0,2 Cent pro Kilowattstunde für die Stadt

Landauer Windpark lockt mit finanzieller Beteiligung

Ein Plakat der Firma Abo-Wind steht auf freier Fläche bei Landau. Im Hintergrund dreht sich eine Windkraftanlage.
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Die Firma Abo-Wind plant eine Erweiterung ihres Windparks bei Landau. Drei neue Vestas-Anlagen vom Typ Vestas V162 mit jeweils sechs Megawatt Nennleistung sollen in zwei Windvorranggebieten errichtet werden.

Drei neue Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von jeweils sechs Megawatt plant die Firma AboWind als Ergänzung zu ihren bereits laufenden Windkraftanlagen im Stadtwald von Landau zu errichten. Eine dieser neuen Anlagen soll ebenfalls im Stadtwald entstehen, zwei werden als Offen-Land-Anlagen auf Äckern errichtet.

Bad Arolsen-Landau - Über die Detailplanung in den Windvorranggebieten KB77a und KB77b berichteten Manuel Schmuck und Tea Parlov vom Windanlagenbetreiber AboWind bei einer Bürgerversammlung im Rathaussaal von Landau.

Dabei wurde auch deutlich, dass die AboWind-Anlagen nichts mit den bereits genehmigten vier Anlagen im Wald von Bühle im Windvorranggebiet KB91 zu tun haben. Diese werden von der EWF-Tochter VEW geplant und errichtet.

Nächtliches blinken nur bei Flugzeugannäherung

Die AboWind hat den Bau von drei Anlagen des Typs Vestas V162 mit 169 Metern Nabenhöhe und 250 Metern Gesamthöhe bei einer Nennleistung von sechs Megawatt beantragt. Diese Anlagen sind damit nochmals höher und leistungsstärker, als die vor zwei Jahren in Betrieb genommenen Vestas V126 mit nur 137 Metern Nabenhöhe, 200 Metern Gesamthöhe und einer Nennleistung von 3,45 Megawatt.

Auch die neuen Anlagen werden die vorgeschriebenen 1000 Meter Mindestabstand zu besiedeltem Gebiet und die geltenden Regelungen zum Schutz vor Schattenwurf und Lärmemissionen einhalten. Die nächtliche Sicherheitsbeleuchtung wird nur bei Annäherung von Flugzeugen eingeschaltet. Der Strom wird eingespeist in das Netz der Stadtwerke Landau. Dazu muss eine acht Kilometer lange Leitung verlegt werden.

Bürger und Stadt finanziell beteiligt

Neuartig sind die Art der Bürgerbeteiligung und die Zahlung einer freiwilligen Kommunalabgabe: Interessierte Landauer werden eingeladen, sich mit einem nachrangigen Darlehen an der Finanzierung der Anlagen zu beteiligen. Die Anleihe wird zu einem festen Zinssatz und auf eine feste Laufzeit ausgegeben.

Das novellierte Gesetz der Einspeisung erneuerbarer Energien EEG sieht auch die Möglichkeit einer freiwilligen Kommunalabgabe vor. Diese wollen die AboWind-Investoren leisten, und zwar in Höhe von 0,2 Cent je eingespeister Kilowattstunde. Bei 50 Millionen Kilowattstunden entspricht das 100.000 Euro, die künftig jedes Jahr zu drei Vierteln an die Stadt Bad Arolsen und einem Viertel an die Stadt Wolfhagen ausgeschüttet werden.

Finanzspritze für städtischen Haushalt

Mit diesen finanziellen Anreizen soll die Akzeptanz der Windkraft in der Bevölkerung erhöht werden, räumten auch die AboWind-Sprecher ein.

Bürgermeister Jürgen van der Horst bremste auf Nachfrage eines Landauer Bürgers mögliche Begehrlichkeiten und stellte klar, dass sowohl die Landauer als auch die Mengeringhäuser Einnahmen aus Windkraftanlagen als allgemeine Deckungsmittel in den städtischen Haushalt einflössen.

Der neue Windpark könnte Ende 2023 ans Netz gehen

Damit würden unter anderem Projekte wie die Modernisierung des Landauer Rathaussaales finanziert, die in den kommenden Jahren mit rund 3,7 Millionen Euro zu Buche schlagen würden.

Zurück zur ursprünglichen Windpark-Planung: Die AboWind-Planer rechnen mit einer Baugenehmigung im zweiten Halbjahr 2022. Der neue Windpark könnte dann bis Ende 2023 ans Netz gehen. (Elmar Schulten)

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