Nachkommen von NS-Opfern sind besonders interessiert

Internationaler Suchdienst Bad Arolsen: Zahl der Anfragen steigt erneut

+
Vorbereitungen für die erste Dauerausstellung: Ab dem kommenden Jahr wird der Suchdienst erstmals ausführlich seine Arbeit vorstellen. 

Bad Arolsen. Die Zahl der Anfragen beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen ist gestiegen.

16 786 Anfragen gab es im vergangenen Jahr, 2016 waren es noch 15 635 und 2015 gab es 13 365. Auch wenn es immer weniger noch lebende Opfer des Nazi-Terrors gibt – „die zweite und dritte Generation ist extrem interessiert“, sagt Verena Neusüs, Sprecherin des ITS.

Weiter ausgebaut wird derzeit das Online-Archiv des Suchdienstes. Bislang seien es eher allgemeine Informationen, die im Internet abrufbar seien, sagt Neusüs. Beispielsweise zu den Todesmärschen. Noch im Juni sollen erstmals in größerem Umfang Informationen über Personen im Online-Archiv auftauchen.

Dabei geht es um Dokumente aus der Nachkriegszeit, die sich mit Überlebenden beschäftigen. Das erleichtere vor allem Forschern die Arbeit. Bis alle Dokumente im Netz einsehbar sind, werde es aber noch Jahre dauern.

Allerdings wird es eine Einschränkung geben im Vergleich zum klassischen Archiv in Bad Arolsen: Weil in den Dokumenten viele sensible Daten enthalten sind, werden sie nicht eins zu eins ins Internet-Archiv übernommen.

Wer das Archiv – ob online oder direkt vor Ort – nutzen will, muss sich schon jetzt damit einverstanden erklären, die Privatsphäre Dritter oder Betroffener zu schützen, die Erkenntnisse nur für wissenschaftliche Zwecke und „in Übereinstimmung mit den geltenden nationalen Gesetzen“ zu nutzen.

Groß sei die Nachfrage an den pädagogischen Angeboten, so Neusüs. Derzeit laufe ein Projekt an, das sich mit der Vor- und Nachbereitung von Gedenkstättenfahrten von Schülern beschäftigt.

Vor gut zehn Jahren hat der Suchdienst seine Archive für die Öffentlichkeit geöffnet, neben Überlebenden und deren Angehörigen können auch Schüler, Wissenschaftler und Autoren dort kostenlos Unterlagen einsehen.    

Mehr lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Von Julia Renner

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.