Gefahr für den Tourismus?

Forum der Hessen-Agentur: Windräder schrecken nur wenige Besucher ab

Bad  Arolsen. Wie vertragen sich Windenergie und Tourismus? Diese Frage wurde in einem hochkarätig besetzten Forum der Hessen-Agentur in Bad Arolsen erörtert.

Zwischen den negativen Erwartungen des Willinger Bürgermeisters Thomas Trachte auf der einen und den sehr positiven Erfahrungen seines Kollegen Jan Lembach aus der kleinen Eifel-Gemeinde Dahlem schwankten die Positionen. Professor Heinz-Dieter Quack (Hochschule Ostfalia) hatte aktuelle Studien aus Europa und den USA verglichen und die negativen Auswirkungen als eher gering geschildert. Er riet aber ausdrücklich, auf die Region bezogene Studien und Befragungen vorzunehmen, um sich ein individuelles Bild zu verschaffen.

Skeptisch zu der Entwicklung des Tourismus in der Tourismusregion Waldeck-Frankenberg äußerte sich Klaus-Dieter Brandstetter (Geschäftsführer der Touristik Service Waldeck-Ederbergland). Nach seiner Analyse verschiedener Studien ergibt sich, dass gut 15 Prozent der überwiegend wegen der Landschaft als Wanderer oder Radfahrer in die Region reisende Touristen nicht wiederkommen würden.

Im Naturpark Eifel mit 160 Windkraftanlagen in NRW, haben sich laut Bürgermeister Lembach die Besucherzahlen seit 2007 verdoppelt. Einer Befragung der Gemeinde unter 1300 Personen zufolge würden sechs Prozent nicht wiederkommen, wenn mehr Windkraftanlagen gebaut würden. Damit könne die Region gut leben, sagte der Rathauschef, der ab 1997 mit dem Aufbau des Naturparks Nordeifel befasst und in dieser Funktion dessen Geschäftsführer war.

Ausschlusskriterium bei der Regionalplanung ist der Tourismus nach den Worten von Professorin Anja Hentschel nicht. Sie lehrt öffentliches Recht mit Schwerpunkt Energierecht an den Universitäten Luzern und Kassel.

Von Armin Hass

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Rubriklistenbild: © Archivfoto: dpa

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