Handwerksbetriebe in Nord-, Ost- und Mittelhessen

Gute Stimmung im Handwerk in der Region, viele Betriebe am Maximum

Die Handwerkskammer Kassel stellte in Mengeringhausen die Ergebnisse ihrer Konjunkturumfrage vor: (von links) Kreishandwerksmeister Karl-Heinz Göbel aus Elleringhausen, Kreisgeschäftsführer Gerhard Brühl, Handwerkspräsident Heinrich Gringel und der Obermeister der Elektroinnung Waldeck-Frankenberg, Jörg Engelhard. Foto:  Elmar Schulten

Bad Arolsen. Die Handwerksbetriebe in Nord-, Ost- und Mittelhessen erleben seit fünf Jahren eine Hochkonjunktur, die vor allem vom privaten Konsum getragen ist.

Die jüngste Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Kassel, die in den Räumen des Elektrobetriebes Engelhard in Bad Arolsen-Mengeringhausen vorgestellt wurde, liefert eindeutige Zahlen: Von den 800 befragten Handwerksbetrieben beurteilen 39,3 Prozent die aktuelle Geschäftslage mit gut (Vorjahr 33,8 Prozent). Weitere 46,6 Prozent (Vorjahr 51,7 Prozent) bewerten die Lage mit befriedigend.

Auch die Erwartungen für die kommenden drei Monate bleiben, trotz der bevorstehenden kalten Jahreszeit, sehr optimistisch: 84,5 Prozent erwarten gute oder befriedigende Geschäfte.

Der private Konsum laufe gut, obwohl es die angekündigte Absetzbarkeit der energetischen Sanierung nun doch nicht geben werde. Offenbar veranlasse die Niedrigzinspolitik viele Hausbesitzer zu Investitionen in ihre Immobilien, so Heinrich Gringel, Präsident der Handwerkskammer Kassel. Davon profitiere das Ausbau-Handwerk.

Öffentliche Investitionen blieben jedoch angesichts der der verordneten Sparpolitik aus. Darunter leide vor allem das Bauhauptgewerbe. Der Hoch- und der Tiefbau hätten es schwer, an öffentliche Aufträge zu kommen. Der private Hausbau werde von Familien- und Nachbarschaftshilfe geprägt. Gegen die organisierte Schwarzarbeit am Bau werde von den Behörden nicht genug unternommen.

Schulabgängern raten die Handwerksmeister zu einer Karriere im Handwerk. Der Anteil der Abiturienten unter den Auszubildenden ist inzwischen auf zehn Prozent gestiegen. Auch viele Studienabbrecher klopfen bei Handwerksbetrieben an. Bundesweit gibt es rund 20 000 offene Stellen im Handwerk. In Nord-, ost- und Mittelhessen wird die Zahl der offenen Ausbildungsplätze auf 700 geschätzt. (es)

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