40-jähriger soll in Entziehungsanstalt

Rauschgift in Garage der Eltern in Bad Arolsen gelagert: Fünf Jahre Haft für Drogendealer

Landgericht Kassel, Gebäude
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Landgericht Kassel, Gebäude

Zu fünf Jahren Haft wurde ein Drogendealer vom Landgericht Kassel verurteilt. Er hatte Rauschgift in Bad Arolsen gelagert.

Bad Arolsen/Kassel – Ein 40-jähriger Mann aus Bad Arolsen ist vom Kasseler Landgericht wegen Drogenhandels mit großen Mengen Kokain, Amphetamin, Marihuana und Haschisch sowie Beihilfe dazu zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Weil sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft auf Rechtsmittel verzichteten, ist das Urteil der 11.Strafkammer rechtskräftig.

Urteil angenommen

Der Angeklagte hatte gestanden, zwischen März 2020 und Juni 2021 pfundweise Kokain, literweise Amphetaminöl und über einen Zentner Marihuana und Haschisch gedealt zu haben. Die Drogen hatte er in der Garage seiner Eltern in Bad Arolsen gelagert, ohne dass diese von den kriminellen Geschäften des Sohnes etwas ahnten.

Als Motivation für den Drogenhandel durch den bislang nicht vorbestraften Angeklagten hatte ein psychiatrischer Gutachter Spielsucht genannt. Später sei er auch selbst drogenabhängig geworden, weil er Teile des Kokains selbst konsumierte.

Sucht behandeln

Der Angeklagte, der seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft sitzt, soll daher zur Behandlung seiner Sucht in eine Entziehungsanstalt eingewiesen werden.

Weil er weiter sozialen Rückhalt besonders in der Familie habe, seien die Erfolgsaussichten einer Therapie gut, urteile der Sachverständige.

Betreuung nach der Haft

Allerdings müsse der Mann nach seiner Haftentlassung dringend weiter betreut werden, um einen Rückfall zu vermeiden.

In einigen der angeklagten Taten war das Verfahren eingestellt worden. Für Handel mit Betäubungsmittel in minder schweren Fällen hatte die Anklägerin eine Strafe von fünfeinhalb Jahren Haft gefordert.

Durch Handy auf die Spur gekommen

Die Verteidigung hatte auf mehrere körperliche Beeinträchtigungen des Angeklagten hingewiesen und eine besondere Haftempfindlichkeit reklamiert. So sei etwa die Diabetis des Arolsers in der Untersuchungshaft nur unzulänglich behandelt worden.

Auf die Spur des Angeklagten, seiner Lieferanten und Abnehmer waren die Ermittlungsbehörden durch sogenannte Kryptohandys gekommen, die von Europol in großer Zahl in die kriminelle Szene Deutschlands eingeschleust worden waren. Die angeblich abhörsicheren Handys nämlich waren genau dies nicht: Bei den telefonischen Verabredungen der Drogendeals hatte die Polizi stets mitgehört.

Über halbe Million kassiert

Laut Anklage sollte der 40-Jährige mit seinen Drogengeschäften 590 000 Euro erzielt haben. Die schrumpften schließlich im Urteil von Richter Dr. Senger auf 529 000 Euro zusammen. Dieses Geld wurde mit dem Urteil eingezogen, wobei fraglich ist, ob diese Summe vom Angeklagten je zurückgezahlt werden kann. (Thomas Stier)

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