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Erster Stadtrat Udo Jost leitet die Amtsgeschäfte im Arolser Rathaus

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Von: Elmar Schulten

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Büroszene mit Zimmerblumen und Dekobildern an der Wand: Ein Mann steht mit Aktenmappe vor einem Tresen. Dahinter eine Sekretärin.
Plötzlich Rathauschef: Erster Stadtrat Udo Jost ist nach dem Wechsel von Jürgen van der Horst ins Kreishaus der Chef im Bad Arolser Rathaus. Der neue Bürgermeister, der am 27. März gewählt werden soll, wird zum 1. Mai sein Amt antreten. Udo Jost setzt in der Übergangszeit auf ein gut eingespieltes Team im Rathaus. Dazu gehört an vorderster Front im Vorzimmer Anke Fischer. © Elmar Schulten

Vier Monate lang wird Erster Stadtrat Udo Jost den Chefsessel im Bad Arolser Rathaus ausfüllen. Der 68-Jährige ist zum Jahreswechsel mit dem Wechsel von Bürgermeister Jürgen van Horst ins Kreishaus Chef der Verwaltung geworden.

Bad Arolsen - Die Aufgabe ist für den Pensionär nicht ganz neu, denn Jost ist seit 25 Jahren ein erfahrener Kommunalpolitiker. Der SPD-Mann gehörte dem Stadtparlament an und ist nun schon in der Wahlperiode Mitglied des Magistrates. Von daher ist er mit allen laufenden Themen bestens vertraut.

„Als sich nach der Kommunalwahl im vergangenen März sehr bald herausstellte, dass mich alle Fraktionen als Ersten Stadtrat haben wollten, fühlte ich mich sehr geschmeichelt. Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass ich so bald für ganze vier Monate gefordert sein würde“, verrät Jost und fügt hinzu, dass er sich auf die Aufgabe freue.

„Sie sind die Arbeiter, ich bin der Verkäufer.“

Schließlich wisse er, dass Jürgen van der Horst eine leistungsfähige Verwaltung hinterlasse, mit der es eine Freude sei zusammenzuarbeiten. Vor allem wisse er, dass er sich auf seine Vorzimmerdamen verlassen könne. Anke Fischer und Liane Lösekamm wüssten am allerbesten wie dem Rathauschef zugearbeitet werden müsse.

Mit einem Schmunzeln stellt Jost fest: „Sie sind die Arbeiter, ich bin der Verkäufer.“ Dabei ist unbestritten, wie viel Detailwissen der Erste Stadtrat auch selber für das verantwortungsvolle Ehrenamt mitbringt. Alle großen Projekte, die in den kommenden Monaten abgearbeitet werden müssen, hat Jost mit auf den Weg gebracht.

Noch viele Projekte abzuarbeiten

Dazu gehört die Renaturierung der Thiele-Aue mit Abriss des alten Hallenbades. Als langjährigem Vorstandsmitglied im TuS liegt Jost auch die Umgestaltung des Beekmann-Stadions zum integrativen Sportzentrum sehr am Herzen. Für dieses Projekt werde schon bald ein Ingenieurs-Wettbewerb ausgeschrieben.

Weitere Themen sind die Sanierung der beim Juli-Hochwasser überfluteten Brückner-Bücherei im Untergeschoss des Bürgerhauses und die Sanierung der Heilquelle im Kurpark, für die zunächst einmal ein teures Gutachten in Auftrag gegeben werden muss.

Vorsorge für Omikron-Welle getroffen

Sorgen bereitet in diesen Tagen auch die Frage, wie es mit der Pandemie-Vorsorge weitergehen soll. So hat der Magistrat auch einen Notfallplan in der Schublade, damit die Wasserversorgung und der Kläranlagenbetrieb aufrecht erhalten bleiben, wenn durch die neue Omikron-Variante wie angekündigt die Inzidenzzahlen in die Höhe schießen.

„Wir haben den Schichtdienst gestaffelt organisiert, so dass sich die Kollegen der unterschiedlichen Schichten nicht treffen und am Ende noch gegenseitig anstecken“, erläutert Jost. Beinah ebenso wichtig in Arolsen ist die Frage, ob Großveranstaltungen wie Barockfestspiele und Viehmarkt ausrichten kann. Aktuell werden beide Veranstaltungen im Rathaus ganz normal vorbereitet. Was dann in einigen Monaten gilt, wird abzuwarten bleiben.

Bei der Bundeswehr in Verantwortung gestanden

Im Übrigen wolle man die Entscheidung der Ministerpräsidentenkonferenz am Freitag abwarten und dann je nach Lage neu entscheiden.

Lageeinschätzung und zielstrebiges Handeln hat Jost bei der Bundeswehr gelernt, wo er zuletzt die Leitung einer Standort-Fernmeldeanlage bei einem großen Fliegerhorst in der Nähe von Köln hatte.

Verwaltung soll reibungslos funktionieren

Nach seinem Ausscheiden aus der Bundeswehr kam Jost zurück in seine Heimatstadt Bad Arolsen und stieg zum Archivleiter beim Internationalen Suchdienst auf, heute Arolsen Archives.

Als amtierender Bürgermeister-Stellvertreter hat sich Jost eines vorgenommen: „Den Bürger sollen erst gar nicht auffallen, dass Bad Arolsen vier Monate keinen hauptamtlichen Bürgermeister hat.“

Zeitplan für Stellenbesetzung

Die Stelle ist ausgeschrieben. Bis zum 17. Januar können sich Bewerber beim Wahlleiter Udo Jost melden. Die Wahl erfolgt am 27. März, zwei Wochen später ist der Termin für eine eventuell notwendige Stichwahl. Nach Ablauf aller Wahlprüfungs- und Widerspruchsfristen soll dann bei einer außerordentlichen Stadtverordnetensitzung am 28. April die Amtseinführung zum 1. Mai erfolgen.  (Elmar Schulten)

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