Umzug einer weltweit einzigartigen Sammlung

Internationaler Suchdienst baut neues Archiv: Millionen Dokumente zwischengelagert

Im Zwischenarchiv angekommen: René Wermelskirchen, Mitarbeiter der Umzugsfirma „LaHeRo“ aus Werdau, sortiert die neuen Archivboxen mit Hinweiskarten aus der Zentralen Namenkartei ein. Koordiniert wird der Umzug von einer Berliner Spezialfirma. Fotos: pr

Bad Arolsen. 16 000 Meter Dokumente, 244 Tonnen Gewicht, zwölf Mitarbeiter und hochgerechnet 2675 Stunden Arbeit: Das Weltdokumentenerbe des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen zieht um.

Derzeit verpacken Fachkräfte die historisch wertvollen Dokumente und verladen sie in Lastwagen.

Die 30 Millionen Originaldokumente und mehr als 50 Millionen Hinweiskarten der Zentralen Namenkartei des ITS kommen von der Jahnstraße in ein Zwischenlager Am Kirchfeld. Der Grund: Das zurzeit noch genutzte Gebäude in der Jahnstraße 7 wird 2018 abgerissen – dort entsteht ein Neubau, in dem das Archiv künftig untergebracht sein wird.

Die weltweit einzigartige Sammlung von Zeugnissen über Inhaftierung, Holocaust, Zwangsarbeit und die befreiten Überlebenden muss daher zwischengelagert werden.

Jahrzehntelang waren die Dokumente wichtigstes Arbeitsmaterial des ITS. Sie gaben Auskunft über Millionen von Schicksalen und die Dimensionen der NS-Verbrechen. Inzwischen ist das Archiv fast vollständig digitalisiert, recherchiert wird am Computer. Dem „Denkmal aus Papier“ soll nun ein moderner Schutz in archivgerechten und klimatisierten Räumen gegeben werden. „Die Dimension des Archivs wird so nun erstmalig sichtbar“, sagt Archivleiter Christian Groh.

Für die Koordination des Umzugs wurde die Berliner Spezialfirma Grohmann Logistik beauftragt. Mitarbeiter Hans Peter Saal: „Mit den historisch wertvollen Dokumente muss vorsichtig umgegangen werden. Herkömmliche Umzugskartons können nicht verwendet werden, da das empfindliche Papier nicht beschädigt werden darf.“

Benutzt würden spezielle Rollwagen, die wie Regale aufgebaut seien. „Jeder einzelne wird für den Transport in Folie eingeschweißt. Bei besonders sensiblen Dokumenten, die nicht in Archivboxen verstaut sind, verwenden die Mitarbeiter Baumwollhandschuhe“, so Saal.

Nähere Erläuterungen zum Internationalen Suchdienst und seine Aufgaben lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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