in Bad Arolsen zur Unterbringung von Flüchtlingen. Grund ist die Eindämmung des Coronavirus.

Sozial- und Integrationsminister Kai Klose (Grüne) hatte am Donnerstagabend erklärt: „Wie bei allen derzeit ergriffenen Maßnahmen ist unser Ziel, die Ausbreitung des (Corona-)Virus zu verlangsamen und die Infektionsketten zu unterbrechen.

Aktuell befinden sich in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen vier positiv getestete Bewohner. Alle seien umgehend isoliert und versorgt worden und zeigten bisher nur leichte Symptome. Die Kontaktpersonen wurden dem Ministerium zufolge ermittelt und von den übrigen Bewohnern getrennt untergebracht.

„Um auf jede weitere Entwicklung vorbereitet zu sein und in den Einrichtungen der Erstaufnahme ausreichende räumliche Kapazitäten vorzuhalten, um positiv getestete Personen isolieren zu können, reaktivieren wir zwei Einrichtungen für Asylsuchende in der Erstaufnahme“, sagte Klose.

Was das konkret für die bereits 2016 kurz nach der Fertigstellung aufgegebene Erstaufnahmeeinrichtung mit insgesamt 528 Plätzen in Mengeringhausen bedeutet, steht noch nicht fest. Dies teilte Bürgermeister Jürgen van der Horst auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Warten auf Details

„Den bisher vorliegenden Informationen nach zu folgen sollen dort Asylbewerber aus anderen Einrichtungen des Landes aufgenommen werden“, sagt der Rathauschef. Die städtische Bioenergiepark GmbH ist Eigentümerin des Grundstücks, auf dem die Häuser stehen und des für die Verwaltung bislang verpachtete ehemalige Georg-Friedrich-Kasinos. Vor Mitte April wird das aber nach ihm vorliegenden Informationen nicht der Fall sein.

„Weitere Details zur Anzahl, zu den Gruppenstrukturen und zum medizinischen Status der zu versorgenden Menschen sind hier nicht bekannt“, sagt van der Horst. Die Unterkunftsgebäude werden zurzeit nicht genutzt, die Nutzung des Kasinogebäudes durch einen Kulturverein der Stadt Bad Arolsen wurde erst einmal bis auf Weiteres beendet.

Der Bürgermeister rechnet nicht damit, dass die gesamte Kapazität der Gebäude ausgeschöpft werde. Es sei nicht bekannt, ob in der Einrichtung auch infizierte Personen untergebracht werden sollen. In Bad Arolsen werden bereits örtlich tätige Sozialunternehmen angefragt, um eine Versorgung und Betreuung von Asylbewerbern zu übernehmen.

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