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Grünes Licht für Schlachthof-Betrieb in Mengeringhausen

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Von: Philipp Daum

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Neueröffnung geplant: Der derzeit geschlossene Schlachthof in Mengeringhausen soll unter Regie des Landkreises für drei Millionen Euro saniert und anschließend von einer Gesellschaft mit Vertretern fleischverarbeitender Betriebe und von Landwirten der Region betrieben werden.
Neueröffnung geplant: Der derzeit geschlossene Schlachthof in Mengeringhausen soll unter Regie des Landkreises für drei Millionen Euro saniert und anschließend von einer Gesellschaft mit Vertretern fleischverarbeitender Betriebe und von Landwirten der Region betrieben werden. © Armin Haß

Auch der Kreistag steht geschlossen hinter dem Zukunftskonzept für den Schlachthof in Mengeringhausen. Einstimmig beschlossen die Fraktionen die damit verbundene Einrichtung eines neuen Schlachtstättenangebots in Waldeck-Frankenberg.

Wie berichtet, soll der derzeit geschlossene Schlachthof unter Regie des Landkreises für drei Millionen Euro saniert und von einer Gesellschaft mit Vertretern fleischverarbeitender Betriebe und von Landwirten der Region betrieben werden. Kalkuliert wird mit Einnahmen in Höhe von 730 000 Euro und Ausgaben in Höhe von 640 000 Euro. In der Kreistagssitzung wurde der Kreisausschuss nun auch offiziell damit beauftragt, die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Damit das Schlachthof-Projekt nun auch zeitnah umgesetzt werden kann, müssen die beruflichen Vertretungen der Metzger und Landwirte einen Beschluss zur Gründung einer Betreibergesellschaft fassen. Für Januar sind aber bereits entsprechende Versammlungen geplant.

„Es war eine Herkulesaufgabe. Aber Ende ist es aber gelungen, die unterschiedlichen Interessenlagen zusammenzuführen. Im Vordergrund standen hierbei natürlich die Sorgen unserer Metzger und Fleischer, die nicht wussten, wo sie in Zukunft ortsnah noch ein Schlachtangebot finden“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese. Außerdem sei es notwendig gewesen, mit der Neueröffnung einer Schlachtstätte in Nordwaldeck den Beruf des Metzgers attraktiv zu halten – gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels sei dies ein ganz wichtiger Aspekt gewesen.

Dieter Schaake sprach dem Ersten Kreisbeigeordneten im Namen der SPD-Fraktion seinen Dank aus, dass er sich für den Erhalt des Schlachthofes in Mengeringhausen eingesetzt habe. „Der Fortbestand kann meiner Meinung nach nur gelingen, wenn Metzger sowie konventionell und biologisch produzierende Landwirtschaftsbetriebe eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten. So schaffen sie die gesellschaftlichen Strukturen, damit der Schlachthof weitergeführt werden kann“, so Schaake.

„Ich finden es gut, dass der Landkreis, zusammen mit den Metzgern, dem Handwerk und den Landwirten, ein solches Projekt auf die Beine stellt. Eine regionale Schlachtstätte ist immens wichtig, weil die Menschen heute anders einkaufen wollen, als sie das in der Vergangenheit getan haben“, sagte Jürgen Frömmrich (Grüne). Regionalität spiele eine wichtige Rolle, außerdem werde viel über Tierwohl gesprochen. „Immer mehr Menschen wollen wissen, woher das Fleisch kommt und ob die Tiere vor der Schlachtung vernünftig und artgerecht gehalten wurden“, so Frömmrich. Eine Schlachthof helfe dabei, diese Wege besser nachvollziehen zu können.

Jochen Rube (FDP) sagte, dass „eine starke Viehhaltung auch auch eine starke Schlachtstätte braucht“. Die fleischverarbeitende Branche benötige den Schlachthof und die damit verbundene regionale Wertschöpfung.

Timo Hartmann (CDU) betonte, dass der Schlachthof in Mengeringhausen auf Basis des neuen Konzeptes gut für die Zukunft aufgestellt sei.

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