Kaulbach-Schule erhebt Einspruch zu Vorwurf einer Kölner Schülerin auf Twitter

Lernen fürs Leben: (von links) Inga Viering, Alexandra Ott, Lea Sophie Meeus und Lea Willeke aus der R10a profitieren von ihren engagierten Lehrern, die nicht nur Schulwissen, sondern auch Alltagspraxis vermitteln.

Bad Arolsen. Die 17-jährige Naina aus Köln hat das Schulsystem beim Sozialen Netzwerk Twitter angeprangert. „Wir müssen das Mädchen nicht ernst nehmen, weil wir schon viel weiter sind", kontert Ortwin Terörde von der Bad Arolser Kaulbach-Schule.

„Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann eine Gedichtanalyse schreiben, in vier Sprachen", twitterte die Kölnerin.

Der Realschullehrer sieht hier allerdings gravierende Unterschiede zwischen dem Gymnasium und der Real- und Hauptschule.Belegen kann der Beratungslehrer seine Behauptung sowohl mit dem neuen Förderkonzept der Schule als auch mit dem Beratungshaus, das er gemeinsam mit Sonja Röse entwickelt hat. Das so genannte Haus der Beratung besteht aus den drei Säulen der Berufsbildung, der Intervention und der Prävention.

Jede Klassenstufe hat eine Etage mit vier Räumen zu Gewalt, Sucht, Cyber und Medien sowie „Für das Leben fit machen“. Durch Beschriftung in den Ampelfarben wird deutlich gemacht, welche Dinge bereits umgesetzt sind oder wünschenswert wären.

Nachdem alle Fachbereichsleiter angesprochen wurden, wer welches Thema wann aufgreift, konnte eine Verknüpfung der wichtigen Themen begonnen werden, die im Lehrplan ihren Niederschlag findet. „Wir sind dabei uns einzubringen und einzumischen“, sagt Terörde im Hinblick auf das Vermitteln von Wissen, was eigentlich im Elternhaus vermittelt werden müsste. „Wir reden miteinander und wissen, was gebraucht wird“, so Terörde.

Das Förderkonzept der Schule wurde dabei nicht von außen übergestülpt, sondern ist aus der Lehrerschaft gewachsen und gemeinsam mit Eltern und Schülern entwickelt worden.

Für ihre sehr guten Leistungen in puncto Berufsorientierung ist die Kaulbach-Schule schon seit langem bekannt, aber die Schüler werden im Laufe ihrer Zeit von der fünften bis zur zehnten Klasse auch in den Bereichen Haushalt und Hygiene, sozialem Engagement, Mediennutzung, Umgang mit Geld und Verträgen, bauen, renovieren und reparieren, Ernährung und auch Schuldnerberatung fit für das Leben gemacht, damit der viel zitierte Spruch, dass Kinder für das Leben und nicht für die Schule lernen auch seine Richtigkeit behält.

Wer sich das Haus der Beratung, unter dessen Dach Wertschätzung ebenso untergebracht sind wie „Participaction“ (Teilhabe und Aktion), aber auch Vorratsschränke für Ideen und Materialien sowie ein Lichtschacht zum Basisgeschoss, der kann dies am Tag der offenen Tür der KaulbachSchule am 7. Februar zwischen 11 und 13 Uhr machen, Dann wird Ortwin Terörde den Aufbau im Foyer der Schule erklären.

Von Heike Saure

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